Unser Buch: 100x MEHR – Geschichten, wie deine Spende wirklich wirkt: Jetzt vorbestellen! Unser Buch: 100x MEHR
Jetzt vorbestellen!

Demokratie verteidigen

Parlamentsbild

Gefährliche Zeiten für die Demokratie

Seit Jahren beobachten wir einen sehr gefährlichen Trend: Ab etwa dem Jahr 2000 – und beschleunigt ab 2015 – kam die weltweite Verbreitung und Vertiefung der Demokratie zu ihrem vorläufigen Ende. Stattdessen setzte ein meist schleichender, manchmal aber auch rapider Rückfall in illiberale oder autokratische Regierungsformen ein.

Laut dem renommierten Regimes of the World-Klassifikationssystem lebten im Jahr 2004 noch ca. 17 % der Weltbevölkerung in einer „liberalen Demokratie“. Darunter versteht man weit entwickelte Demokratien, die Bürgerrechte umfassend schützen und rechtsstaatliche Prinzipien achten. Ein Beispiel dafür ist das politische System, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland und nach der Wiedervereinigung gesamtstaatlich etabliert wurde – und seither ein zuvor kaum vorstellbares Maß an Freiheit, Frieden, Sicherheit und Wohlstand ermöglichte. Im Jahr 2025 lebten nur noch knapp 8 % der Weltbevölkerung in solchen liberalen Demokratien.

Der Bevölkerungsanteil, der immerhin noch in einer sogenannten „elektoralen Demokratie“ lebte – einer Demokratieform also, in der für Menschen in Deutschland oder der Schweiz selbstverständliche Rechte und Freiheiten, Institutionen und Prozesse schon nur noch eingeschränkt vorhanden sind – sank von 2004 bis 2024 von 33 % auf nur noch 19 %. Seit 2025 sind in dieser Kategorie auch die USA zu verorten, die zuvor für über 50 Jahre als „liberale Demokratie“ klassifiziert waren.

Rückschritte mitten in Europa

Das Beispiel der rasanten Autokratisierung der Vereinigten Staaten unter der zweiten Trump-Regierung – in dieser Geschwindigkeit ohne Vorbild in der US-Geschichte – ist sicherlich besonders eindrücklich und besorgniserregend: Die US-Demokratie ist laut V-Dem Institut in 2025 inzwischen auf das Entwicklungsniveau von 1965 zurückgefallen.

Aber auch in Europa gibt es seit Jahren viele Rückschritte und einen verbreiteten Abbau von Bürgerrechten und demokratischen Strukturen:

  • Die Wissenschaft ordnet Ungarn und Serbien schon seit längerem nicht mehr als Demokratien ein – es sind sogenannte „elektorale Autokratien“. Das sind Länder unter autokratischer Führung mit meist sehr unfairen Wahlsystemen, die den Anschein demokratischer Verfasstheit aufrechterhalten sollen, während sie die Amtsinhaber massiv bevorteilen. Durch die trotzdem überraschend gelungene Abwahl der Fidesz-Partei in den Parlamentswahlen 2026 besteht in Ungarn nach 16 Jahren Demokratieabbau nun erstmals Hoffnung auf Besserung.
  • Mehrere europäische Länder sind in den letzten Jahren in die Kategorie „elektorale Demokratie“ zurückgefallen, darunter etwa Griechenland, Polen, Portugal, das Vereinigte Königreich, die Slowakei und Slowenien. Polen kämpft seit 2023 um die Rückkehr in den Kreis der liberalen Demokratien, wobei die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl im Juni 2025 dies deutlich erschweren.
  • Diverse weitere Länder gelten im Rückblick der wissenschaftlichen Datenerhebung zwar noch als liberale oder elektorale Demokratien, haben jedoch Regierungsbeteiligungen rechtspopulistischer oder rechtsextremer Parteien, die permament auf eine Autokratisierung dieser Länder hinarbeiten: Dies gilt in Finnland, Italien, Kroatien, der Slowakei, und (indirekt) auch in Schweden. Nur die Niederlande konnten in jüngerer Vergangenheit diesen Trend umkehren.

Dass selbst Deutschland gefährdet ist, hatte die Veröffentlichung der CORRECTIV-Recherche „Geheimplan gegen Deutschland“ am 10. Januar 2024 einer breiten Öffentlichkeit deutlich gemacht. Und spätestens die Ergebnisse der EU-, Landtags- und Bundestagswahlen 2024/25 haben nun gezeigt, dass auch in Deutschland eine Beteiligung extremistischer, illiberaler Kräfte an Regierungen nicht mehr undenkbar ist.

Wie verheerend die Auswirkungen solcher Entwicklungen sein können – auch rein instrumentell auf andere Themenbereiche wie globale Armutsbekämpfung oder Klimaschutz – zeigt sich seit Anfang 2025 mit erstaunlicher Klarheit in den USA. Die Kriminalisierung der Organisation USAID und ihrer Mitarbeiter sowie der zum Teil illegale Stop großer Teile der US-Entwicklungshilfe macht etwa deutlich, dass wirksame Maßnahmen zur Stärkung demokratischer Institutionen in den USA womöglich mehr zur weltweiten Armutsbekämpfung beigetragen hätten als viele direkte entwicklungspolitische Ansätze.

Demokratie wirksam verteidigen

Spenden können einen wichtigen Beitrag leisten, um Demokratien weltweit zu verteidigen und zu stärken. Die Entscheidung, an welche Organisation du spendest, kann einen großen Unterschied (oft bis zum Faktor 100 oder darüber) machen. Unser Ziel bei Effektiv Spenden ist es, solch wirksames Spenden so einfach wie möglich zu machen. Wir müssen also die Schlüsselfragen des effektiven Spendens auch für das Themenfeld Demokratie beantworten:

Wo sind die Bedrohungen für die Demokratie am größten – oder auch die Chancen für ihre Stärkung? Welche pro-demokratischen Maßnahmen sind besonders wirksam? Welche Organisationen sind bei der Umsetzung dieser Maßnahmen besonders erfolgreich und effizient? Kurz: Wo können wir mit pro-demokratischen Spenden besonders viel erreichen?

Diese Fragen stehen im Zentrum der Arbeit des Forschungsinstituts Power for Democracies. In 2024 operativ gestartet, hat Power for Democracies im November 2025 die ersten Empfehlungen veröffentlicht, zu besonders effektiven Organisationen der Demokratieverteidigung in der Türkei, Argentinien, Italien und den USA. Im April 2026 folgte Indonesien. Wir freuen uns auf ein weiter wachsendes internationales Portfolio von Empfehlungen. Power for Democracies plant darüber hinaus Sonderanalysen z.B. zu den weitreichenden Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Demokratie.

Mehr zur Arbeit von Power for Democracies erfährst du im Gastbeitrag ihres Geschäftsführer Markus N. Beeko in unserem Blog.

Wen haben wir bisher gefördert?

Vergabe der Fondsmittel aus H2/2025

  • Centro de Estudios Legales y Sociales (158.000 EUR): Argentiniens führende zivilgesellschaftliche Organisation für strategische Prozessführung im Dienst der Demokratie. CELS verteidigt Bürgerrechte und demokratische Institutionen, kämpft für Gerechtigkeit bei staatlichen Verbrechen und schützt gefährdete Minderheiten.
  • Media und Law Studies Association (205.000 EUR): Die führende zivilgesellschaftliche Organisation der Türkei im Bereich strategischer Prozessführung für Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. MLSA verfolgt ihre Mission durch gezielte Rechtsvertretung, strategische Klagen, umfassendes Prozessmonitoring, internationale Advocacy sowie Rechtsschulungen für Anwälte und Journalisten zur Funktionsweise des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.
  • Associazione Antigone Onlus (400.000 EUR): Eine der führenden italienischen zivilgesellschaftlichen Organisationen mit über drei Jahrzehnten Erfahrung im Bereich Menschenrechte und Verfassungsdemokratie. Antigone verbindet rechtliche Expertise mit öffentlicher Mobilisierung: Es hat Leitfälle vor dem Verfassungsgericht und dem EGMR geführt, technische Stellungnahmen in parlamentarische Debatten eingebracht und die No DDL Sicurezza-Koalition mitorganisiert.

Lies hier mehr dazu in unserem Blogartikel.

Vergabe der Fondsmittel aus H1/2025

  • HateAid (100.000 Euro): Grundfinanzierung für 2026. Wir sehen unverändert dringenden Handlungsbedarf bei der Verteidigung und Durchsetzung des Digital Services Act sowie des AI Act, um den Schutz der Grundrechte im digitalen Raum zu sichern.
  • Verfassungsblog (100.000 Euro): Grundfinanzierung für 2026. Die Arbeit der Organisation ist weiterhin wichtig, dringend und einmalig: So wird im Justiz-Projekt untersucht, an welchen Stellen die rechtsprechende Gewalt in Deutschland durch Verfassungsfeinde angegriffen werden könnte – im Bund und in den Ländern.
  • Flow Fund für Ostdeutschland (30.000 Euro): Finanzierung eines Platzes in der zweiten Kohorte dieses Projektes unter Leitung von Schöpflin Stiftung und Kinnings Foundation.
  • Alliance4Europe (105.000 Euro): Grundfinanzierung für 2026. Die Alliance4Europe wurde in 2018 als gGmbH mit Sitz in München gegründet und konzentriert sich in den letzten Jahren zunehmend auf die Förderung und Verteidigung einer pro-demokratisch ausgerichteten digitalisierten europäischen Gesellschaft.

Lies hier mehr dazu in unserem Blogartikel.

Vergabe der Fondsmittel aus Q4/2024

  • HateAid (377.000 Euro): Grundfinanzierung für Prozesskostenhilfe, strategische Klagen wie „Künast gegen Meta“ sowie die Durchsetzung des Digital Services Acts zum Schutz digitaler Grundrechte
  • RAA Sachsen (50.000 Euro): Finanzielle Rettung des Demokratieprojekts „Peerleadership Sachsen“, das Jugendliche zu Multiplikatorinnen gegen Diskriminierung ausbildet
  • Gesellschaft für Freiheitsrechte (150.000 Euro): Förderung von Beratungsangeboten zu Gemeinnützigkeit und Neutralität sowie Stärkung des Projekts „Gegenrechtsschutz“ gegen juristischen Missbrauch durch demokratiefeindliche Akteure

Die Mittel wurden im April 2025 an die Organisation ausgezahlt. Lies hier mehr dazu in unserem Blogartikel.

Vergabe der Fondsmittel aus Q3/2024

Die Mittel wurden im Dezember 2024 an die Organisation ausgezahlt. Lies hier mehr dazu in unserem Blogartikel.

Vergabe der Fondsmittel aus Q2/2024

Die Mittel wurden im August 2024 an die Organisationen ausgezahlt. Lies hier mehr dazu in unserem Blogartikel.

Vergabe der Fondsmittel aus Q1/2024

  • CORRECTIV – Recherchen für die Gesellschaft gGmbH (~55.000 €): Unabhängiger, investigativer Journalismus
  • Demokratie-Stiftung campact (~55.000 €): Demokratische Gestaltung des Fortschritts
  • HateAid gGmbH (~55.000 €): Demokratische Teilhabe in der digitalen Welt

Die Mittel wurden im April 2024 an die Organisationen ausgezahlt. Lies hier mehr dazu in unserem Blogartikel.

Deine persönliche Beratung

Wer spendet, möchte etwas bewirken. Wir helfen dir gerne dabei, die größtmögliche Wirkung zu erzielen, entsprechend deiner Vorstellungen und Werte. Vereinbare einfach einen Termin für deine persönliche Beratung.

Anne Schulze,
Gründerin & Geschäftsführerin

Häufige Fragen

Wie viel soll ich spenden?

Wie viel du spenden möchtest, ist im Endeffekt natürlich deine ganz eigene, persönliche Entscheidung, aber vielleicht findest du in dem Artikel „Wie viel soll ich spenden?“ oder „Warum und wie ich spende“ ein paar Inspirationen.

Kann ich meine Spende von der Steuer absetzen?

Ja, Du kannst Deine Spende in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz von der Steuer absetzen.

Wichtig ist dabei allerdings, dass Du tatsächlich an unsere jeweilige lokale Niederlassung spendest (an unsere gemeinnützige GmbH in Berlin, unseren gemeinnützigen Verein in Basel oder unseren gemeinnützigen Verein in Wien). Das erkennst Du an der Flagge oben rechts im Spendenformular und bei Bezahlung per Überweisung an der Bankverbindung (ausgenommen Tschechien).

In Österreich fokussieren wir uns zurzeit ganz auf unsere Spendenfonds (ausgenommen Demokratie und KI). Spenden an bestimmte Einzelorganisationen sind hier aktuell nicht möglich. Hast Du Fragen oder Feedback? Schreib uns gern unter oesterreich@effektiv-spenden.org.

Ich möchte nicht online spenden, kann ich das Geld auch überweisen?

Sehr gerne kannst du Deine Spende auch ganz klassisch überweisen. Nutze dafür bitte bei unserem Spendenformular unter „Zahlungsweise“ den Reiter „Überweisung“, hinterlege deine Daten, die wir für die Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung ) benötigen, und registriere deine Spende. Du erhältst dann eine E-Mail mit unserem Spendenkonto und einem Verwendungszweck, der es uns ermöglicht, deine Spende richtig zuzuordnen, sobald du die Spende überwiesen hast.

Welche Gebühren fallen in Deutschland an? Leitet Ihr meine Spende zu 100% weiter?

Wir leisten die Spendenverarbeitung gebührenfrei, d.h. wir behalten nichts von deiner Spende für uns. Allerdings fallen z.B. Kreditkarten- oder PayPal-Gebühren der Zahlungs­anbieter an, mit denen wir zusammenarbeiten. Diese sind abhängig von der gewählten Zahlungsweise und berechnen sich wie folgt für Deutschland:

  • Überweisung: Innerhalb des SEPA-Zahlungsraums kostenfrei
  • SEPA-Lastschrift: 0,35 Euro
  • PayPal: 1,5% + 0,35 Euro
  • Kreditkarte: 1,2% + 0,25 Euro bei europäischen Karten ausgenommen Amex (2.9% + 0.25 Euro bei Amex und internationalen Karten)

Als Zahlungsweise empfehlen wir bei Spenden mit Beträgen < 10.000 Euro die von uns besonders leicht zu verarbeitende SEPA-Lastschrift und für Beträge > 10.000 Euro die kostenfreie Überweisung. Lastschrift-Zahlungen bieten wir aus sicherheitstechnischen Gründen nur < 10.000 Euro an, PayPal und Kreditkarte empfehlen sich bei hohen Beträgen aus Kostengründen nicht.

Vergleichbare Gebühren würden auch bei einer direkten Spende an die jeweiligen Organisationen anfallen. Wir haben bereits mit allen Zahlungsanbietern verhandelt und besonders günstige Konditionen für gemeinnützige Organisationen erhalten.

Wir selbst finanzieren uns ebenfalls durch Spenden, allerdings komplett unabhängig.

Du kannst hier mehr dazu erfahren.

Wie kann ich meine Dauerspende verändern oder kündigen?

Wenn du den Betrag deiner Spende erhöhen oder verringern willst, melde dich einfach per E-mail an info@effektiv-spenden.org bei uns. Gerne verändern wir auch die Organisationen/Projekte/Fonds, an die du spendest, falls du das wünschst. Zahlungsmittel können wir leider nicht ohne Weiteres verändern. Dafür ist eine Kündigung der Spende und eine darauffolgende Neueinrichtung nötig.

Kündigen kannst du deine Dauerspende jederzeit und ohne Angabe von Gründen. Schreibe uns dafür einfach ebenfalls eine formlose E-Mail an info@effektiv-spenden.org oder rufe uns an unter +49 (0)30 / 260 355 19.

Wie tragt Ihr Eure Kosten?

Effektiv Spenden wird von privaten Förderern ermöglicht. Durch diese Unterstützung können sämtliche Verwaltungskosten übernommen werden. Dies erlaubt es uns, deine Spende an unsere Top-Organisationen vollständig weiterzuleiten. Wir freuen uns aber natürlich auch über deine Spende an uns als Plattform. Mehr zu unserer Finanzierung findest du hier.