The Humane League

The Humane League Logo
The Humane League
Good Food Institute – Effektiv-Spenden

Das Ende der Massentierhaltung

Ziel der Organisation The Humane League (THL) ist es, den Missbrauch von Tieren, die zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden, zu beenden.

THL konzentriert sich speziell auf Kampagnen, in denen Unternehmen dazu gebracht werden sollen, höhere Tierschutzstandards umzusetzen. Zudem fördert sie den internationalen Wissensaustausch und die strategische Zusammenarbeit mit anderen Tierrechtsgruppen. Sie pflegt ein großes Netzwerk von Aktivisten, welche sie durch Trainings und Betreuung fördert und für ihre Kampagnenarbeit nutzt.

Das Problem

In den letzten Jahrzehnten ist die Nachfrage nach tierischen Produkten weltweit explodiert. Seit 1960 hat sich der globale Fleischkonsum mehr als verfünffacht und beträgt heute fast 300 Millionen Tonnen Fleisch.[1] Jedes Jahr werden dafür über 80 Milliarden Landtiere für die Nahrungsmittelproduktion gezüchtet und geschlachtet.[2] Aus dieser Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten ist eine 300 Milliarden € schwere Industrie entstanden.[3]

Da das Fleisch immer günstiger sein soll, stehen Unternehmen unter großem Druck, die Kosten der Produktion so weit wie möglich zu senken. Dadurch wurde in den letzten Jahrzehnten billige und massenhafte Fleischproduktion perfektioniert. Während ein Bundesbürger im Jahr 1960 noch zwei Stunden und elf Minuten für ein Brathähnchen arbeiten musste, war es in 2019 bereits nach zwölf Minuten verdient.[4]

Der enorme Preisdruck sorgt dafür, dass alle Prozesse der Produktion, also die Züchtung, Haltung, Fütterung und Schlachtung bis ins letzte Detail darauf optimiert sind, die Kosten möglichst niedrig zu halten. Die Lebensqualität der Tiere ist in diesen Prozessen nachrangig. Das hat zur Folge, dass die große Mehrheit dieser Tiere unter qualvollen, nicht artgerechten Bedingungen lebt. Hühner, welche die überwiegende Mehrheit der geschlachteten Tiere ausmachen, leiden besonders stark. Beispielsweise werden Masthühner in einer Dichte von 26 Hühnern pro Quadratmeter mit bis zu 40.000 ihrer Artgenossen gehalten.[5] Da Hühner in komplexen sozialen Hierarchien leben, aber nur bis zu 100 Hühner individuell unterscheiden können, führt dies zu Stress und Aggressionen zwischen ihnen, da sich keine stabilen Hierarchien bilden können. Legehennen werden, um gegenseitiges Verletzen aufgrund des hohen Stresspegels zu verhindern, die Schnäbel oft ohne Betäubung gekürzt. Die Schnabelspitze ist ein wichtiges Tastorgan, intensiv durchblutet und von Nerven durchzogen, was die Entfernung deshalb extrem schmerzhaft macht.

Neben besseren Haltungsbedingungen wäre eine offensichtliche Lösung den Konsum tierischer Produkte stark zu reduzieren. Allerdings hat sich bis heute trotz Jahrzehnten an Aktivismus von Tier- und Umweltschutzorganisationen die Zahl an vegetarisch oder vegan lebenden Menschen kaum verändert. In den meisten Ländern steigt der Fleischkonsum weiterhin an, beispielsweise auch in den USA.

Die Lösung

Da es sehr schwierig ist, das individuelle Konsumverhalten von Menschen zu verändern, insbesondere wenn dies mit Verzicht verbunden scheint, konzentriert sich THL darauf, auf die Lebensmittelindustrie und Politik einzuwirken. So wird versucht, Unternehmen davon zu überzeugen, auf besonders grausame Haltungspraktiken, wie beispielsweise die Käfighaltung von Legehennen, zu verzichten. Durch einen Fokus auf Hühner ist diese Vorgehensweise besonders effektiv, weil sie genau dort ansetzt, wo besonders viele Tiere betroffen sind.

Durch die Verpflichtungen der Unternehmen kann die Situation der Tiere in der Massen­tier­haltung stark verbessert werden. Wenn ein Unternehmen nicht freiwillig zur Veränderung bereit ist, werden durch öffentliche Kampagnen die Konsumenten auf die Zustände der Tiere aufmerksam gemacht und somit der Druck weiter erhöht. Dafür variieren die Taktiken je nach Kontext, zwischen Werbekampagnen, Protesten vor den Filialen, Flugblättern und Petitionen.

THL arbeitet ebenfalls daran, die Rechtslage für Tiere positiv zu beeinflussen. Obwohl die Durchführung einer Gesetzesänderung sehr viel länger dauern kann als andere Interventionen, sind die Auswirkungen solch einer Veränderung dafür sehr viel nachhaltiger und betreffen direkt die gesamte Branche und nicht nur einzelne Unternehmen. 

Protest der Humane League
Protest der Humane League
Protest der Humane League

Die Wirkung

THL ist sehr erfolgreich darin, Unternehmen davon zu überzeugen, aus den grausamen Haltungsbedingungen auszusteigen. So verfolgt THL genau die Fortschritte bei den über 350 Unternehmen in den USA, die THL für die freiwillige Selbstverpflichtung gewinnen konnte, auf Eier aus Käfighaltung zu verzichten, darunter bekannte Konzerne wie McDonald’s, Burger King, Starbucks und Walmart.[6] Zudem erreichten sie über 500 Selbstverpflichtungen zur Verbesserung der Lebensstandards von Masthühnern, unter anderem von Subway und KFC.[7] Dadurch verbessern sie das Leben von jährlich mehreren zehn Millionen Hühnern signifikant.

Um ihr Wissen im Bereich der Unternehmenskampagnen weiter zu geben und die globale Tierrechts­bewegung effektiver zu machen, engagiert sich THL zudem in der Koordination verschiedener Tierrechts­organisationen und gibt Trainings für Aktivistinnen, sowohl in den USA als auch international. Dafür haben sie die Open Wing Alliance gegründet.[8] In dieser sind mittlerweile über 100 Tierwohl-Organisationen zusammengeschlossen. THL fördert dadurch den Austausch von Strategien und hilft auch bei der Finanzierung von Open Wing Alliance-Mitgliedsorganisationen auf der ganzen Welt durch ein Grant-Programm. Zudem baut THL die Kapazität der Bewegung durch die Rekrutierung, Mobilisierung und Ausbildung von Aktivisten auf. THL schult und unterstützt ehrenamtliche Aktivisten und Universitätsgruppen. Diese machen die Kampagnen von THL zusätzlich effektiver, da es THL dadurch möglich ist, schnell eine große Menge an Menschen zu mobilisieren, um beispielsweise eine Petition zu unterstützen. 


Blogartikel

Quellen

[1] ↑ Total meat production, 1961 to 2021. Global Food Explorer von Our World in Data. https://ourworldindata.org/explorers/global-food?tab=chart&facet=none&country=~OWID_WRL&Food=Meat%2C+Total&Metric=Production&Per+Capita=false. Aufgerufen November 2023.

[2] ↑ Max Roser. How many animals get slaughtered every day? Our World in Data. https://ourworldindata.org/how-many-animals-get-slaughtered-every-day. September 2023. Siehe auch Animal Welfare Explorer. Our World in Data. https://ourworldindata.org/explorers/animal-welfare.

[3] ↑ Fleisch- & Wurstwaren. Statista. https://de.statista.com/outlook/40020000/100/fleisch–wurstwaren/weltweit. Zuletzt aktualisiert Okt 2023.

[4] ↑ Kaufkraft der Lohnminute. Deutschland in Zahlen 2020. Institut der deutschen Wirtschaft Köln. https://www.uvb-online.de/de/system/files/iw_deutschland_in_zahlen.pdf. 2020.

[5] ↑ Masthühner. Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/masthuehner. Aufgerufen November 2023.

[6] ↑ Cage Free Corporate Commitment Tracker with Hens Impacted. The Humane League. https://docs.google.com/spreadsheets/d/1pkVoUFOoM5gYtzsQ1bE_aNFaI9YctoY1fBHo-DMAqw8/edit#gid=0. Aufgerufen November 2023. Siehe auch Kelly Myers. We want to change the lives of 6.7 million birds – here’s how. https://thehumaneleague.org/article/cage-free-goal. April 2023.

[7] ↑ 2022 Annual Report. The Humane League. https://assets.ctfassets.net/ww1ie0z745y7/6zOQ79RJprki52fdLZYBFc/5b1561246a7a015ff149e4c86461788f/2022-annual-report-accessible-PDF-version.pdf. Siehe auch Holly Spindler. KFC commit to change. The Humane League. https://thehumaneleague.org.uk/article/kfc-commit-to-change.

[8] ↑ We’re here to make an impact. The Humane League. https://thehumaneleague.org/impact.