Armut nimmt wieder zu

In den vergangenen drei Jahrzehnten konnten mehr als 1 Milliarde Menschen der extremen Armut entkommen. COVID-19 hat diesen positiven Trend jedoch beendet. Stattdessen kehrte sich die Entwicklung sogar um. Laut der Weltbank ist die Zahl der Menschen, die unterhalb der extremen Armutsgrenze leben, allein im Jahr 2020 um über 70 Millionen auf mehr als 700 Millionen Menschen gestiegen.[1]  Damit lebte in 2020 weltweit fast jeder zehnte Mensch in extremer Armut, also von weniger als $2,15 am Tag.[2]

Spenden wirkt

Spenden können einen wichtigen Beitrag leisten, um Menschen in extremer Armut zu unterstützen. Die Wirksamkeit der unterstützten Hilfsorganisation macht dabei aber einen großen Unterschied. Während die meisten Menschen davon ausgehen, dass es kaum Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen Hilfsorganisationen gibt, sind die besten Organisationen tatsächlich mehr als 100-mal wirksamer als der Durchschnitt.[3] Dafür gibt es insbesondere zwei Gründe.

1. Jeder Euro erreicht in Entwicklungsländern mehr.

Die meisten Menschen stimmen der Aussage zu, dass jedes Menschenleben gleich viel wert ist. Konsequent zu Ende gedacht, kann man in einem sehr armen Land mit dem gleichen Betrag „automatisch“ sehr viel mehr erreichen als in einem sehr reichen Land. So beträgt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kenia nur 9% von dem in Deutschland. In Malawi sind es weniger als 3%.

Durch dieses enorme Wohlstandsgefälle und die starke Kaufkraft des Euro ist es in diesen Ländern möglich, für weniger als 1 € ein Schulkind von gesundheitsgefährdenden Parasiten zu befreien oder für weniger als 4 € ein Moskitonetz zu verteilen, das zuverlässig vor Malaria schützt. Beides sind Maßnahmen, die das Leben der Betroffenen nicht selten retten, in jedem Fall aber verbessern, und die in Industrieländern glücklicherweise nicht mehr notwendig sind.

2. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Ein Beispiel: Das am Massachusetts Institute of Technology angesiedelte Forschungsinstitut J-PAL Poverty Action Lab hat die Kosteneffektivität verschiedener Maßnahmen zur Steigerung der Teilnahme von Kindern am Schulunterricht verglichen.[4] Dazu wurden 58 randomisierte Studien aus 28 Ländern in Afrika, Asien, und Lateinamerika untersucht. 

Dabei zeigte sich: Gesundheitsmaßnahmen, die die Häufigkeit der Erkrankungen von Schülern verringern, gehören zu den wirksamsten Möglichkeiten, die Schulbeteiligung zu erhöhen. $100 für kostenlose Schuluniformen führten in Kenia zu 0,09 zusätzlichen Schulbesuchsjahren. $100 für Stipendien steigerten den Schulbesuch um 0,15 Jahre. 

Wurden die $100 jedoch in schulbasierte Entwurmungsprogramme investiert, wurden damit 11,9 zusätzliche Schuljahre für die Kinder gewonnen. Mit dem selben Betrag konnte also eine 80- bzw. mehr als 100-mal höhere Wirkung erzielt werden. Denn: Wer durch Krankheit am Schulbesuch gehindert wird, dem nützen auch Stipendien oder Schul­uniformen nichts.

Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt

Wir haben es also mit zwei sehr mächtigen Hebeln zu tun: Erstens dem Kaufkraftvorteil unserer Euro in sehr armen Ländern. Und zweitens dem Erkenntnisgewinn durch wissenschaftliche Studien. Wenn wir beides miteinander verbinden, können wir die Wirkung unserer Spende um mehr als das 100-fache steigern.

Möglich wird dies insbesondere durch systematische Forschung im Rahmen der Entwicklungsökonomie. Für ihre Arbeiten zur Wirksamkeit verschiedener Ansätze in der Entzwicklungszusammenarbeit erhielten die drei Ökonomen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer in 2019 sogar den Wirtschaftsnobelpreis.[5]

Basierend auf ihren sowie einer Vielzahl weiterer Forschungsarbeiten untersuchen renommierte Forschungsinstitute wie etwa GiveWell sowohl Hilfsmaßnahmen als auch einzelne Hilfsorganisationen auf ihre Wirksamkeit und Kosteneffektivität. Auf diese Untersuchungen stützen wir unsere Empfehlungen.

Deine persönliche Beratung

Wer spendet, möchte etwas bewirken. Wir helfen Dir gerne dabei, die größtmögliche Wirkung zu erzielen, entsprechend Deiner Vorstellungen und Werte. Vereinbare einfach einen Termin für Deine persönliche Beratung.

Anne Schulze,
Gründerin & Geschäftsführerin

Deine persönliche Beratung

Wer spendet, möchte etwas bewirken. Wir helfen Dir gerne dabei, die größtmögliche Wirkung zu erzielen, entsprechend Deiner Vorstellungen und Werte. Vereinbare einfach einen Termin für Deine persönliche Beratung.

Anne Schulze,
Gründerin & Geschäftsführerin

Häufige Fragen

Wie viel soll ich spenden?

Wie viel Du spenden möchtest, ist im Endeffekt natürlich Deine ganz eigene, persönliche Entscheidung, aber vielleicht findest Du in dem Artikel „Wie viel soll ich spenden?“ oder „Warum und wie ich spende“ ein paar Inspirationen.

Kann ich meine Spende von der Steuer absetzen?

Ja, Du kannst Deine Spende in Deutschland und der Schweiz von der Steuer absetzen, auch wenn die empfohlenen Organisationen ihren Sitz im Ausland haben. Eine Spenden­bescheinigung für alle Deine Spenden schicken wir Dir automatisch Ende Februar des Folgejahres per E-Mail. Du musst nichts weiter tun.

Ich möchte nicht online spenden, kann ich das Geld auch überweisen?

Sehr gerne kannst Du Deine Spende auch ganz klassisch überweisen. Nutze dafür bitte bei unserem Spendenformular unter „Zahlungsweise“ den Reiter „Überweisung“, hinterlege Deine Daten, die wir für die Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung ) benötigen, und registriere Deine Spende. Du erhältst dann eine E-Mail mit unserem Spendenkonto und einem Verwendungszweck, der es uns ermöglicht, Deine Spende richtig zuzuordnen, sobald Du die Spende überwiesen hast.

Welche Gebühren fallen an? Leitet Ihr meine Spende zu 100% weiter?

Wir leisten die Spendenverarbeitung gebührenfrei, d.h. wir behalten nichts von Deiner Spende für uns. Allerdings fallen z.B. Kreditkarten- oder PayPal-Gebühren der Zahlungs­anbieter an, mit denen wir zusammenarbeiten. Diese sind abhängig von der gewählten Zahlungsweise und berechnen sich wie folgt für Deutschland:

  • Überweisung: Innerhalb des SEPA-Zahlungsraums kostenfrei
  • SEPA-Lastschrift: 0,35 €
  • Kreditkarte: 1,2% + 0,25 € (bei europäischen Karten)
  • PayPal: 1,5% + 0,35 €

Als Zahlungsweise empfehlen wir daher bei Spenden mit Beträgen bis 10.000 € die von uns besonders leicht zu verarbeitende “SEPA-Lastschrift”. Für Beträge ab 10.000 € steht aus sicherheitstechnischen Gründen aktuell nur die Möglichkeit der “Überweisung” zur Verfügung.

Vergleichbare Gebühren würden auch bei einer direkten Spende an die jeweiligen Organisationen anfallen. Wir haben bereits mit allen Zahlungsanbietern verhandelt und besonders günstige Konditionen für gemeinnützige Organisationen erhalten.

Wir selbst finanzieren uns ebenfalls durch Spenden, allerdings komplett unabhängig.

Du kannst hier mehr dazu erfahren.

Wie kann ich meine Dauerspende verändern oder kündigen?

Wenn Du den Betrag Deiner Spende erhöhen oder verringern willst, melde Dich einfach per E-mail an info@effektiv-spenden.org bei uns. Gerne verändern wir auch die Organisationen/Projekte/Fonds, an die Du spendest, falls Du das wünschst. Zahlungsmittel können wir leider nicht ohne Weiteres verändern. Dafür ist eine Kündigung der Spende und eine darauffolgende Neueinrichtung nötig.

Kündigen kannst Deine Dauerspende jederzeit und ohne Angabe von Gründen. Schreibe uns dafür einfach ebenfalls eine formlose E-Mail an info@effektiv-spenden.org oder rufe uns an unter +49 (0)30 / 260 355 19.

Wie tragt Ihr Eure Kosten?

Effektiv Spenden wird von privaten Förderern ermöglicht. Durch diese Unterstützung können sämtliche Verwaltungskosten übernommen werden. Dies erlaubt es uns, Deine Spende an unsere Top-Organisationen vollständig weiterzuleiten. Wir freuen uns aber natürlich auch über Deine Spende an uns als Plattform. Mehr zu unserer Finanzierung findest Du hier.

Quellen

[1] ↑ Poverty and Shared Prosperity 2022. Weltbank. http://www.worldbank.org/en/publication/poverty-and-shared-prosperity. Oktober 2022.

[2] ↑ Die Weltbank hat die globalen Armutsgrenzen im September 2022 angepasst. Die neue Grenze für extreme Armut von $2,15 pro Person und Tag ersetzt die Armutsgrenze von $1,90. Weitere Informationen bietet die Weltbank in ihrem Fact Sheet: An Adjustment to Global Poverty Lines.

[3] ↑ Lucius Caviola et. al. Donors vastly underestimate differences in charities’ effectiveness. Judgment and Decision Making, Vol. 15, Nr. 4. https://journal.sjdm.org/20/200504/jdm200504.pdf. Oktober 2021.

[4] ↑ Deworming to increase school attendance. J-PAL. https://www.povertyactionlab.org/case-study/deworming-increase-school-attendance. Februar 2020. Siehe auch Roll Call: Getting Children into School. J-PAL Policy Bulletin. https://www.povertyactionlab.org/sites/default/files/publication/roll-call-getting-children-into-school.pdf. August 2017.

[5] ↑ Wirtschaftsnobelpreis geht an Armutsforscher. ARD alpha. https://www.ardalpha.de/wissen/nobelpreis/nobelpreis-2019-wirtschaftsnobelpreis-wirtschaft-100.html. Oktober 2019.