Der August 2024 war (zusammen mit dem August 2023) der weltweit wärmste August und beendete den heißesten Sommer (Juni bis August) seit Messbeginn – sowohl weltweit als auch in Europa. Die Wassertemperatur im Mittelmeer hat ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht und ist im zweiten Jahr in Folge so hoch wie nie zuvor: Mitte August wurde ein mittlerer Oberflächen-Temperaturwert von 28,9°C erreicht.
Das ungewöhnlich warme Mittelmeer hat wiederum zu übermäßiger Feuchtigkeit geführt, wodurch das Sturmtief “Annett” (international “Boris”) in vier Tagen bis zum Fünffachen der durchschnittlichen Niederschlagsmenge im September verursacht und in weiten Teilen Österreichs, Polens, Tschechiens und Rumäniens zu Überflutungen geführt hat. Nach einer wissenschaftlichen Analyse wurde der Sturm durch den vom Menschen verursachten Klimawandel doppelt so wahrscheinlich.
Umso wichtiger ist es, die Transformation hin zur Klimaneutralität so schnell wie möglich voranzutreiben, wie es die aus dem Klimaschutz-Spendenfonds unterstützten Organisationen tun. Aus dem ersten Halbjahr konnten wir Klimaschutz-Organisationen mit insgesamt rund 1,4 Mio. Euro unterstützen. Vielen Dank an all die Fonds-Spenderinnen und Spender, die damit wieder einen wertvollen Beitrag für besonders wirksamen Klimaschutz geleistet haben!
Unsere Top-Organisation Carbon180 hat der Spendenfonds mit 150.000 Euro unterstützt, die weiteren Empfehlungen Clean Air Task Force, Future Cleantech Architects, und The Good Food Institute erhielten aus den Fonds-Mitteln jeweils 300.000 Euro. Die Hälfte der Mittel für die Clean Air Task Force sind dabei für Project Tempo vorgesehen, mit einem besonderen Fokus auf deren Arbeit in Deutschland. Mit den verbleibenden 350.000 Euro haben wir auf Empfehlung von Founders Pledge die Organisation Food Frontier unterstützt.
Food Frontier
Unser Ernährungssystem verursacht 25-30% der globalen Emissionen und ist die Hauptursache für Entwaldung und den Verlust von Biodiversität. Die Fleisch- und Milchproduktion macht den größten Teil dieses Fußabdrucks aus, da die Massentierhaltung sehr emissions- und flächenintensiv ist.
Um die Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren, betonen führende Umwelt- und Wirtschaftsverbände die Notwendigkeit, die Proteinversorgung zu diversifizieren und die Abhängigkeit von industriellen Tierhaltungssystemen zu verringern. Nirgendwo ist dies wichtiger als im asiatisch-pazifischen Raum, wo 60% der Weltbevölkerung leben und der Konsum von tierischem Protein steigt.
Food Frontier arbeitet an der Förderung alternativer Proteinlösungen in Australien und Neuseeland, einer regionalen Basis für Forschung und Entwicklung, Produktion und Export hochwertiger landwirtschaftlicher Lebensmittel im asiatisch-pazifischen Raum. Als unabhängiger Think Tank fördert Food Frontier den Dialog und die Entscheidungsfindung, um die Marktentwicklung für pflanzliche, fermentierte und kultivierte Proteine zu beschleunigen.
Seit 2017 haben die großen Konferenzen, Foren und Präsentationen von Food Frontier Zehntausende von Wirtschaftsführern, politischen Entscheidungsträgern und Innovatoren erreicht – sie haben Wissen aufgebaut, Partnerschaften ermöglicht, die Politik beeinflusst und neue Investitionen angeregt. Die Erkenntnisse aus der Wirtschafts-, Markt-, Verbraucher-, Umwelt- und Ernährungsforschung haben über die Medien schätzungsweise 80 Millionen Menschen erreicht.
Die Unterstützung aus unserem Spendenfonds ermöglicht es Food Frontier, diese Arbeit fortzusetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Einflussnahme auf mehr öffentliche Finanzierung für die Verbreitung alternativer Proteine und auf der Erhöhung des Angebots alternativer Produkte auf dem heimischen Markt und im Export.
Project Tempo
Wenn alle Länder ihre Emissionsziele einhalten würden, befänden wir uns auf dem Weg zu einer globalen Erwärmung von 1,8 bis 2,1°C. Auf dem Pfad der derzeitigen Politik steigt die Erwärmung auf 2,7°C an. Diese Kluft zwischen Zielen und Maßnahmen ist entstanden, weil die notwendigen Schritte zur Treibhausgasreduktion im Rahmen der politischen Zwänge oft nicht umsetzbar sind. Project Tempo zielt darauf ab, dieses Problem zu lösen, indem es transformative – aber politisch durchführbare – Strategien entwickelt.
Als überparteiliche, gemeinnützige Organisation bietet Project Tempo auf europäischer und nationaler Ebene Wählerforschung und -modellierung an, die sich auf Wählergruppen konzentriert, die einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf politische Ergebnisse haben. Project Tempo bietet evidenzbasierte Beratung für politische Entscheidungsträger, die Industrie und gemeinnützige Organisationen bei der Entwicklung und Präsentation von politischen Maßnahmen und zeigt Wege auf, um die Umsetzung von Lösungen zu beschleunigen, die sowohl technisch notwendig als auch politisch akzeptabel sind.
Während ein großer Teil des prognostizierten Emissionswachstums aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen stammt, kommt Europa eine Schlüsselrolle als Wegbereiter zu. Europa ist führend in der Klimadiplomatie, eine regulatorische Supermacht und ein Innovationszentrum. Indem Project Tempo die Umsetzung ambitionierter Klimapolitik in Europa vorantreiben, wollen sie einen schnelleren Fortschritt auf globaler Ebene erreichen.
Mit der Unterstützung aus dem Spendenfonds wird ein neues Forschungsprogramm in Deutschland unterstützt, laut Project-Tempo-Index derzeit das Land mit dem größten Wirkungspotenzial für Maßnahmen. In Zusammenarbeit mit Partnern wird das Programm Fokusgruppen, Umfragen, die Entwicklung und Erprobung von Strategien und die Erstellung von Dateninstrumenten wie eine mehrstufige Regressions- und Poststratifikationsanalyse (MRP) umfassen, die Schätzungen der Einstellungen bis hinunter auf die Ebene der Bundesländer und Wahlkreise ermöglicht.
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