Du arbeitest bei einem internationalen Unternehmen wie Google, Apple oder Novartis? Dann stehen die Chancen gut, dass dein Arbeitgeber „Spenden-Matching“ als Mitarbeitervorteil anbietet: Wenn du spendest, dann spendet deine Firma auch. Wir erklären, wie das funktioniert und was du beachten solltest.
Was ist Spenden-Matching durch den Arbeitgeber?
Mehr Geld für dein Lieblings-Non-Profit, ohne Mehrkosten für dich: Du spendest privat und dein Arbeitgeber legt noch etwas drauf.
Besonders häufig wird eine Verdopplung deiner Spenden angeboten: Du spendest z. B. 2.500 € und deine Firma spendet als Teil des Programms zusätzlich 2.500 € aus ihrem Budget. Das Non-Profit erhält 5.000 €. Ohne dich wären es 0 € gewesen. Daneben gibt es auch anteiliges Matching und in seltenen Fällen sogar Verdreifachungsaktionen. In der Regel gilt ein jährlicher Maximalbetrag pro Mitarbeiter.
Bietet dein Arbeitgeber Spenden-Matching an?
In Kontinentaleuropa ist Spenden-Matching als Employee Benefit weniger verbreitet als im angelsächsischen Raum. Mit diesen drei Schritten findest du heraus, ob dein Arbeitgeber schon dabei ist:
- Such in eurem Intranet oder HR-Portal nach Begriffen wie „Spenden“, „Spenden-Matching“, „Spendenverdopplung“, „Matching“, „Matching Gifts“, „Workplace Giving“ oder „[Firmenname] Gives“.
- Such dein Unternehmen in dieser Matching-Datenbank bei unserer Partnerorganisation Giving What We Can. Die Daten stammen von der kommerziellen Organisation Double the Donation und haben einen klaren US-Schwerpunkt. Falls dein Arbeitgeber nicht auftaucht, muss das also noch nichts bedeuten. Und falls er auftaucht, geh lieber auf Nummer sicher, dass die Informationen auch regional für dich gelten.
- Frag direkt nach bei deiner Personalabteilung oder im CSR-Team. Eine kurze Mail oder Slacknachricht reicht, z. B.:
Betreff: Frage zu Spendenmatching
Hallo [Name],
ich spende privat an gemeinnützige Organisationen und wollte fragen, ob wir ein Programm haben, bei dem das Unternehmen solche Spenden verdoppelt (Spenden-Matching). Falls ja: Wie funktioniert es und welche Organisationen sind zugelassen?
Danke und viele Grüße
[Dein Name]
Falls dein Arbeitgeber noch kein Spendenmatching anbietet, kannst du den Austausch direkt nutzen, um den Wunsch danach einzubringen.
Matching beantragen
Beim Matching gibt es grob zwei Wege:
- Direkte Spende, manuelles Matching: Du spendest ganz normal an das Non-Profit deiner Wahl, meldest die Spende deinem Arbeitgeber (mehr dazu unten im FAQ) und dieser matcht sie dann, sofern alle Anforderungen erfüllt sind.
- Indirekte Spende, automatisches Matching: Du spendest über das Matching-Portal deines Arbeitsgebers (dazu gleich mehr) indirekt an das Non-Profit deiner Wahl und dein Arbeitgeber matcht die Spende automatisch.
In der Regel sind beide Optionen verfügbar und du kannst selbst entscheiden. Weil Spenden über die Arbeitgeber-Matching-Portale für dich nicht immer steuerlich absetzbar sind und zum Teil auch zusätzliche Gebühren anfallen, empfehlen wir meist die manuelle Lösung (mehr dazu unten im FAQ).
Internes oder externes Matching-Programm
Einige wenige Firmen, wie z. B. die Boston Consulting Group (BCG), wickeln ihr Spendenmatching intern ab, aber die allermeisten nutzen externe Anbieter wie Benevity (früher auch Alaya), Goodstack (früher Percent), YourCause (Blackbaud), Deed, Bonterra (früher CyberGrants) oder GivingForce. Im deutschsprachigen Raum ist Benevity in unserer Erfahrung der mit Abstand größte Anbieter.
Für das Matching (egal ob „manuell“ oder „automatisch“), musst du dich in der Regel im Matching-Portal deines Arbeitgebers anmelden und kannst dabei für gewöhnlich deinen Firmen-Login nutzen.
Einige Beispiele
- Amazon, „GIVEhub“: amazon.benevity.org
- Apple, „Employee Giving portal“: apple.benevity.org
- Google: google.benevity.org
- Linde, linde.yourcause.com
- McKinsey, „McKinsey Gives“: mckinsey.benevity.org
- Microsoft, „My Giving Portal“: microsoft.benevity.org
- Novartis, „Giving, Matching & Volunteering platform“: novartis.benevity.org
- Nvidia, „Inspire 365 Giving Site“: nvidia.benevity.org
- Roche, „Roche Gives Back“: roche.benevity.org
- Thermo Fisher Scientific, „Community Impact Portal“: thermofisher.benevity.org
- Zurich Insurance, „MyImpact“: zurichfoundation.benevity.org
Viele dieser Plattformen können übrigens noch mehr als Matching. Über sie läuft oft auch das Corporate Volunteering, also bezahlte Freiwilligenarbeit während der Arbeitszeit.
Welche Non-Profits kannst du unterstützen?
Zur Spendenverdopplung kommen meist nicht beliebige gemeinnützige Organisationen in Frage. Arbeitgeber nehmen gewisse Einschränkungen vor, wie z. B. den Ausschluss religiöser oder parteipolitischer Organisationen. Manche Firmen lassen zudem nur Spenden an Organisationen aus einer bestimmten Region zu. Zur Policy deines Arbeitgebers informierst du dich am besten direkt dort.
Die wirksamsten Projekte unterstützen
Wir wären nicht Effektiv Spenden, wenn wir an dieser Stelle nicht darauf hinweisen würden, dass nicht alle Hilfsorganisationen gleich gut arbeiten. Die besten können mit den gleichen Mitteln 10- oder sogar 100-mal mehr bewirken. Wichtiger noch als die Nutzung des Spendenmatchings ist deshalb die richtige Wahl des Non-Profits, das du unterstützt.
Um das Spendenmatching für unsere empfohlenen Organisationen bzw. Spendenfonds in Armutsbekämpfung, Klimaschutz, Tierschutz, Zukunftstechnologierisiken oder Demokratiestärkung zu nutzen, spende am besten selbst über unsere Plattform und beantrage das Matching dafür. Dein Arbeitgeber spendet dann über das Matching-Programm an die Plattform Effektiv Spenden und wir stellen sicher, dass das Matching genauso aufgeteilt wird, wie deine Spende (mehr dazu unten im FAQ).
Effektive Spenden matchen lassen
Beim Spenden über Effektiv Spenden hast du so drei Vorteile auf einmal:
- Deine Spende unterstützt die weltweit wirksamsten gemeinnützigen Projekte, ausgewählt auf Basis wissenschaftlicher Studien und empfohlen von unabhängigen Experten.
- Deine eigene Spende ist steuerlich absetzbar in Deutschland, Österreich und der Schweiz – unabhängig davon, welche Organisation oder welchen Spendenfonds du unterstützt (siehe für die Vorteile unseren Spenden-Steuer-Rechner).
- Deine Spende ist für die allermeisten Matching-Programme qualifiziert, weil Effektiv Spenden ein lokales Non-Profit ist mit gemeinnützigen bzw. spendenbegünstigten Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Du findest uns im Matching-Portal entweder direkt unter „Effektiv Spenden“ oder unter den offiziellen Namen unserer drei Niederlassungen (hier direkt mit Links zu den Benevity-Profilen):
- UES – Gemeinnützige GmbH für effektives Spenden (Deutschland)
- Effektiv Spenden Schweiz (ESS)
- Effektiv Spenden Österreich (ESO) – Verein für wirkungsorientierte Philanthropie
Häufige Fragen
Obwohl der Grundgedanke beim Spendenmatching so einfach ist, kann es in der praktischen Umsetzung doch schnell verwirrend werden. Wir haben hier eine Reihe von häufigen Fragen und Antworten zusammengestellt, die in solchen Fällen hoffentlich Abhilfe schaffen. Du kannst uns aber jederzeit auch einfach kontaktieren: per Mail, Telefon (Nummer unten rechts im Footer), Chat oder Kontaktformular – wir unterstützen dich gerne.
Sind Spenden über das Matching-Portal meines Arbeitgebers steuerlich absetzbar?
Es kommt darauf an: Spenden über Arbeitgeber-Matching-Portale sind nur dann absetzbar, wenn die Abwicklung dort über eine in deinem Land gemeinnützige bzw. spendenbegünstigte Organisation erfolgt. In unserer Erfahrung ist das nur selten der Fall, nämlich in Deutschland bei Benevity und YourCause: Oft – aber nicht immer – läuft die Spende dann über die Haus des Stiftens für Unternehmen & Non-Profits gGmbH (HdS) und du erhältst für deine Spende eine deutsche Spendenbescheinigung. In Österreich und der Schweiz erfolgt die Abwicklung bei Benevity hingegen über The UK Online Giving Foundation (UKOGF) und du bekommst keine national gültige Spendenbescheinigung. Ähnlich ist es unseres Wissens bei Goodstack und GivingForce. Wenn dir steuerliche Absetzbarkeit ein Anliegen ist, spende im Zweifel also lieber direkt an das in deinem Land gemeinnützige Non-Profit – z. B. Effektiv Spenden – und beantrage das Matching im Anschluss manuell.
Wie weise ich eine Spende nach, die ich direkt an ein Non-Profit getätigt habe?
Viele Arbeitgeber akzeptieren einen Screenshot oder einen PDF-Ausdruck der automatischen Spendenbestätigungs-E-Mail des Non-Profits. Oft kannst du diesen direkt im Matching-Portal hochladen. Manche verlangen zusätzlich einen Kontoauszug oder sogar die offizielle Spendenbescheinigung (Zuwendungsbestätigung). Probiere es am besten aus und melde dich beim Non-Profit, wenn du Unterstützung brauchst. Wir bei Effektiv Spenden haben bisher noch für jede Arbeitgeberanforderung eine Lösung finden können.
Wird auch die Aufteilung meiner Spende gematcht?
Unterstützt du mit deiner Spende mehrere Projekte der gleichen Organisation, also z. B. über unsere Plattform mehrere Spendenfonds oder individuelle Organisationen, kann diese Aufteilung auch gematcht werden. Damit das auch sicher funktioniert, ist unser wichtigster Tipp: Erlaube im Matching-Portal deines Arbeitsgebers, dass deine Daten (Name und E-Mail) mit der Empfängerorganisation geteilt werden. Das ist der sicherste Weg, damit die Organisation das Matching korrekt zuordnen und aufteilen kann. Und sollte es trotzdem noch Fragen geben, kann die Sache so einfach per E-Mail geklärt werden. Je nach Matching-Plattform hast du außerdem die Möglichkeit, beim Matching-Antrag einen Kommentar für die Empfängerorganisation zu hinterlassen. Erkläre dort am besten kurz und formlos, wie das Geld aufgeteilt werden soll.
Im Fall von Benevity kannst du beim Spenden und beim Matching-Antrag oft gleich ein konkreteres Spendenziel innerhalb des Non-Profits auswählen – ein sogenanntes „Projekt”. Bei Effektiv Spenden sind auf Benevity alle unsere Spendenoptionen als Projekte gelistet. Aber pro Spende bzw. Matching ist leider immer nur ein Projekt auswählbar.
Erfahre ich, ob das Matching geklappt hat?
Ob dein Arbeitgeber deine Spende tatsächlich gematcht hat, sollte für gewöhnlich im Matching-Portal deiner Firma für dich sichtbar sein. Wende dich ansonsten am besten an eure zuständige Abteilung. Wenn wir die Matching-Gelder von deinem Arbeitgeber mit deinen persönlichen Daten erhalten, bestätigen wir dir den Erhalt per Mail, wenn es die jeweilige Datenschutzvereinbarung erlaubt. (Vor Mitte 2026 haben wir das nur in Ausnahmefällen gemacht.) Vom Matching-Antrag bis zur Auszahlung an uns (oder eine andere Organisation deiner Wahl) kann es je nach Firma/Anbieter mehrere Monate dauern.
Lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Ja! Mit überschaubarem Aufwand lenkst du so Firmengelder an – idealerweise hocheffektive – Hilfsorganisationen, die sonst nicht für gemeinnützige Zwecke genutzt würden. Besonders klar ist der Fall, wenn du selbst größere Beträge spendest und dein Unternehmen hohe Limits für das Matching-Programm hat (Konzerne wie Apple, Google oder Microsoft matchen jährlich niedrige fünfstellige US-Dollar-Beträge pro Mitarbeiter).
Fallen beim Matching Gebühren an?
Das kommt darauf an, aber gerade bei externen Anbietern wie Benevity ist die Antwort generell ja. Was den Matching-Teil angeht, kannst du diese Gebühren nicht beeinflussen. Was deine eigene Spende angeht, kannst du die Gebühren (bei Benevity etwa in Höhe von knapp 3 %) jedoch vermeiden, indem du direkt an das Non-Profit spendest.
Ist Spendenmatching ein geldwerter Vorteil?
Nein, in der üblichen Ausgestaltung ist Spendenmatching kein geldwerter Vorteil und für dich damit auch nicht steuer- oder sozialversicherungspflichtig. Denn der Matching-Betrag wird nicht an dich ausgezahlt, sondern von deinem Arbeitgeber zusätzlich an das von dir unterstützte Non-Profit gespendet. Du profitierst also nicht finanziell; vielmehr profitiert die gemeinnützige Organisation und in weiterer Folge bedürftige Menschen, Tiere oder die Allgemeinheit.
Kann ich das Matching-Programm meiner Firma irgendwie intern promoten?
Ja, das ist aus unserer Sicht ein vielversprechender Hebel. Viele deiner Kolleginnen und Kollegen wissen vermutlich gar nichts von eurem Matching-Programm. Sprich sie einmal darauf an, besonders zur Weihnachtszeit besteht erfahrungsgemäß einiges Interesse am Thema. Und vielleicht gibt es daneben noch andere Möglichkeiten wie z. B. ein unternehmensinterner Newsletter oder ein #random-Slackkanal. In manchen Unternehmen haben Mitarbeitende auch schon Vortragsveranstaltungen mit uns organisiert, um effektives Spenden und Spendenmatching bekannter zu machen.
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