Unsere Spendenfonds verfolgen ein Ziel: gemeinnützige Projekte zu ermöglichen, die mit jedem deiner Spendeneuros möglichst viel Gutes bewirken – z.B. in der Bekämpfung extremer Armut, im Klimaschutz oder im Tierschutz. Wissenschaftlich fundiert, international und konsequent priorisiert.
Seit Juni 2025 bieten wir vier unserer Spendenfonds – Armut bekämpfen, Klima schützen, Tierleid verringern und Zukunft bewahren – auch in Österreich an, über unseren spendenbegünstigten Verein Effektiv Spenden Österreich. Hier erfährst du alles zum ersten Entwicklungshilfeprojekt, das wir so auf den Weg gebracht haben.
Babys impfen in Nigeria
Kurz gesagt: Das Projekt trägt dazu bei, Kinderleben in Nordnigeria zu retten – durch flächendeckende Impfungen gegen Masern, Polio und Tuberkulose im ersten Lebensjahr.
Unser Partner New Incentives unterstützt von extremer Armut betroffene Eltern mit kleinen Geldbeträgen dabei, ihre Babys impfen zu lassen. Das Geld hilft ihnen, ihre Reisen zur Impfklinik zu bezahlen und die damit verbundenen Verdienstausfälle auszugleichen.
So werden weniger Kinder krank und auch die in Nigeria besonders hohe Kindersterblichkeit geht zurück.

Wie wir zu diesem Projekt gekommen sind
Für den Spendenfonds: Armut bekämpfen wurden bis Ende 2025 von 299 Spenderinnen und Spendern aus Österreich insgesamt 271.716,95 € beigetragen. Ganz herzlichen Dank noch einmal allen für das Engagement! Ohne Menschen wie euch wäre diese wichtige Arbeit nicht möglich.
In Abstimmung mit unserem Forschungspartner GiveWell haben wir uns für ein Projekt zur Steigerung der Säuglings-Impfquoten in Nordnigeria durch „bedingte Geldtransfers“ entschieden – in Umsetzung mit der US-Hilfsorganisation New Incentives, die von GiveWell seit 2020 durchgehend als „Top Charity“ bewertet wird.
Wie das Projekt funktioniert
Die Ausgangslage: Vermeidbare Krankheiten töten weiterhin Millionen Kinder
Viele Krankheiten, die in Europa längst kaum noch eine Bedrohung darstellen, wie die Masern, Polio und Tuberkulose, sind in Teilen Subsahara-Afrikas weiterhin lebensgefährlich.
Die Impfstoffe dagegen existieren seit Jahrzehnten und doch bleiben weltweit viele Kinder ungeschützt. Jedes sechste Kind ohne Impfschutz stammt aus Nigeria. Das Land verzeichnet eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Die Impfungen selbst sind in den staatlichen Kliniken des Landes schon kostenlos erhältlich, aber das Problem liegt häufig woanders: Viele Familien können es sich schlicht nicht leisten, ihre Kinder regelmäßig zu den Impfkliniken zu bringen. Lange Anfahrtswege, hohe Reisekosten und Verdienstausfälle stellen erhebliche Hürden dar.
Der Ansatz: Kleine Geldbeträge mit großer Wirkung
Genau an diesem Problem setzt das Projekt an. Familien erhalten kleine finanzielle Anreize („Conditional Cash Transfers“), wenn sie ihre Kinder zu den vorgesehenen Impfterminen bringen. Die Zahlungen kompensieren die entstehenden Kosten – plus einen kleinen Bonus beim Abschluss der vollständigen Impfserie.
Die Intervention wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, aber häufig sind es eben nicht fehlende Technologien oder medizinisches Wissen, die Probleme verursachen, sondern sehr „langweilige“ praktische Hürden.

Die Zahlen hinter dem Projekt
Die Mittel flossen in zwei Auszahlungen an das Impfprogramm in Nordnigeria: 65.582,57 € im August 2025 und 206.134,38 € im März 2026.
Die erwarteten Kosten für die volle Programm-Teilnahme liegen bei etwas 14,23 € pro Baby. Dazu gehören neben den Kosten für die bedingten Geldtransfers selbst (etwa 7 €) auch die anteiligen operativen Kosten von New Incentives.
Es werden durch das Projekt also insgesamt schätzungsweise 19.000 Babys erreicht.
Die „zusätzlichen“ Impfungen zählen
Wirklich entscheidend ist aber eine andere Zahl. Manche Babys, die am Programm teilnehmen, wären auch ohne die Teilnahme geimpft worden. Ihre Eltern hätten an anderer Stelle Einschnitte gemacht und die Klinikbesuche irgendwie finanziert. Interessant ist, wie viele Babies durch das Projekt geimpft werden, die sonst nicht geimpft worden wären.
GiveWell schätzt, dass etwa 12,5 % der Impfungen tatsächlich zusätzlich sind. Das klingt zunächst niedrig, ist aber völlig normal bei hochskalierbaren Gesundheitsinterventionen.
Zusätzlich nimmt GiveWell an, dass statistisch etwas bei 30 zusätzlich voll geimpften Kindern, ein Kind weniger stirbt.
Was bedeutet das konkret?
12,5 % von 19.000 entsprechen 2.375 zusätzlich geimpften Kindern und folglich etwa 79 geretteten Kinderleben.
79 Kinder, die so eine Chance haben auf ein erfülltes Leben – 79 Familien, denen der unerträgliche Schmerz erspart bleibt, ein Kind zu verlieren.
Die statistische Betrachtung kann schnell abstrakt und kalt wirken, aber letztendlich geht es immer um konkrete menschliche Schicksale, die wir – oft zu sehr geringen Kosten für uns hier in Österreich – besser machen können.
(Bildquelle Titel: Hauwa und ihr Kind Hamza in einer Impfklinik in Nigeria – © New Incentives)
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