Armut nimmt wieder zu
In den vergangenen Jahrzehnten konnten beinahe 1,5 Milliarden Menschen der extremen Armut entkommen. Doch leider ist dieser Trend gerade dabei, sich umzukehren. So geht die Organisation Our World in Data davon aus, dass die Zahl der Menschen, die in extremer Armut lebt, von aktuell 832 Millionen bis 2040 auf 932 Millionen ansteigt.[1] Verstärkt wird diese Entwicklung dadurch, dass die staatliche Entwicklungszusammenarbeit gerade im Rekordtempo zusammengestrichen wird. Nachdem hier bereits 2024 ein Rückgang von 9% zu verzeichnen war, geht die OECD für dieses Jahr sogar von Kürzungen von bis zu 17% aus.[2]
Spenden wirkt
Spenden können einen wichtigen Beitrag leisten, um Menschen in extremer Armut zu unterstützen. Die Wirksamkeit der unterstützten Hilfsorganisation macht dabei aber einen großen Unterschied. Während die meisten Menschen davon ausgehen, dass es kaum Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen Hilfsorganisationen gibt, sind die besten Organisationen tatsächlich bis zu 100-mal wirksamer als der Durchschnitt.[3] Dafür gibt es insbesondere zwei Gründe.
1. Jeder Euro erreicht in Entwicklungsländern mehr.
Die meisten von uns stimmen der Aussage zu, dass jedes Menschenleben gleich viel wert ist. Wenn wir also Menschen helfen wollen, sollte es keine Rolle spielen, wo sie leben – ob in unserer Nachbarschaft oder im globalen Süden. Dort ist der Wohlstand aber viel geringer. So beträgt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kenia nur 9% des deutschen Wertes. In Malawi sind es weniger als 3%. Aufgrund dieser Kaufkraftunterschiede kann in einem sehr armen Land mit dem gleichen Betrag „automatisch“ sehr viel mehr für die Menschen erreicht werden als in einem sehr reichen Land.
Durch dieses enorme Wohlstandsgefälle und die starke Kaufkraft des Euro ist es in diesen Ländern möglich, für weniger als 1 € ein Schulkind von gesundheitsgefährdenden Parasiten zu befreien oder für weniger als 4 € ein Moskitonetz zu verteilen, das zuverlässig vor Malaria schützt. Beides sind Maßnahmen, die das Leben der Betroffenen nicht selten retten, in jedem Fall aber verbessern, und die in Industrieländern glücklicherweise nicht mehr notwendig sind.

2. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.
Ein Beispiel: Das am Massachusetts Institute of Technology angesiedelte Forschungsinstitut J-PAL Poverty Action Lab hat die Kosteneffektivität verschiedener Maßnahmen zur Steigerung der Teilnahme von Kindern am Schulunterricht verglichen.[4] Dazu wurden 58 randomisierte Studien aus 28 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika untersucht.

Dabei zeigte sich: Gesundheitsmaßnahmen, die die Häufigkeit der Erkrankungen von Schülerinnen und Schülern verringern, gehören zu den wirksamsten Möglichkeiten, die Schulbeteiligung zu erhöhen. $100 für kostenlose Schuluniformen führten in Kenia zu 0,09 zusätzlichen Schulbesuchsjahren. $100 für Stipendien steigerten den Schulbesuch um 0,15 Jahre.
Wurden die $100 jedoch in schulbasierte Entwurmungsprogramme investiert, wurden damit 11,9 zusätzliche Schuljahre für die Kinder gewonnen. Mit dem selben Betrag konnte also eine 80- bzw. mehr als 100-mal höhere Wirkung erzielt werden. Denn: Wer durch Krankheit am Schulbesuch gehindert wird, dem nützen auch Stipendien oder Schuluniformen nichts.
Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt
Wir haben es also mit zwei sehr mächtigen Hebeln zu tun: erstens dem Kaufkraftvorteil unserer Euro in sehr armen Ländern und zweitens dem Erkenntnisgewinn durch wissenschaftliche Studien. Wenn wir beides miteinander verbinden, können wir die Wirkung unserer Spende um das 100-Fache steigern.
Möglich wird dies insbesondere durch systematische Forschung im Rahmen der Entwicklungsökonomie. Für ihre Arbeiten zur Wirksamkeit verschiedener Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit erhielten die drei Ökonomen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer in 2019 sogar den Wirtschaftsnobelpreis.[5]
Basierend auf ihren sowie einer Vielzahl weiterer Forschungsarbeiten untersuchen renommierte Forschungsinstitute wie GiveWell sowohl Hilfsmaßnahmen als auch einzelne Hilfsorganisationen auf ihre Wirksamkeit und Kosteneffektivität. Auf diese Untersuchungen stützen wir unsere Empfehlungen.
Spendenfonds: Armut bekämpfen
Wir empfehlen unseren Spendenfonds: Armut bekämpfen als flexibelste und einfachste Möglichkeit, die vielversprechendsten Hilfsorganisationen zu unterstützen. Unser Fonds orientiert sich am „All Grants Fund” des renommierten Forschungsinstituts GiveWell. Mehr erfahren
Von uns empfohlene Hilfsorganisationen
Die von uns empfohlenen Hilfsorganisationen wurden umfassend auf ihre Wirksamkeit und Kosteneffizienz hin überprüft und sind nachweislich wirksam. Unsere ersten vier Empfehlungen sind die derzeit von GiveWell empfohlenen „Top Charities”. Zudem empfehlen wir zwei weitere hoch wirksame Hilfsorganisationen, die in der Vergangenheit von GiveWell ebenfalls als „Top Charities” empfohlen wurden.
Against Malaria Foundation
Mehr als 1.000 Kinder sterben täglich an Malaria. Die Against Malaria Foundation verteilt mit großem Erfolg Moskitonetze in Entwicklungsländern. Für lediglich ca. $5 schützt ein Moskitonetz 2 Menschen 2 Jahre lang vor Malaria. Mehr erfahren
Helen Keller Intl
Millionen Kinder sind in den vergangenen Jahrzehnten an den Folgen von Vitamin-A-Mangel gestorben oder erblindet. Helen Keller Intl unterstützt staatliche Massenverteilungsprogramme und kann ein gefährdetes Kleinkind für $1 mit einer hochdosierten Vitamin-A-Kapseln versorgen. Mehr erfahren
Malaria Consortium
Mehr als 1.000 Kinder sterben täglich an Malaria. Das Malaria Consortium rettet Leben durch vorbeugende Medikamente. Für unter $6 Dollar erhält ein Kind im südlichen Afrika für die komplette Regenzeit Schutz. Mehr erfahren
New Incentives
Impfungen gegen Krankheiten wie Diphtherie, Masern & Tuberkulose gelten als eine der kosteneffektivsten Gesundheitsmaßnahmen. New Incentives zahlt Familien im Nordwesten Nigerias bis zu 11.000 Naira, wenn sie ihre Kinder impfen lassen und verdoppelt so Impfquoten. Mehr erfahren
Deworm the World
Mehr als eine Milliarde Menschen sind mit Parasiten und Würmern infiziert. Deworm the World führt weltweit Entwurmungsprogramme für Kinder durch. Für lediglich einen Dollar kann ein Kind ein ganzes Jahr vor Würmern geschützt werden. Mehr erfahren
GiveDirectly
Noch immer leben über 800 Millionen Menschen in extremer Armut. GiveDirectly unterstützt sehr arme Menschen durch direkte, bedingungslose Geldtransfers. Studien zeigen, dass dies ein besonders nachhaltiger Weg ist, um extreme Armut zu überwinden. Mehr erfahren
Deine persönliche Beratung
Wer spendet, möchte etwas bewirken. Wir helfen dir gerne dabei, die größtmögliche Wirkung zu erzielen, entsprechend deiner Vorstellungen und Werte. Vereinbare einfach einen Termin für deine persönliche Beratung.
Anne Schulze,
Gründerin & Geschäftsführerin
Häufige Fragen
Wie viel soll ich spenden?
Wie viel du spenden möchtest, ist im Endeffekt natürlich deine ganz eigene, persönliche Entscheidung, aber vielleicht findest du in dem Artikel „Wie viel soll ich spenden?“ oder „Warum und wie ich spende“ ein paar Inspirationen.
Kann ich meine Spende von der Steuer absetzen?
Ja, du kannst deine Spende in Deutschland und der Schweiz von der Steuer absetzen, auch wenn die empfohlenen Organisationen ihren Sitz im Ausland haben. Eine Spendenbescheinigung für alle deine Spenden schicken wir dir automatisch Ende Februar des Folgejahres per E-Mail. Du musst nichts weiter tun.
Ich möchte nicht online spenden, kann ich das Geld auch überweisen?
Sehr gerne kannst du deine Spende auch ganz klassisch überweisen. Nutze dafür bitte bei unserem Spendenformular unter „Zahlungsweise“ den Reiter „Überweisung“, hinterlege deine Daten, die wir für die Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung ) benötigen, und registriere deine Spende. Du erhältst dann eine E-Mail mit unserem Spendenkonto und einem Verwendungszweck, der es uns ermöglicht, deine Spende richtig zuzuordnen, sobald du die Spende überwiesen hast.
Welche Gebühren fallen an? Leitet ihr meine Spende zu 100% weiter?
Wir leisten die Spendenverarbeitung gebührenfrei, d.h. wir behalten nichts von deiner Spende für uns. Allerdings fallen z.B. Kreditkarten- oder PayPal-Gebühren der Zahlungsanbieter an, mit denen wir zusammenarbeiten. Diese sind abhängig von der gewählten Zahlungsweise und berechnen sich wie folgt für Deutschland:
- Überweisung: Innerhalb des SEPA-Zahlungsraums kostenfrei
- SEPA-Lastschrift: 0,35 €
- Kreditkarte: 1,2% + 0,25 € (bei europäischen Karten)
- PayPal: 1,5% + 0,35 €
Als Zahlungsweise empfehlen wir daher bei Spenden mit Beträgen bis 10.000 € die von uns besonders leicht zu verarbeitende "SEPA-Lastschrift". Für Beträge ab 10.000 € steht aus sicherheitstechnischen Gründen aktuell nur die Möglichkeit der "Überweisung" zur Verfügung.
Vergleichbare Gebühren würden auch bei einer direkten Spende an die jeweiligen Organisationen anfallen. Wir haben bereits mit allen Zahlungsanbietern verhandelt und besonders günstige Konditionen für gemeinnützige Organisationen erhalten.
Wir selbst finanzieren uns ebenfalls durch Spenden, allerdings komplett unabhängig.
Du kannst hier mehr dazu erfahren.
Wie kann ich meine Dauerspende verändern oder kündigen?
Wenn du den Betrag deiner Spende erhöhen oder verringern willst, melde dich einfach per E-Mail an info@effektiv-spenden.org bei uns. Gerne verändern wir auch die Organisationen/Projekte/Fonds, an die du spendest, falls du das wünschst. Zahlungsmittel können wir leider nicht ohne Weiteres verändern. Dafür ist eine Kündigung der Spende und eine darauffolgende Neueinrichtung nötig.
Kündigen kannst deine Dauerspende jederzeit und ohne Angabe von Gründen. Schreibe uns dafür einfach ebenfalls eine formlose E-Mail an info@effektiv-spenden.org oder rufe uns an unter +49 (0)30 / 260 355 19.
Wie tragt ihr eure Kosten?
Effektiv Spenden wird von privaten Förderern ermöglicht. Durch diese Unterstützung können sämtliche Verwaltungskosten übernommen werden. Dies erlaubt es uns, deine Spende an unsere Top-Organisationen vollständig weiterzuleiten. Wir freuen uns aber natürlich auch über deine Spende an uns als Plattform. Mehr zu unserer Finanzierung findest du hier.
Quellen
[1] ↑ The end of progress against extreme poverty? Our World in Data. https://ourworldindata.org/end-progress-extreme-poverty. November 2025.
[2] ↑ Cuts in official development assistance. OECD. https://www.oecd.org/en/publications/cuts-in-official-development-assistance_8c530629-en/full-report.html. Juni 2025.
[3] ↑ Lucius Caviola et. al. Donors vastly underestimate differences in charities' effectiveness. Judgment and Decision Making, Vol. 15, Nr. 4. https://journal.sjdm.org/20/200504/jdm200504.pdf. Oktober 2021.
[4] ↑ Deworming to increase school attendance. J-PAL. https://www.povertyactionlab.org/case-study/deworming-increase-school-attendance. Februar 2020. Siehe auch Roll Call: Getting Children into School. J-PAL Policy Bulletin. https://www.povertyactionlab.org/sites/default/files/publication/roll-call-getting-children-into-school.pdf. August 2017.
[5] ↑ Wirtschaftsnobelpreis geht an Armutsforscher. ARD alpha. https://www.ardalpha.de/wissen/nobelpreis/nobelpreis-2019-wirtschaftsnobelpreis-wirtschaft-100.html. Oktober 2019.