Eine staatliche Stimme für Tierwohl

Aufnahme des Plenarsaals des Deutschen Bundestages
Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Heute, am 12. Juni 2023 tritt die erste Bundestierschutzbeauftragte Ariane Désirée Kari ihr Amt an – ein wichtiger Erfolg für mehr Tierwohl in Deutschland, auf den auch die von uns unterstützte Animal Society lange hingearbeitet hat. 

Lange Zeit fehlte den Tieren eine politische Stimme im Deutschen Bundestag und in der Bundesregierung. Animal Society sah daher die Notwendigkeit – und die Chance – für das Amt eines Bundesbeauftragten für Tierschutz. Die Organisation, die sich für die politische Vertretung von Tieren einsetzt, kämpft seit 2021 dafür, dass die Bundesregierung ihr diesbezügliches Versprechen im Koalitionsvertrag nicht nur einhält, sondern auch im Sinne eines effektiven Tierschutzes umsetzt. 

Mit der Unterstützung von insgesamt über 100.000 Menschen konnte Animal Society mit zwei Petitionen deutlich machen, dass eine Bundesbeauftragte für Tierschutz in der Bundesrepublik gewünscht ist. Im Dezember 2022 organisierte Animal Society zudem eine prominent besetzte Veranstaltung im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages, bei der Vertreterinnen der Parteien und Expertinnen gemeinsam ein Konzept für das Amt der Bundesbeauftragten diskutierten und in Teilen abstimmten. (Die Diskussion wurde live aufgezeichnet und ist als Sonderfolge des Animal Society-Podcasts “Tier & Jetzt” zu hören). In engem Austausch mit anderen Organisationen wurden anschließend konkrete Empfehlungen zur Ausgestaltung und zum Mandat des Amtes an die Politik und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) weitergeleitet.

Die neue Bundesbeauftragte für Tierschutz ist nun mit 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im BMEL angesiedelt. Sie soll jedoch unabhängig und weisungsfrei vom Ministerium arbeiten. Damit wurde erstmals ein Amt geschaffen, das geeignet ist, Tiere auf Bundesebene zu vertreten. 

“Die Schaffung des Amtes [ist] ein wichtiger Schritt für die politische Repräsentation der Belange und Interessen von Tieren. Bundesbeauftragte gelten als staatliche Lobbyisten ihres Feldes. Insofern lässt sich das Amt als Vertretung nicht nur des Tierschutzes, sondern auch der Tiere selbst verstehen – und entsprechend umsetzen.” 

Philipp von Gall, der die Debatte um das Amt für Animal Society begleitete

Gemeinsam mit Animal Society freuen wir uns über diesen Erfolg und den ersten wichtigen Schritt zur politischen Vertretung von Tiere! Es ist ein Fortschritt für den Tierschutz in Deutschland – dennoch sieht Animal Society  das Potential des Amtes für den Tierschutz noch nicht ausgeschöpft und wir sind gespannt auf die weiteren Erfolge der Organisation. Der neuen Bundesbeauftragten wünschen wir einen guten Start und viel Erfolg bei ihrer Arbeit!

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