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Unser Spendenfonds: Tierleid verringern in H2/2025

Aktivist:innen mit „Luchamos por todos los animales“-T-Shirts protestieren auf einer Straße

Obwohl die meisten Menschen gegen Tierquälerei sind, fällt es vielen schwer, auf eine tierleidfreie Ernährung umzusteigen. Die Nachfrage nach Eiern steigt beispielsweise sogar an. Deswegen möchten wir das Geld, das uns unsere Spender*innen anvertrauen, gezielt so einsetzen, dass sie möglichst schnell und effektiv möglichst vielen Tieren helfen.

Die Expert*innen vom EA Animal Welfare Fund empfehlen dafür nach wie vor aktivistische Kampagnen, die auf Großkonzerne abzielen – besonders im Globalen Süden. Schlüsselunternehmen werden durch Proteste und Kampagnen so lange unter Druck gesetzt, bis sie versprechen, auf käfigfreie Eier oder Schweinehaltung ohne Kastenstände in ihren Lieferketten umzusteigen. Anschließend wird genau beobachtet, ob die Unternehmen die Selbstverpflichtungen einhalten; wenn nicht, wird wieder protestiert. Diese Strategie wirkt oft schneller als gesetzliche Vorgaben und erreicht so schnell eine Vielzahl von Tieren in der Massentierhaltung.

Mittelverwendung

Im zweiten Halbjahr 2025 wurden 1,1 Mio. Euro an unseren Spendenfonds: Tierleid verringern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gespendet. Wie immer orientierten wir uns am EA Animal Welfare Fund, um die Mittel zu verteilen. Die Gelder wurden an folgende Organisationen ausgezahlt:

Sinergia Animal

Sinergia Animal führt Unternehmenskampagnen in acht Ländern Südamerikas und Südostasiens durch. Seit ihrer Gründung 2017 hat die Organisation über 190 Selbstverpflichtungen von Unternehmen erzielt, darunter von Carrefour, Burger King und McDonald’s.

Animal Charity Evaluators empfiehlt sie als eine besonders effektive Organisation im Tierschutzbereich seit 2018 und schätzt, dass mit jedem an Sinergia Animal gespendeten Dollar 53 Hennen oder 21 Säuen geholfen werden kann. Sinergia Animal erhält von uns eine projektungebundene Finanzierung.

Die Gründerin Carolina Galvani fasste 2025 in ihrem Vortrag bei uns in Berlin in 10 Minuten zusammen, woran Sinergia Animal arbeitet und erzählte dabei auch ihre eigene Geschichte:

The Humane League

The Humane League (THL) unterhält ein internationales Netzwerk aus über 100 Tierschutzorganisationen: die Open Wing Alliance. Mit vereinten Kräften konnte das Netzwerk schon weltweit über 2.700 Selbstverpflichtungen von Unternehmen zu Eiern aus käfigfreier Haltung erreichen, darunter von Megakonzernen wie Unilever und Ahold Delhaize.

Animal Charity Evaluators schätzt, dass mit jedem an THL gespendeten Dollar 12 Tieren geholfen werden kann und empfiehlt diese seit 2014 als besonders effektive Tierschutzorganisation.

Das Bild zeigt einen Protest. Ein Mann hält seinen Zeigefinger hoch erhoben, sein Mund ist geöffnet. Er steht vor einer Menschenkette, die Schilder halten, auf denen steht "End Cruel Cages", sowie ein Schild in Form eines riesigen Gesichts mit einer Sprechblase "I love animal abuse"
Der CEO der THL, Dan Shannon, bei den Ahold Delhaide-Protesten

Trainingsprojekt: Lokale Aktivist*innen stärken

Ein Teil unserer Förderung für THL ist projektgebunden und soll gezielt die Tierschutzbewegung im Globalen Süden beschleunigen. Das Projekt besteht aus vier Präsenztrainings im Jahr 2026, u.a. in Kolumbien und in Tansania. Lokale Aktivist*innen lernen in den Trainingsprogrammen alles über Kampagnenstrategie, Verhandlungsführung und Eskalationsplanung, um Unternehmen zu Selbstverpflichtungen zu bewegen. Die THL exportiert erfolgreiche Strategien dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden – und adaptiert sie auf die lokalen Verhältnisse. Die Trainings werden ermöglicht über die Spenden, die uns in Österreich über unseren Wiener Verein „Effektiv Spenden Österreich” erreicht haben. Mehr Infos zu dem Projekt findest du hier.

Warum im Globalen Süden?

In Abstimmung mit dem EA Animal Welfare Fund wollen wir besonders Tierschutzbewegungen im Globalen Süden fördern. Warum?

  1. Die Masse: Rund 80 % aller Nutzvögel weltweit werden in Asien, Südamerika und Afrika gehalten – meist in Käfigen.
  2. Vorausschauend handeln: In Regionen wie Subsahara-Afrika wächst die Massentierhaltung rasant. Es ist effektiver, die Entstehung grausamer Industrien jetzt zu verhindern, als sie später mühsam zu reformieren.
  3. Weil es sonst (fast) niemand tut: Schätzungen zufolge landen z.B. nur ~1,2 % der globalen Spenden für Tierschutz im südlichen Afrika – dadurch bleiben riesige Potenziale ungenutzt. Wo nur wenige Organisationen aktiv sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, mit zusätzlichen Ressourcen tatsächlich einen relevanten Unterschied zu machen.
  4. Jeder Euro erreicht mehr: Aufgrund der Unterschiede in Lebenshaltungskosten und Kaufkraft kann im Globalen Süden mit unseren Spenden sehr viel mehr erreicht werden. Zum Beispiel können mehr Leute eingestellt und trotzdem fair bezahlt werden.

Wie unser Spender Felix Werdermann treffend schreibt: „Für die Tiere macht es keinen Unterschied, in welchem Land der Erde sie leiden.” Aber für unsere Spende macht es einen Unterschied: Im Globalen Süden kann unser Geld schlicht mehr bewirken.

Über die Autorin

Avatar von Anne Schulze

Gründerin & Geschäftsführerin

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