Über 10.000 Menschen aus mehr als 100 Ländern haben öffentlich versprochen, jährlich 10% ihres Einkommens an wirksame Hilfsorganisationen zu spenden
Sie haben sich für den 🔸10%-Pledge unserer internationalen Partnerorganisation Giving What We Can (GWWC) entschieden und sich so dazu bekannt, das Verbessern der Welt durch effektives Spenden zu einem wichtigen Teil ihres Lebens zu machen.
Auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind bereits über 800 Menschen dabei. Jeden Monat kommen mehr dazu.
Warum 10% spenden?
Die Welt ist voller Probleme
Weltweit gibt es unzählige schwerwiegende Probleme, die dazu führen, dass Menschen und Tiere leiden oder Gefahr laufen, in der Zukunft zu leiden. Immer noch leben global etwa 800 Millionen Menschen in extremer Armut und immer noch sterben jedes Jahr etwa 6 Millionen Kinder unter 15 an größtenteils vermeidbaren, armutsbedingten Ursachen. Der Klimawandel schreitet voran, und in der Massentierhaltung werden jährlich Milliarden Tiere unter oft qualvollen Bedingungen gehalten und getötet. Liberale Demokratien stehen unter Druck und technologischer Fortschritt bringt neben enormen Chancen auch gewaltige existenzielle Risiken mit sich – insbesondere durch Künstliche Intelligenz.
Effektives Spenden hat enormes Potenzial
Dank einer Vielzahl methodischer Innovationen in den letzten Jahrzehnten, wissen wir heute viel mehr darüber, welche Hilfsmaßnahmen funktionieren und welche nicht. So lässt sich auch die Kostenwirksamkeit von Non-Profit-Organisationen durch wissenschaftliche Studien und Analysen besser einschätzen, und zwischen einzelnen Organisationen vergleichen. Dabei zeigen sich große Unterschiede: Die besten Spendenprojekte bewirken mit jedem Euro bis zu 100-mal mehr als durchschnittliche Initiativen.
Diese Entwicklung gibt Hoffnung.
Es ist erstaunlich, wie viel Gutes wir durch die finanzielle Unterstützung besonders wirksamer Hilfsorganisationen tun können. Unsere Partnerorganisation GiveWell, die jährlich über 70.000 Arbeitsstunden darin investiert, die weltbesten Hilfsorganisationen zu finden, schätzt beispielsweise, dass bereits mit einer Spende von etwa 5.000 Euro das Leben eines Kindes vor dem Tod durch Malaria oder ähnlich gut vermeidbare Todesursachen gerettet werden kann.
Du bist in einer außergewöhnlich guten Position zu helfen
Im globalen und historischen Vergleich gehören die allermeisten Menschen in Mitteleuropa heute zu den privilegiertesten Menschen, die jemals gelebt haben.
Wenn du diesen Text liest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du mit deinem Einkommen zu den reichsten 5% der Welt gehörst oder bald gehören wirst. In Deutschland reicht dafür bei einem Single-Haushalt bereits ein monatliches Nettoeinkommen von 2.000 Euro. Damit läge dein Einkommen 9,3-mal höher als der globale Median.
Aufgrund dieser großen globalen Ungleichheit kannst du mit vergleichbar geringen Kosten für dich selbst erstaunlich viel Gutes für andere tun.
10% sind ein beträchtlicher Anteil und zweifellos mehr als die allermeisten Menschen spenden. Aber auf das Leben einer gut verdienenden Person haben 10% mehr oder weniger Einkommen im Großen und Ganzen keinen gravierenden Einfluss.
Was die Lebenszufriedenheit angeht, gilt oft sogar das Gegenteil. Viele Pledger berichten, dass ihr persönlicher finanzieller Verzicht durch den aus dem Spenden gewonnen Sinn deutlich überwogen wird. Sie empfinden den Pledge als Bereicherung ihres Lebens. Studien deuten in eine ähnliche Richtung.
Aber das Beste bleibt natürlich: Als Pledgerin kannst du im Lauf deines Lebens im wahrsten Sinn des Wortes zur Heldin werden und eine Vielzahl von Leben retten!
Wozu der öffentliche Pledge?
Die eigenen Werte wirklich leben
Wir Menschen sind – in aller Regel – keine perfekt rationalen Wesen. Oft gibt es zwischen unseren Werten und unserem Handeln eine Lücke. Der Alltag kommt dazwischen, weniger wichtige Dinge sind immer dringender usw. Der 🔸10%-Pledge kann dabei helfen, diesen Value-Action-Gap beim Spenden langfristig zu schließen. Du nimmst dir einmal Zeit, um deine Werte zu reflektieren und wie du sie leben möchtest. Falls du dabei dazu kommst, dass du langfristig 10% deines Einkommens spenden möchtest, kannst du diese Absicht mit dem Pledge festhalten. Damit erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass du deinem Ziel langfristig treu bleibst (Stichwort value drift) und auch entsprechend handelst. Das gilt umso mehr, wenn du häufig mit anderen über deinen Pledge sprichst.
Eine Gemeinschaft Gleichgesinnter
Mit dem Pledge wirst du Teil einer Community von Menschen, denen es genauso wie dir ein starkes Anliegen ist, die Welt – rational und evidenzbasiert – zu einem besseren Ort zu machen. Für viele Pledger ist das sehr motivierend oder hilfreich dafür, die Motivation zum Engagement langfristig aufrechtzuerhalten. GWWC (und zum Teil auch wir bei Effektiv Spenden) bieten dafür verschiedene online und offline Formate zum Austausch.
Tue Gutes und rede darüber
Der Pledge kann außerdem ein toller Anlass sein, dein Engagement mit anderen zu teilen und sie dadurch vielleicht zu inspirieren, es dir gleichzutun. Gemeinsam können wir eine Welt schaffen, in der es zur kulturellen Norm wird, einen Teil des Einkommens an wirksame Hilfsorganisationen zu spenden.
Ist der Pledge etwas für dich?
Unser Hauptanliegen bei Effektiv Spenden ist, es einfacher und normaler zu machen, dass Menschen beim Spenden auf die Wirkung achten und besonders effektive Organisation unterstützen. Nur ein kleiner Teil unserer über 35.000 Spenderinnen und Spender hat bisher den 🔸10%-Pledge abgeschlossen und wir erwarten nicht, dass sich das ändern wird.
Dennoch: Wir halten den 🔸10%-Pledge für eine tolle Sache und haben auch in unserem Team mehrere Pledger.
Sprich uns gern persönlich an, wenn du dich für den Pledge interessiert und noch Fragen dazu hast.
Neben dem 🔸10%-Pledge bietete GWWC noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten:
- zum Ausprobieren den 🔹Trial Pledge, wo du für einen von dir festgelegten Zeitraum (6 Monate bis 5 Jahre) einen von dir bestimmten Prozentsatz deines Einkommens spendest (mindestens jedoch 1%),
- den Further Pledge, wo du alles über einem bestimmten von dir festgelegten Betrag spendest, und
- für Unternehmer den Company Pledge, wo deine Firma 10% ihrer Gewinne spendet. (Falls du dich dafür interessierst, könnte auch der Founders Pledge für dich interessant sein, wo du als Gründer pledgen kannst, einen bestimmten Teil deiner künftigen Erlöse aus einem Unternehmensverkauf zu spenden.)
Häufige Fragen zum 🔸10%-Pledge
Was genau ist der 🔸10%-Pledge?
Der 🔸10%-Pledge ist ein öffentliches, rechtlich nicht bindendes Commitment, für den Rest deines Lebens mindestens 10% deines Einkommens an hochwirksame Hilfsorganisationen zu spenden. Falls du vermögend bist oder wirst, hast du die Möglichkeit, dies bei deinem Pledge zu berücksichtigen.
Ist der Pledge rechtlich bindend?
Nein, der Pledge ist nicht rechtlich bindend und du hast die Möglichkeit, davon zurückzutreten. Es handelt sich jedoch um ein ernsthaftes moralisches Versprechen, so dass wir empfehlen, es vorab gründlich zu bedenken und nur abzugeben, wenn du dir ganz sicher bist.
Warum gerade 10%?
Die 10% sind als guter Kompromiss gedacht zwischen Ambition und Machbarkeit: Es ist ein signifikanter Teil des Einkommens, der die Bedeutung der Probleme in der Welt und die Notwendigkeit wirklichen Handelns anerkennt, und gleichzeitig für die meisten Menschen in wohlhabenden Ländern zu schaffen.
Die 10% haben auch eine starke historische Verbindung zur Idee des Zehnt, einer Tradition im Judentum und im Christentum, 10% des Einkommens für wohltätige Zwecke oder die Kirche abzugeben. Im Islam gibt es eine ähnliche Praxis, die Zakāt, bei der diejenigen, die dazu in der Lage sind, zwischen 2,5 % und 20 % ihres Vermögens an diejenigen abgeben, die weniger wohlhabend sind.
Mehr zum Thema liest du in unserem Blogartikel Wie viel soll ich spenden?
10% vom Brutto- oder Nettoeinkommen?
Wenn du deine Spenden steuerlich absetzen kannst, wie es etwa der Fall ist, wenn du aus Deutschland, Österreich, Tschechien oder der Schweiz über Effektiv Spenden spendest, gelten normalerweise 10% des Bruttoeinkommens. Andernfalls gelten 10% des Nettoeinkommens.
An welche Organisationen kann ich spenden?
Die Idee des Pledges ist, nachgewiesenermaßen wirksame Hilfsprojekte zu unterstützen. Sowohl Effektiv Spenden als auch Giving What We Can kuratieren ein Portfolio von Organisationen, die diesem Anspruch auf jeden Fall gerecht werden. Letztlich ist es aber deinem Urteil überlassen, welche gemeinnützigen Projekte du unterstützt. Wichtig ist nur, dass du ehrlich überzeugt bist, dass es sich dabei um eine der wirksamsten Optionen handelt.
Wird überprüft, ob ich wirklich spende?
Nein, das ist völlig dir selbst überlassen. Du hast bei GWWC allerdings die Möglichkeit, in einem Onlineportal für dich selbst über deine Spenden Buch zu führen.
Was passiert, wenn ich kein Einkommen mehr habe?
Wenn du einmal kein oder deutlich weniger Einkommen haben solltest, weil du z.B. deinen Job verlierst oder studierst, gilt dein Pledge auch als erfüllt, wenn du nur 1% deines verfügbaren Einkommen spendest (also nach Abzug deiner Fixkosten). Wenn du in Rente gehst, kannst du selbst entscheiden, ob du weiter spendest oder den Pledge als vollendet betrachtest.
Was ist das Verhältnis von Effektiv Spenden und Giving What We Can?
Effektiv Spenden und Giving What We Can sind befreundete Organisationen. Wir arbeiten zusammen, sind aber völlig unabhängig voneinander. Wir bewerben den 🔸10%-Pledge von GWWC, weil wir inhaltlich hinter ihm stehen. Wir erhalten dafür weder direkte noch indirekte Vergütungen.
Spenden über Effektiv Spenden können in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz von der Steuer abgesetzt werden. Direkt über GWWC ist das nicht möglich.