Klima schützen: Rückblick 2023

Im Jahr 2023 haben über 4.300 Spenderinnen und Spender über Effektiv Spenden unsere Empfehlungen und unseren Spendenfonds für effektiven Klimaschutz unterstützt. Dabei wurden insgesamt 3,9 Mio. € aus Deutschland und über CHF 850.000 aus der Schweiz gespendet. Vielen Dank für eure großartige und sehr großzügige Unterstützung der tollen, besonders wirksamen Arbeit, die die Organisationen leisten!

Wir haben die geförderten Organisationen um einen kurzen Rückblick auf das Jahr 2023 gebeten, den wir im Folgenden teilen möchten. Die Inhalte stammen von den jeweiligen Organisationen, das Effektiv Spenden-Team hat die Texte dann für euch auf deutsch übersetzt (wo nötig) und für den Blog leicht editiert.

Übersicht:

Future Cleantech Architects berichten

Die Unterstützung durch Effektiv Spenden hat es Future Cleantech Architects (FCA) ermöglicht, unsere Arbeit auf europäischer Ebene zu beschleunigen und den Hebel auf konkrete Gesetzgebungsprojekte zu vergrößern.

Hierzu zählt unter anderem die Verankerung von hocheffektiven, innovativen Technologien der erneuerbaren Stromerzeugung in aktueller EU-Gesetzgebung sowie den erheblichen Ausbau der spezialisierten Klimaschutz-Serie The Basics & The Gaps. Diese Serie informiert Politikschaffende auf höchster europäischer Ebene wissensbasiert, technologieagnostisch und unabhängig über die wesentlichen Innovationslücken in den schwierigsten Disziplinen des Klimaschutzes. Hierzu zählen etwa die Zementindustrie, die Luftfahrt oder der zukünftige Aufbau von langfristigen Speichertechnologien. Unsere FCA-ExpertInnen beraten Politikschaffende unabhängig dabei, welche konkreten politischen Schritte schneller technologische Lösungen entwickeln und nachhaltig implementieren können.

In diesem Rahmen hat uns die Unterstützung durch die SpenderInnen auf Effektiv Spenden ermöglicht, eigene Briefing-Formate in der europäischen Hauptstadt in unmittelbarer Nähe zum Parlament und der Kommission zu organisieren sowie die Ergebnisse dieser Analysen auch wieder zum Weltklimagipfel COP28 nach Dubai zu bringen.

Darüber hinaus konnten wir in diesem Jahr wieder erfolgreich unser Future Cleantech Festival – The ARC23 durchführen und mit über 250 ExpertInnen aus Politik, Industrie und der Innovationsszene die Herausforderungen in den am schwersten zu dekarbonisierenden Branchen diskutieren. Außerdem wurde die Sichtbarkeit von vernachlässigten Technologien in den Massenmedien deutlich erhöht. Eine von uns kuratierte Serie mit dem Handelsblatt zu solchen Technologien hat mittlerweile über 8 Millionen LeserInnen erreicht, Fernsehbeiträge in verschiedenen Formaten haben Spezialthemen wie die Langfristspeicherung von Energie oder die Hebel des internationalen Klimaschutzes beleuchtet.

In 2024 werden wir diese Arbeit weiter professionalisieren und ausweiten. Bereits im Januar hatten wir die Gelegenheit, im Rahmen des EU-US-Dialogs über die Gestaltung des transatlantischen grünen Marktplatzes in Washington D.C., eine Session zur Entwicklung und Skalierung von thermischen Energiespeichern zu veranstalten. Im Februar konnten wir die Ergebnisse unserer Arbeit zur Dekarbonisierung von Hochtemperaturprozessen bei der Münchner Sicherheitskonferenz vorstellen (Hier geht’s zu den detaillierten Zwischenergebnissen). Insgesamt werden wir weiterhin eng mit politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten und politische Briefings zu wichtigen Themen wie Zement, Langzeit-Energiespeicherung und Schiff- und Luftfahrt durchführen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Europawahl ist es uns ein Anliegen, den europäischen Rechtsrahmen mitzugestalten und die Entwicklung und Umsetzung klimaneutraler Technologien in kritischen Feldern zu unterstützen. Dies wird auch ein wesentlicher Schwerpunkt unseres Future Cleantech Festival 2024 und der fortgesetzten Medienkooperationen, etwa mit Handelsblatt und der n-tv podcast-Reihe sein. 

Martin Schifferings & Peter Schniering von Future Cleantech Architects
All rights reserved: Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR AöR)

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Das Good Food Institute berichtet

Alternative Proteine haben im Jahr 2023 einige wichtige Meilensteine erreicht: In den USA wurde kultiviertes Fleisch zum Verkauf zugelassen, und die kumulierten staatlichen Fördermittel haben weltweit die Marke von $1 Milliarde überschritten. Wenn wir aber die ganzen Vorteile alternativer Proteine für Menschen, Tiere und den Planeten erschließen wollen, sollten die staatlichen Mittel für die Erforschung und den Ausbau alternativer Proteine den gleichen Stellenwert haben wie die Mittel für erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge. 

Die zunehmenden Aktivitäten von GFI Europe auf nationaler Ebene konnten im Jahr 2023 beachtliche Fortschritte auf dem Weg zu diesem Ziel erzielen: Unser Team in Deutschland hat beispielsweise durch sein umfassendes Engagement bei wichtigen Regierungsvertretern wesentlich dazu beigetragen, die vom Bundestag angekündigten Pläne für Investitionen von 38 Mio. € im Jahr 2024 für die Wende hin zu pflanzlichen und anderen alternativen Proteinquellen zu gestalten.

Unsere Arbeit auf nationaler Ebene in Großbritannien trug dazu bei, dass im Jahr 2023 mehr Investitionen in alternative Proteine getätigt wurden als im gesamten vorangegangenen Jahrzehnt, einschließlich £12 Mio. für die Einrichtung des Cellular Agriculture Manufacturing Hub unter der Leitung der Universität Bath. 

Auf EU-Ebene kündigte EIT Food 1,2 Mio. € an Folgefinanzierung für drei Stipendiaten des GFI Europe’s Cultivated Meat Innovation Challenge an, die wir in Partnerschaft mit EIT Food durchgeführt haben. Die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender für das GFI Research Grant Program  hat es vielversprechenden Forschungsprojekten in einem frühen Stadium ermöglicht, Zugriff auf diese größeren öffentlichen Fördertöpfe zu bekommen. 

GFI finanzierte 13 neue Forschungsprojekte auf der ganzen Welt, die sich mit Innovationsprioritäten wie Extrusionsverfahren und der Entwicklung von Zellkulturen für Meeresfrüchte befassen. 24 neue Chapter schlossen sich dem Alt Protein Project an, das Studenten ermöglicht, Innovation und Bildung in diesem Bereich an Universitäten weltweit voranzutreiben. Europäische Chapter wurden in Portugal, der Schweiz und Großbritannien gegründet. 

Im Jahr 2023 wurden alternative Proteine auch zu einem wichtigen Bestandteil der weltweiten Anstrengungen für Klimaschutz. GFI war dabei als Mitveranstalter von Events auf Konferenzen wie dem AIM for Climate Summit und der Weltklimakonferenz COP28 vertreten.  

Das UN-Umweltprogramm veröffentlichte seinen bahnbrechenden Bericht „What’s Cooking“ (Hier unsere einseitige Zusammenfassung) mit wichtigen Beiträgen von GFI, und der führende Think Tank Center for Strategic and International Studies veröffentlichte „The Future Appetite for Alternative Proteins“, in dem die Forderung von GFI nach staatlicher Finanzierung aufgegriffen und alternative Proteine als Schlüsselindustrie anerkannt werden, die neben erneuerbaren Energien Priorität haben sollte.  

Im Jahr 2024 wird GFI den bisher erreichten Schwung weiter ausbauen, um den Sektor weiter zu unterstützen, die Forschergemeinschaft weiter auszubauen, sich für mehr öffentliche Mittel einzusetzen und faire Regulierungspfade auf der ganzen Welt einzufordern. Hier in Europa investieren viele Regierungen dank unserer „Lobbyarbeit“ die Wende hin zu alternativen Proteinquellen, und es besteht das Potenzial, die verfügbaren F&E-Mittel drastisch zu erhöhen. Gleichzeitig drohen jedoch wachsende Widerstände Innovationen zu ersticken und Länder von den wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen alternativer Proteine auszuschließen: Ein in Italien eingeführtes Verbot von kultiviertem Fleisch wurde von einzelnen Ministerien in anderen EU-Mitgliedstaaten mit Interesse verfolgt. Unser Team wird seine Programme auf nationaler Ebene weiter ausbauen – 80 % der europäischen F&E-Mittel werden auf nationaler Ebene verteilt – und gleichzeitig daran arbeiten, Fehlinformationen strategisch entgegenzuwirken und sich für weitere Innovationen und Fortschritte auf EU-Ebene einzusetzen.

Unser 2023 in Zahlen

  • 10.000 Innovatoren aus über 70 Ländern im Jahr 2023 zusammengebracht (siehe z.B. auch unser Video eines Panels von der GFI 2023 Good Food Conference
  • 20.000 Stakeholder bei Veranstaltungen auf der ganzen Welt über das Potenzial alternativer Proteine informiert
  • 42 Berichte und peer-reviewed Papers veröffentlicht
  • 24 neue Universitäts-Chapter aus 11 Ländern als Teil des Alt Protein Projects begrüßt
  • 13 Forschungsprojekte mit GFI-Fördermitteln unterstützt
  • 3.400 GFI-Mediennennungen und Zitate, die alternative Proteine hervorheben 
  • 3.250 Mitglieder in der GFIdeas-Community, einem globalen Netzwerk für Unternehmer, Wissenschaftler, Studenten und Fachleute, die Innovation in alternativen Proteinen vorantreiben.

Weiterführende Information zu Highlights in 2023

Das Team von gfi

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Die Clean Air Task Force berichtet

Mit der Unterstützung unserer Förder konnte die Clean Air Task Force (CATF) im Jahr 2023 mehrere wichtige Erfolge erzielen, die den Übergang zu einer emissionsfreien Zukunft vorantreiben und uns für weitere Erfolge im Jahr 2024 und darüber hinaus positionieren. 

In Europa hat sich die Europäische Union in 2023 auf eine Verordnung geeinigt, die den Ausstoß von Methan, einem weitaus stärkeren Treibhausgas als CO2, sowohl für in der EU produziertes als auch für importiertes Erdgas begrenzt. Dafür haben wir uns in einer erfolgreichen Kampagne eingesetzt. Diese Maßnahme wird die weltweiten Methanemissionen aus der Öl- und Gasförderung um ein Drittel reduzieren und Gesundheitsschäden bei 10 Millionen Menschen verhindern.

Darüber hinaus setzen wir uns bei CATF seit langem dafür ein, dass die EU eine Kohlenstoffmanagementstrategie verabschiedet. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich verpflichtet, eine solche Strategie zur Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung bis zum Ende ihrer Amtszeit zu veröffentlichen, um die Dekarbonisierung der Schwerindustrie zu ermöglichen. Diese wurde nun am 6. Februar 2024 veröffentlicht.

Schließlich konnten wir den Maßstab für die Nationalen Energie- und Klimapläne (NECP) der EU-Mitgliedstaaten setzen, um Europas Planungslücke für emissionsfreie Technologien bis 2030, 2040 und 2050 zu schließen. Die Ergebnisse wurden unter anderem in The Guardian hervorgehoben.

In den USA haben wir uns erfolgreich für einen Vorschlag zum Clean Air Act eingesetzt, der sicherstellt, dass die am stärksten verschmutzenden Kohle- und Erdgaskraftwerke des Landes ihre Emissionen um 90% reduzieren. Außerdem konnten wir dazu beitragen, dass US-Bundesbehörden $1 Mrd. an Mitteln für die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz sauberer Technologien zur Stromerzeugung zur Verfügung stellen. Auf bundesstaatlicher Ebene haben wir darauf hingewirkt, dass in Minnesota und Michigan Gesetze verabschiedet wurden, die 100% CO2-freien Strom vorschreiben. Und in Illinois hat CATF  gemeinsam mit anderen darauf hingearbeitet, ein Moratorium für die Entwicklung neuer Kernkraftwerke zu kippen.  

Auf der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai bemühten wir uns u.a. um eine starke politische Unterstützung für die Kernenergie und trugen dazu bei, dass erstmals ein Treffen auf Ministerebene zum Thema Kernenergie stattfand, dass mehr als 24 Länder und mehr als 120 Unternehmen eine Erklärung zur Verdreifachung des Ausbaus der Kernenergie abgaben, und dass die Kernenergie erstmals überhaupt in einer COP-Abschlusserklärung als wichtige Technologie erwähnt wurde. Auch in Europa spielte CATF eine wichtige Rolle, um die Aufnahme der Kernenergie in die Liste der qualifizierten Technologien zur Dekarbonisierung der Schwerindustrie voranzutreiben.

Das gesamte CATF-Team ist bestrebt, diese Dynamik zu nutzen, damit wir in 2024 eine noch größere Wirkung erzielen können. Dazu werden wir u.a.:

  • den Austausch zu optionsbasierten Klimastrategien mit europäischen Entscheidungsträgern im Kontext nationaler Wahlen in EU-Mitgliedsstaaten vertiefen und ausweiten;  
  • die Politik in den USA sowohl auf bundesstaatlicher als auch auf nationaler Ebene vorantreiben, um sicherzustellen, dass die USA über die erforderliche Infrastruktur für saubere Energien verfügen; 
  • Energie-, Industrie- und Regierungsakteure in ganz Subsahara-Afrika zusammenbringen, um eine Vision für ein robustes Stromnetz zu entwickeln, das den Übergang zu sauberen Energiequellen ermöglicht. 
  • eine Kampagne starten, um das Ziel einer Verdreifachung der weltweiten Kernkraftkapazitäten zu erreichen. 
  • die Umsetzung der EU-Norm für Methanimporte durch eine Kampagne vorantreiben und und politische Maßnahmen auf globaler Ebene unterstützen, um so schnell wie möglich drastische Emissionsreduktionen zu erreichen.
Lee Beck & Armond Cohen

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Carbon180 berichtet

Das Jahr 2023 war geprägt von einem enormen Wachstum im Bereich des Carbon Removal (also der Kohlenstoffsequestrierung), sowohl im politischen Diskurs als auch im Privatsektor. Dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender, auch über Effektiv Spenden, konnte Carbon180 sein Team mit Expertinnen und Experten verstärken, die einflussreiche Berichte verfassen, den politischen Diskurs lenken und sicherstellen, dass Carbon Removal eine effektive, faire und skalierbare Lösung ist. Hier einige Highlights aus dem zweiten Halbjahr 2023:

CALDAC und Regional Direct Air Capture (DAC) Hubs: Das historische DAC-Hub-Programm des US-Energieministeriums (DOE) ist ein $3,5 Mrd. schwerer Sprung in Skalierung von Carbon Removal im Gigatonnen-Maßstab. Carbon180 ist Partner in der Community Alliance for Direct Air Capture (CALDAC), einem Zusammenschluss von Organisationen, die vom DOE ausgewählt wurden, um die Machbarkeit eines DAC-Hubs im kalifornischen Central Valley zu untersuchen. Im Rahmen dieser Koalition wird sich Carbon180 insbesondere auf den Aufbau von mit lokalen Gemeinden und die Entwicklung von Bildungsmaterialien konzentrieren. Sollte das Projekt weiter voranschreiten, werden wir die Entwicklung eines Community Benefit Plans leiten. Unsere Arbeit in der ersten Phase dieses zweijährigen Projekts wird sich auf die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeindegruppen konzentrieren, beginnend mit der Umweltgerechtigkeitsbewegung, um ihre Interessen, Visionen und Ziele für einen potenziellen Hub in ihrer Region zu identifizieren. Wir haben Blogbeiträge über unsere Bemühungen zur Einbindung von Gemeinden und über die nächsten Schritte für die DAC-Hubs geschrieben.

Kohlenstoff im Boden und das US-Agrargesetz (Farm Bill): Der Coordination for Soil Carbon Research and Monitoring Act ist eine willkommene Ergänzung zu der Reihe von Gesetzesentwürfen, die Carbon180 im Vorfeld der Neuverhandlung und -verabschiedung der Farm Bill unterstützt. Der Gesetzentwurf ergänzt den Advancing Research on Agricultural Climate Impacts (ARACI) Act, um die Kohlenstoffbindung im Boden in einer wissenschaftlich fundierten und Produzenten-orientierten Weise zu erreichen. Zusammen bringen diese beiden Gesetzesvorlagen die Kernempfehlungen unseres Soil Carbon Moonshot Reports in eine umsetzbare Gesetzgebung. Um tatsächlich einen Moonshot zu landen und das volle Potenzial der Kohlenstoffbindung im Boden auszuschöpfen, brauchen wir den koordinierten, organisierten und vorausschauenden Ansatz, den diese Gesetzesentwürfe bieten.

Thought Leadership: In der zweiten Jahreshälfte 2023 veröffentlichte Carbon180 zwölf Blogs, ein Whitepaper über die Förderung der Agroforstwirtschaft durch die kommende US Farm Bill (in Zusammenarbeit mit der Agroforestry Coalition) und ein Fact Sheet zu Biokohle. Außerdem haben wir  unseren Carbon Removal Funding Tracker eingeführt, ein interaktives Tool, mit dem man die staatliche Finanzierung für CDR in den USA über die Jahre hinweg verfolgen kann, und das nach Ministerium und Art des CDR gefiltert werden kann. Darüber hinaus haben unsere Experten mit mehr als 60 Reportern gesprochen und wurden in 30 Artikeln und Podcasts erwähnt. Einige Beispiele aus 2023 sind:

Unsere Prioritäten für 2024

Im Jahr 2024 wird Carbon180 weiterhin seine Rolle als werteorientierter Gestalter des Carbon Removal-Feldes wahrnehmen, indem wir Stakeholder aus Zivilgesellschaft, Umweltgerechtigkeitsbewegung, Arbeitnehmer, Industrie und Politik auf formellem und informellem Weg zusammenbringen, vernetzen und inhaltlich herausfordernZu den zahlreichen Initiativen und Projekten, an denen wir bis 2024 arbeiten, gehören die folgenden Kernelemente:

  • Wir werden unsere Arbeit zu natürlichen Kohlenstoffsenken in der Landwirtschaft vertiefen, indem wir verschiedene Maßnahmen planen und durchführen, die Landwirte, Viehzüchter und andere Landnutzer in den gesamten USA einbeziehen.
  • Wir werden eine Vision für die US-Bundespolitik entwickeln, die eine Regulierung nach dem Verursacherprinzip vorsieht und die großen industriellen Verursacher von CO2-Emissionen verpflichtet, ihre Restemissionen durch hochwertiges Carbon Removal zu neutralisieren. 
  • Wir werden uns weiterhin auf die Aufklärung zu CDR konzentrieren und große Informationslücken, Fehlinformationen und allgemeine Unkenntnis über CDR beseitigen. Wir haben festgestellt, dass Bildung sowohl ein Vorläufer als auch ein wesentlicher Bestandteil einer fairen und umfassenden Einbindung der lokalen Bevölkerung ist. Dies beinhaltet auch den Start unserer zweiten Kohorte von Environmental Justice Regrantees, die auf den Erkenntnissen und Lernerfahrungen unserer ersten Kohorte aufbaut.
Patrick Sanders

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Spendenfonds: Klima schützen

Mit einem Teil der Spenden aus unserem Spendenfonds unterstützen wir Programme, die wir gemeinsam mit unseren Partnern als besonders erfolgversprechend und effektiv identifiziert haben, die wir aber nicht als Top-Organisation empfehlen. Im Jahr 2023 haben wir aus dem Spendenfonds neben unseren Top-Empfehlungen Future Matters, GermanZero und das China Carbon Neutrality Project des Institute of Energy, Environment and Economy an der Tsinghua Universität in China gefördert.

Future Matters berichtet

Future Matters unterstützt wichtige Akteure im Klimaschutz – darunter NGOs, Think Tanks und politische Entscheidungsträger – durch Forschung und Politikberatung dabei, die effektivsten politischen Maßnahmen zum Klimaschutz zu identifizieren und in die politische Umsetzung zu bringen.

In mehrmonatiger Forschungsarbeit haben wir acht besonders wirksame politische Maßnahmen identifiziert, mit denen die EU weltweit Klimaschutz vorantreiben kann. Diese Arbeit hatte Effektiv Spenden im Jahr 2023 gemeinsam mit Doneer Effectief und Founders Pledge mit Mitteln aus dem Klimaschutz-Fonds unterstützt. In der systematischen Studie haben wir unter anderem fünf globale Emissionsdatensätze mit mehr als 22 Mio. Datenpunkten analysiert und Interviews mit mehr als 100 Experten aus führenden Institutionen geführt, wie z.B. dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Außerdem haben wir mit mehr als einem Dutzend politischen Klima-Entscheidungsträgern der EU gesprochen. Unser Forschungsbericht mit der vollständigen Bewertung, Methodik, und allen Details zu den Empfehlungen wird Mitte April veröffentlicht.

Als nächsten Meilenstein planen wir bei Future Matters, die Maßnahmenvorschläge in den 5-Jahres-Plan der neuen EU-Kommission einzubringen, der in diesem Jahr entstehen wird. Schon seit Monaten arbeiten wir daran, bereits vor Publikation des Berichts für die einzelnen Empfehlungen zu werben und Unterstützer des Projekts in den EU-Institutionen zu gewinnen. In dieser ebenfalls von Effektiv Spenden geförderten Arbeit konnten wir seitdem bedeutende Erfolge erzielen. Besonders möchten wir den erfolgreichen Aufbau von Beziehungen zu Schlüsselpersonen innerhalb der EU-Kommission hervorheben, u.a. zum Generaldirektor und den thematisch zuständigen Direktoren bei der EU-Generaldirektion Klima (dem „EU-Klimaministerium“), zum EU-Verhandlungsführer auf den COP-Konferenzen und zu ehemaligen EU-Spitzenpolitikern als respektierten Befürwortern des Projekts. Zudem entwickeln wir zielgruppenspezifische Materialien für die einflussreichsten Brüsseler Thinktanks und zivilgesellschaftlichen Organisationen und planen eine Reihe von Webinaren und Veranstaltungen, um die Empfehlungen und die dahinter stehende Denkweise auch für die Klimaphilanthropie zugänglich zu machen. Auch eine nun vereinbarte Partnerschaft mit einem renommierten Institut für EU-Umweltpolitik – für eine Auftaktveranstaltung in Brüssel sowie gemeinsame Verbreitung der EU-Maßnahmenempfehlungen – zeigt die Anerkennung, die unsere Arbeit in kurzer Zeit gefunden hat.

Justus Baumann & Vegard Beyer

GermanZero berichtet

Was uns bei GermanZero Mut macht, sind die vielen Beispiele für gelebte Demokratie und bürgerliches Engagement von unseren vielen hundert Aktiven, die zeigen, wie viel jede:r von uns bewirken kann – insbesondere, wenn wir uns zusammenschließen.

Unsere Highlights des Jahres 2023:

  • Starke Marke: Früh im Jahr haben wir LocalZero als Marke unter dem Dach von GermanZero eingeführt, um unseren Einsatz für klimaneutrale Städte noch wirksamer zu organisieren und zu kommunizieren.
  • Unaufhaltsame Bewegung: In elf weiteren Städten haben sich LocalZero-Teams gegründet, drei Städte haben Klimaneutralitätsbeschlüsse gefasst.
  • Lebendige Demokratie für wirksamen Klimaschutz: Im April haben wir gemeinsam mit Together for Future und der Bürgerlobby Klimaschutz den ersten bundesweiten Tag der Klimademokratie veranstaltet. 74 Bundestagsabgeordnete und 1.000 Bürger:innen haben sich beteiligt, über 170 Organisationen haben sich unserem Bündnis angeschlossen.
  • Messlatte für die Bundespolitik: Mit der Veröffentlichung des Klimanotstandspakets haben wir ein starkes Signal an die Bundespolitik gesendet: 39 hochwirksame Klimaschutzmaßnahmen können bereits zwei Drittel der Emissionsminderungen bewirken, die wir für eine pariskonforme Klimapolitik brauchen.
  • Konstruktiver Dialog: In 70 Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten haben wir unsere konstruktiven Lösungen dargelegt und unsere Kontakte vertieft.
  • Reform von Subventionen: In vier Roundtable-Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten haben wir für den Abbau klimaschädlicher Subventionen geworben und eine gute Arbeitsbasis etabliert. Gestartet wurde die Initiative mit einem parlamentarischen Frühstück im Bundestag Anfang des Jahres.
  • Transparenz in Kommunen: LocalZero hat ein Monitoring-Tool gelauncht, das den Fortschritt einer Kommune zur Klimaneutralität öffentlich und transparent abbildet. Das Tool wurde von vier Pilotkommunen getestet und wird nun von bereits 12 LocalZero-Teams genutzt.
  • Mit Rat zur Tat: Unsere sieben Klimavisionär:innen haben in diesem Jahr 35 kommunale Beratungen durchgeführt.
  • Zunehmend stark auf Länderebene: Neu formierte LocalZero-Landesgruppen in Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen fordern Klimaschutz als Pflichtaufgabe in den Landesgesetzen. NiedersachsenZero war hier bereits erfolgreich und hat mitbewirkt, dass eine neue Klimaschutzaufgabe ins Niedersächsische Klimaschutzgesetz aufgenommen wurde.
  • Weiter wachsendes Engagement: Und was uns zum Abschluss ganz besonders freut: 2023 haben wir rund 240 neue Ehrenamtliche für unsere Mission gewinnen können, die sich nun mit GermanZero für ein klimaneutrales Deutschland einsetzen!

In 2024 werden wir das Erfolgsrezept von LocalZero unter anderem um ein Maßnahmenpaket erweitern, um weitere Städte und Gemeinden auf den Weg zur Klimaneutralität zu bringen. Gleichzeitig bereiten wir uns auf Bundestagswahlkampf 2025 vor, um Klimaschutz endlich zum Thema oberster Priorität zu machen. Auf die nächsten Monate kommt es an!

Begüm Tus

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