COP28 ist zu Ende. Und was jetzt?

Foto des COP28-Geländes bei Nacht

Bereits im Vorfeld war die COP-Präsidentschaft der Vereinigten Arabischen Emirate heftig kritisiert worden. Herausgekommen ist nun (einmal mehr) ein Kompromiss – erstmals ruft die Weltgemeinschaft bei einer UN-Klimakonferenz zur Abkehr von fossilen Brennstoffen auf, das ist ein wichtiger Fortschritt. Gleichzeitig bleibt die Abschlusserklärung aber hinter dem von vielen geforderten klaren Ausstieg zurück. Für viele ist das Ergebnis daher eher enttäuschend.

Gerade die Zivilgesellschaft konnte auf dieser Klimakonferenz wieder wichtige Impulse setzen und wesentlich zu Fortschritten im Kampf gegen den Klimawandel beitragen. Das gilt nicht nur für den Verhandlungstext und das Ergebnis, sondern insbesondere auch für den Austausch und die Vernetzung, um die beschleunigte Umsetzung von Maßnahmen voranzutreiben, die jetzt auf nationaler Ebene folgen muss. Auch dafür bieten die UN-Klimakonferenzen eine gute Plattform.

Die hohe Aufmerksamkeit für das Thema auf der COP täuscht jedoch über eine große Herausforderung hinweg: Spenden für den Klimaschutz machen weltweit immer noch weniger als 2% des Spendenaufkommens von Privatpersonen und Stiftungen aus.

Dabei zeigen unabhängige Analysen, dass die vielversprechendsten Klimaschutz­organisationen pro gespendetem Euro 1 Tonne CO2 oder mehr reduzieren können. In extrem wichtigen (d.h. mit hohen Emissionen verbundenen), aber bisher stark vernachlässigten Themenfeldern gestalten diese Akteure die Rahmenbedingungen für eine klimafreundliche Transformation mit. Dies ist deutlich kostengünstiger und effektiver als Verhaltensänderungen oder Kompensationsangebote für Einzelpersonen, die im hiesigen Diskurs immer wieder genannt werden.

Dennoch werden Spenden kaum als Möglichkeit wahrgenommen, sich für mehr und besseren Klimaschutz zu engagieren. Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der die Spendenbereitschaft traditionell am höchsten ist, können wir alle einen wirksamen Beitrag leisten, um Maßnahmen für den Klimaschutz endlich zu beschleunigen – trotz aller Widerstände, die wir gerade auf der COP28 erlebt haben.

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Avatar von Sebastian Schienle

Gründer & Leitung Research

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