Future Cleantech Architects

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FCA-Gründer Dr. Peter Schniering bei einer Präsentation
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Innovative Technologien für Klimaneutralität

Die Future Cleantech Architects (FCA) sind ein gemeinnütziger „Climate Innovation Think Tank“, der sich aus Deutschland heraus für die Entwicklung innovativer, aber bisher vernachlässigter Technologien zur drastischen Reduktion der industriellen Treibhausgas­emissionen einsetzt. Dabei konzentriert sich FCA ausschließlich auf hochwirksame Innovationen in vernachlässigten, schwer zu dekarbonisierenden Sektoren wie beispiels­weise Zement und Stahl, Luft- und Schifffahrt, oder auch langfristige Energiespeicher.

Besonders am Ansatz von FCA ist hierbei, dass die Organisation nicht nur die Anwaltschaft (Advocacy) für diese Technologien auf politischer Ebene übernimmt, sondern auch selbst Teil von Forschungskonsortien zur Entwicklung dieser Technologien ist. Founders Pledge, ein führender Anbieter für Evaluierungen von Klimaschutz-Organisationen, schätzt FCA als eine der vielversprechendsten Organisationen ein, die die Rahmen­bedingungen für die o.g. Themenbereiche maßgeblich positiv beeinflussen kann.

Das Problem

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müssen die Energiesysteme weltweit bis Mitte des Jahrhunderts weitgehend dekarbonisiert werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht zwar in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte. Sie schätzt aber, dass ein Drittel der Technologien, die hierfür erforderlich sind, erst noch entwickelt werden müssen.[1]

In Branchen wie Zement, Stahl oder der Luftfahrt ist die Dekarbonisierung besonders schwierig, weil viele industrielle Prozesse sich nicht einfach elektrifizieren lassen. Wenn beispielsweise in der Zementherstellung die Prozess-Energie klimaneutral erzeugt wird, sinken die dabei entstehenden CO2-Emissionen dennoch nur geringfügig, da sie zu einem großen Teil bei der notwendigen chemischen Reaktion selbst entstehen.[2] Entsprechend sind die Innovationslücken in diesen so genannten „schwer zu dekarbonisierenden“ Sektoren am größten, während gleichzeitig Innovation in diesen Branchen oft noch vernachlässigt wird.

Die Lösung

Genau dort setzt FCA an. Die FCA-Experten arbeiten mit führenden Vertreterinnen aus Forschung, Industrie, Politik sowie internationalen Organisationen – etwa den Vereinten Nationen oder dem Weltwirtschaftsforum – zusammen, um Innovation zu fördern. FCA stellt seine Einschätzungen beispielsweise auch in diesem Jahr in eigenen Veranstaltungen auf der UN-Weltklimakonferenz vor, berät EU-Parlamentarierinnen und publiziert Forschungsergebnisse über das Weltwirtschaftsforum. In 2021 hat FCA den UNIDO “Global Call for Innovative Solutions in Cleantech and Sustainable Land Management” gemeinsam mit den UN-Sonderorganisationen UN Climate Change und UNCCD veranstaltet. In 2023 fand zum zweiten Mal das ehrgeizige Cleantech Innovation Festival The ARC statt, das FCA gemeinsam mit UN Climate Change und UNIDO auf die Beine gestellt hat. Eine Fortsetzung findet Ende Mai 2024 statt.

Vielversprechende Innovationen begleitet FCA engmaschig und steht beratend zur Seite. Ist FCA überzeugt von einer Idee, vermittelt die Organisation ihre Beobachtungen und ihr Wissen an Entscheiderinnen in Politik und Wirtschaft. Im Forschungsbereich arbeitet FCA beispielsweise aktiv mit führenden Forschungsinstituten wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Forschungszentrum Jülich oder der Fraunhofer Gesellschaft zusammen.

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Die Wirkung

Insbesondere in Europa ist diese Art der Innovationsförderung im Klimaschutz zwar sehr vielversprechend, aber weiterhin vernachlässigt. FCA nimmt hierbei nicht nur auf die politischen Entscheidungsprozesse Einfluss, sondern ist auch selbst als Teil von Forschungs­gruppen und gemeinsam mit Unternehmen tätig, um die beschleunigte Anwendung notwendiger Innovationen so gut wie möglich zu fördern.

So konnten die FCA-Mitarbeiterinnen mit ihrer teilweise langjährigen Expertise in sauberer Energiegewinnung bereits die deutsche und europäische Politik beraten, Gesetzgebung beeinflussen (etwa über die Verankerung höherer Quoten für Durchbruch­­­technologien bei europäischen Mitgliedstaaten), und im Klimaschutz auf UN-Ebene wichtige Impulse geben. 

In einer Forschungsgruppe arbeitet FCA beispielsweise gemeinsam mit ThyssenKrupp und dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum an einem Projekt, bei dem Solarenergie und Kohlenstoff-Abscheidung dafür verwendet werden, um die CO2-Emissionen bei der Zement­produktion so niedrig wie möglich zu halten. Damit können die FCA-Experten ihren Erfahrungsschatz direkt der Forschung und Industrie zugutekommen lassen.

Außerdem kuratiert FCA die Handelsblatt-Serie „Grüne Ideen, die die Welt verändern“. Jeden Monat wird dort auf einer Doppelseite eine vernachlässigte Technologie vorgestellt. Mittlerweile hat FCA damit bereits knapp sieben Million Leserinnen und Leser erreichen können.

Die Organisation

Future Cleantech Architects wurde 2020 von Dr. Peter Schniering im nordrhein-west­fälischen Remscheid gegründet. Peter Schniering hat im Bereich Klimapolitik promoviert und vor der Gründung der Denkfabrik die Internationale Energieagentur in Paris sowie das Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) beraten. Er war im Bereich erneuerbarer Energietechnologien für die Unternehmensberatung Roland Berger tätig und ist Beiratsmitglied des Weltwirtschaftsforums im Bereich Klimatechnologie.

Inzwischen ist die Organisation auf 15 Mitarbeiter angewachsen und in fünf europäischen Ländern vertreten. Seit dem Frühjahr 2023 hat FCA z.B. auch eine Kollegin in Brüssel, die eine permanente Vernetzung mit der europäischen politischen Community gewährleistet. Unterstützt wird das Team von einem Expertenpanel und Beirat, die sich aus hoch­karätigen Expertinnen und Experten zusammensetzen, beispielsweise von den Vereinten Nationen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, oder auch aus Unternehmen wie Energie Baden-Württemberg AG (EnBW)

Founders Pledge empfiehlt FCA als eine besonders vielversprechende Organisation im Bereich Klimaschutz. FCA konnte die europäische Klimapolitik sogar stärker als erwartet positiv beeinflussen. Vor allem konnte die Organisation dazu beitragen, wichtige Rechtsvorschriften auf EU-Ebene zu gestalten und politische Entscheidungsträger zu beraten, wie die EU bei der Förderung von Forschung und Entwicklung für klimafreundliche Energietechnologien den höchsten Ertrag erzielen kann.


Externe Evaluation

FCA in den Medien

Quellen

[1] ↑ Net Zero Roadmap: A Global Pathway to Keep the 1.5 °C Goal in Reach. Internationale Energieagentur (IEA). https://www.iea.org/reports/net-zero-roadmap-a-global-pathway-to-keep-the-15-0c-goal-in-reach. September 2023.

[2] ↑ Dekarbonisierung der Zementindustrie. Umweltbundesamt. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/dokumente/factsheet_zementindustrie.pdf. Februar 2020.