Anmerkung des Effektiv Spenden-Teams: Dieser Text ist unsere Übersetzung eines Artikels von Christians for Impact. Die externen Links verweisen weitestgehend auf englische Quellen. Der Originalbeitrag kann auf Englisch hier nachgelesen werden.
Im Laufe der Geschichte lebten fast alle Menschen an der Armutsgrenze – in krassem Gegensatz zu Gottes Vision für die Menschheit. In den letzten zwei Jahrhunderten ist ein Teil der Menschheit jedoch endlich aus dieser misslichen Lage herausgekommen. Leider wurde diese Flucht durch Energiequellen ermöglicht, die als Nebeneffekt Klimawandel mit sich bringen. Der Klimawandel – oder, weniger nüchtern ausgedrückt, Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren usw. – wird die Flucht für den Rest der Menschheit erschweren und auch den bestehenden Fortschritt gefährden.
Wir können dieses schreckliche Szenario verhindern. Es kostet nicht einmal so viel (und auf jeden Fall weniger , als es kosten würde, es nicht zu verhindern). Wir müssen es einfach tun .
Doch bevor wir „es einfach tun“, sollte sich jeder und jede von uns zwei Fragen stellen:
- Die „Ob“-Frage: Sollte ich angesichts der zahlreichen anderen Herausforderungen der Menschheit, meine begrenzten Ressourcen – wie Zeit und Geld – wirklich in Klimaschutzmaßnahmen investieren (Teil I)?
- Die „Wie“-Frage: Falls ich dem Klimawandel Priorität einräume, wie kann ich mit meinen Mitteln eine möglichst große Wirkung erzielen (Teil II)? Wenn Du bereits beschlossen hast, dich auf den Klimawandel zu konzentrieren, springe bitte direkt zu diesem Teil.
Teil I: Sollte ich mich für den Klimawandel einsetzen?
I. Ist der Klimawandel die oberste Priorität?
Gott ruft uns nicht nur dazu auf, auf Schädigung und Unterdrückung zu verzichten, sondern auch unsere aktiv unsere Näc hsten rund um die Welt zu lieben. Wie können wir diese Liebe in einer Welt voller Leid und Süde am besten ausleben?
Es wäre schön, wenn wir uns auf alle Probleme dieser Welt konzentrieren könnten. Aber da jede Minute unseres Lebens nur einmal genutzt werden kann und jeder Dollar in unserer Brieftasche nur einmal ausgegeben werden kann, kommen wir nicht umhin, Prioritäten zu setzen. Die einzige Frage ist, ob wir es bewusst und weise tun.
Der Klimaschutz scheint eine der obersten Prioritäten zu sein, für unsere Nächstenliebe zu sein. Das Weltwirtschaftsforum bezeichnet den Klimawandel als eines der größten Risiken, und T ausende junger Menschen halten den Klimawandel für das wichtigste Problem der Welt. Aber haben sie Recht?
Der ITN-Rahmen hilft uns, bei solch schwierigen Fragen voranzukommen, indem er Herausforderungen von großer Wichtigkeit („Ausmaß/ I mportance“), einfacher Lösbarkeit („ T ractability“) und großer Vernachlässigung („ N eglectedness“) priorisiert.
Diese Kriterien stufen den Klimawandel eindeutig höher [1] ein als die meisten anderen Probleme in unseren Nachrichten. Seine Auswirkungen sind so global, langfristig und schwerwiegend wie kaum ein anderes Problem – nicht nur im schlimmsten Fall, sondern auch in den wahrscheinlichsten Szenarien.
Aber hat er wirklich allerhöchste Priorität? Um dies zu beurteilen, schlagen wir vor, zwei Anwärter auf den ersten Platz zu betrachten – und dann zu prüfen, ob es irgendeinen Grund zu der Annahme gibt, dass der Klimawandel deutlich besser oder schlechter als diese Vergleichsmaßstäbe (benchmarks) abschneidet. Die beiden Anwärter sind erstens GHD (globale Gesundheit und Entwicklung/ G lobal H ealth and D evelopment) und das Aussterben der Menschheit.
Natürlich sind der Klimawandel, GHD und das Aussterben der Menschheit eng miteinander verwoben:
- Klima → GHD.
Der Klimaschutz beseitigt die Armut auf dreifache Weise. Erstens direkt, da die Hauptauswirkung des Klimawandels die Entwicklung beeinträchtigt. Zweitens: Die wichtigste Maßnahme zur Eindämmung des Klimawandels, nämlich saubere Energie erschwinglich zu machen, zielt gleichzeitig auf einen entscheidenden Engpass bei der Beseitigung der Armut ab, nämlich den Zugang zu Energie für Menschen in Armut. Drittens schadet die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht nur der Gesundheit durch den Klimawandel, sondern auch durch die Luftverschmutzung. Die Luftverschmutzung wird stark unterschätzt. Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ist die Luftverschmutzung die größte Umweltbedrohung für die öffentliche Gesundheit weltweit und ist für schätzungsweise 7 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Die Auswirkungen der Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe sind kurzfristiger und lokaler Natur, was sie politisch leichter handhabbar macht als die Auswirkungen auf das Klima. - GHD → Klima.
Die Beseitigung der Armut ist eine der besten Maßnahmen, um sich an den Klimawandel anzupassen. - Klima → Aussterben.
Der Klimawandel trägt auf verschiedene Weise zum Aussterberisiko bei, z. B. durch geopolitische Spannungen aufgrund von Ernährungsunsicherheit oder Migrationsdruck.
Ganz genau genommen ist die Frage also: Können wir Leid, Rechtsverletzungen und Todesfälle am besten durch die Verringerung von Emissionen, durch direkte Maßnahmen zur Armutsbekämpfung oder durch die Bekämpfung von Aussterberisiken vermeiden, wenn wir in jedem Fall die indirekten Auswirkungen berücksichtigen?
(a) Wichtigkeit
Das erste Kriterium ist die Wichtigkeit: Wie viele Menschen sind von Klimawandel, GHD und Aussterben betroffen? Und wie stark?
GHD. Derzeit leben etwa 700 Millionen Menschen in extremer Armut. Der Klimawandel könnte bis 2030 etwa 30-130 Millionen Menschen in die extreme Armut treiben. Je nach Szenario könnte der Klimawandel also die extreme Armut um 5-45 % erhöhen. Wenn in den kommenden Jahrzehnten die Armut zurückgeht und sich der Klimawandel verschärft, dann könnte der Klimawandel einen allmählich größeren Anteil an der Armut ausmachen. Dennoch scheint es, dass die Armut, die auch unabhängig vom Klimawandel bestehen würde, ein ähnliches oder möglicherweise sogar größeres Ausmaß hat als die klimabedingte Armut.
Aussterberisiken. Der Klimawandel wird höchstwahrscheinlich zu weit verbreitetem Leid und Tod führen. Aber es ist erstaunlich schwer vorstellbar, dass der Klimawandel buchstäblich den letzten Menschen auslöscht. Die Wahrscheinlichkeit eines vollständigen Aussterbens durch eine künstlich ausgelöste Pandemie, eine falsch ausgerichtete künstliche Intelligenz oder einen Atomkrieg ist höher, auch wenn alle diese Aussterberisiken in den wahrscheinlichsten Szenarien weniger besorgniserregend sind als der Klimawandel.
Das Aussterben (aufgrund anderer Faktoren als des Klimawandels) könnte im 21. Jahrhundert eine Wahrscheinlichkeit von etwa 1-6 % haben. Bei einer Weltbevölkerung von 8000 Millionen Menschen bedeutet dies etwa 300 Millionen zu erwartende Todesfälle. Wie viele Menschen werden durch den Klimawandel sterben (ohne Aussterbeszenarien)? Es ist äußerst schwierig, plausible Schätzungen abzugeben (siehe hier für Schätzungsversuche). Eine vernünftige Schätzung könnte bei 100 Millionen liegen. Das Aussterberisiko ist also ein etwas größeres – aber nicht ganz unähnlich schwerwiegendes – Problem als der Klimawandel. Aussterberisiken haben natürlich den zusätzlichen Aspekt, dass sie verhindern, dass weitere Menschen geboren werden – ein Aspekt, der aus christlicher Sicht schwierig zu bewerten ist.
(B) Lösbarkeit
GHD. Es gibt viel Dynamik in der Klimapolitik. Viele Lösungen stehen in den Startlöchern. Die Lösbarkeit ist also in naher Zukunft hoch. Dies ist ähnlich wie bei GHD mit seinen vielen „low hanging fruit“ (also den einfach erreichbaren Lösungen). Wenn die globalen Emissionen jedoch erst einmal deutlich gesenkt sind, wird es viel schwieriger sein, den Rest auf Netto-Null zu bringen [2] Auch dies ist ähnlich wie bei der Armut. Doch während es zumindest vorstellbar ist, dass der Klimawandel fast vollständig durch technische Lösungen beseitigt werden kann, ist dies bei GHD sehr viel schwieriger. Für die Armut bleiben hartnäckige institutionelle und kulturelle Faktoren die wichtigsten Engpässe.
Aussterberisiken . Aussterberisiken stellen uns vor eine viel vagere und komplexere Herausforderung. Auch wenn die geringe öffentliche Aufmerksamkeit für Aussterberisiken einige tief hängende Früchte ermöglicht, gibt es für sie letztlich viel weniger einfache Lösungen als für den Klimawandel.
(c) Vernachlässigung
GHD . Der Klimawandel fühlt sich oft abstrakt an. Meine morgendliche Dusche fügt unsichtbare Gase hinzu, die (i) den Schaden für (ii) unzählige Menschen (iii) auf der anderen Seite des Globus (iv) nach Jahrzehnten (v) durch komplexe atmosphärische Prozesse leicht erhöhen werden. Diese Komplexität führt dazu, dass er im Vergleich zu greifbareren, lokalen und kurzfristigen Problemen vernachlässigt wird. In den letzten Jahren hat jedoch eine große Bewegung von Aktivisten, Philanthropinnen und etablierten politischen Entscheidungsträgern begonnen, sich für dieses Problem zu engagieren. Founders Pledge sagte , dass „jedes Jahr über 1 Billion Dollar an Sozialausgaben und 10 Milliarden Dollar an philanthropischen Spenden dafür ausgegeben werden“ (siehe auch hier ). Ein genauer Vergleich mit GHD ist äußerst schwierig, aber wenn man sich nur die offizielle Entwicklungszusammenarbeit und die größten philanthropischen Stiftungen ansieht, scheint es nicht so, dass die Ausgaben für die beiden Bereiche in einer anderen Größenordnung liegen.
Aussterberisiken. Für globale Katastrophenrisiken werden um Größenordnungen weniger philanthropische Gelder bereitgestellt als für den Klimawandel. Die Sorge um einen Atomkrieg zum Beispiel erhält weniger als 100 Millionen Dollar , also mehr als hundertmal weniger als der Klimawandel.
Wir könnten jedoch das Kriterium der Vernachlässigung im Prinzip umdrehen. Eine Reihe der anstehenden Herausforderungen ähnelt strukturell dem Klimawandel: globale, langfristige und potenziell katastrophale Risiken wie Biodiversitätsverlust, Pandemien, KI oder antimikrobielle Resistenz. Das Klima kann als die erste dieser Herausforderungen betrachtet werden, die die Menschheit gemeinsam ernsthaft angehen will. Die Art und Weise , wie sie sie angeht – z. B. in Bezug auf
- Technologie vs Mentalitätswandel
- globale Zusammenarbeit vs unilaterale Maßnahmen
- Verlassen auf technokratische Expertise vs der Förderung des wissenschaftlichen Verständnisses der breiten Öffentlichkeit
hat Auswirkungen auf das Vorgehen der Menschheit bei anderen globalen Herausforderungen. Der Klimawandel ist also ein „Lernmechanismus“ oder „Testlauf“. Und gerade weil das Klima derzeit stark im Mittelpunkt steht – d. h. gerade weil es weniger vernachlässigt wird -, besteht eine Hebelwirkung darin, diese große Aufmerksamkeit auf wirksame Lösungen zu lenken.
(d) Fazit
Wie sieht es mit der Gesamtpriorität des Klimawandels aus: Steht er auf derselben Stufe wie GHD und Aussterberisiken oder nicht?
GHD: Das Klima scheint kaum eine viel höhere oder viel niedrigere Priorität als GHD zu haben. Möglicherweise ist es in Bezug auf die Lösbarkeit etwas höher und in Bezug auf die Wichtigkeit etwas niedriger, aber es ist schwierig, massive Unterschiede zu erkennen.
Es sei darauf hingewiesen, dass wir uns auch auf eine Alternative zum ITN-Rahmenwerk stützen könnten: den direkten Vergleich des Nutzens eines zusätzlichen US-Dollars, der in das Klima investiert wird, mit GHD. Ein Beispiel: GHD bietet den Vergleichsmaßstab, ein Leben für etwa 3000 US-Dollar zu retten. Wenn etwa 4.000 Tonnen CO2 einen zusätzlichen Todesfall verursachen, dann müsste die Emissionsminderung weniger als 1 $ pro Tonne CO2 kosten, um GHD zu schlagen. Es könnte möglich sein, solche billigen Emissionsreduzierungen zu erreichen, aber die meisten Schätzungen liegen höher (auf einer Kompensations-Website würde man normalerweise viel mehr bezahlen). Es gibt ausgefeiltere, wenn auch immer noch extrem spekulative Ansätze in dieser Richtung, siehe z. B. hier , hier oder hier . Diese Zahlen sind mit enormer Unsicherheit behaftet, aber dieser alternative Ansatz stärkt nicht die Argumente dafür, dem Klima Vorrang vor dem GHD einzuräumen.
Die Ergebnisse für das Aussterberisiko sind etwas klarer, aber es ist immer noch schwer, ein schlagendes Argument in eine der beiden Richtungen zu erkennen. Aussterberisiken haben wahrscheinlich eine höhere Wichtigkeit, einen niedrigeren Wert bei der Lösbarkeit und einen deutlich höheren Wert bei der Vernachlässigung. Aussterberisiken könnten daher eine noch höhere Priorität als das Klima haben.
Wie auch immer wir es betrachten, der Klimawandel schlägt bezüglich Priorität nicht alle anderen Herausforderungen, aber er erscheint als ein prioritärer Bereich , der ganz oben steht. Wir empfehlen ihn vielen unserer Leserinnen.
2. Aber was ist mit…?
Der Klimawandel hat sich seltsamerweise zu einem polarisierenden Thema entwickelt. Daher listen wir einige Gründe gegen die Fokussierung auf den Klimawandel auf, die manchmal vorgebracht werden, aber letztlich auf wackligen Füßen stehen.
(a) „Klimaschutz ist etwas für säkulare Umweltschützer statt für Christinnen“
Christen sorgen sich manchmal, wenn säkulare Menschen die Natur als mehr als eine bloße Ressource für die Menschen ansehen. Die Bibel stellt sich hier jedoch teilweise auf die Seite der „Tree-huggers“. Die Natur soll zwar nicht angebetet werden, aber sie soll Gott verherrlichen und ihn offenbaren (Psalm 19,1; Römer 1,20; Hiob 38-41). Im Laufe der Schöpfung beschreibt Gott seine Schöpfung immer wieder als gut, sogar schon bevor der Mensch auftaucht. Und als er schließlich den Menschen erschuf, ging es genau darum, uns die Verantwortung für seine Schöpfung zu übertragen (1. Mose 1,26-28).
Es ist jedoch anzumerken, dass die Argumente für Klimaschutz kaum vom Wert abhängen, den wir der Natur zuschreiben. Dies gilt aus zwei Gründen. Erstens: Selbst wenn die Natur einen Wert an sich hat, kann es dennoch in Ordnung sein, sie zu verändern . Insbesondere in Anbetracht des gefallenen Zustands der Schöpfung (Römer 8:18-23) kann eine weiterentwickelte und veränderte Natur immer noch Gott verherrlichen. Das Klimaschutzargument, das sich auf den Wert der Natur an sich beruft, ist schwächer, wenn Treibhausgase die Natur lediglich verändern, ohne sie zu zerstören [3]
Zweitens sind sich Christen zwar über den moralischen Status der Natur uneinig, nicht aber über den moralischen Status des Menschen. Und der Mensch wird durch den Klimawandel fraglos geschädigt. Auch wenn der Schutz der Natur um ihrer selbst willen ein Grund für Klimamaßnahmen ist, bleibt der wichtigste Grund der Schutz unseres globalen Nächsten durch den Schutz der Natur. Klimaschutz ist Teil der Nächstenliebe – die zweite Hälfte des Gebots, von dem alles andere abhängt (Matthäus 22,37-40). Immer wieder fordert Gott uns auf, Mitgefühl für die Bedürftigen zu zeigen und gegen Ungerechtigkeit aufzustehen (Sprüche 14,31; Lukas 16,19-31). Der Klimawandel ist eine der größten Ungerechtigkeiten in der Geschichte der Menschheit: Diejenigen, die am wenigsten dazu beigetragen haben, leiden am meisten, und umgekehrt.
(b) „Das Problem erscheint nur aufgrund des Medienrummels groß“
Manche hegen den Verdacht, dass der Klimawandel nur deshalb groß erscheint, weil die Medien apokalyptische Ängste schüren. Das Gegenteil scheint jedoch der Fall zu sein. Während beispielsweise in der von Experten geprüften wissenschaftlichen Literatur ein mehr als 99%-iger Konsens über die Verursachung des Klimawandels durch den Menschen besteht, haben Stimmen, die sich gegen stärkere Klimaschutzmaßnahmen aussprechen – und die oft finanziell gut unterstützt werden , lange Zeit eine überproportionale Medienaufmerksamkeit erhalten.
(c) „Wir sollten nicht Gott spielen“
Ist es arrogante Hybris, wenn Menschen versuchen, komplexe Systeme wie die Atmosphäre durch technisches Fachwissen und globale Politikgestaltung zu steuern? Sollten wir uns nicht die Demut aus Psalm 131,1 zu eigen machen: „Mein Herz ist nicht stolz, Herr, und meine Augen sind nicht hochmütig; ich kümmere mich nicht um große Dinge oder um Dinge, die zu wunderbar für mich sind“? Auf diese Sorge gibt es zwei Antworten.
Die erste räumt ein, dass die Sorge, um die Überschätzung unserer Aufgaben, berechtigt ist – stellt aber fest, dass das Klima nicht die passendste Anwendung für diese Sorge ist. Schließlich gibt es simple und einfache Schritte, um unseren globalen Nächsten vor der Klimagefahr zu schützen. Dazu ist es nicht erforderlich, die Atmosphäre mit einem großen Masterplan zu kontrollieren. Vielmehr zeugen sie von Ehrfurcht vor der Souveränität des Schöpfers und verringern – statt verstärken – die Einmischung der Menschheit in komplexe natürliche Systeme.
Eine zweite Antwort stellt in Frage, ob die Sorge überhaupt angebracht ist. Wir sollten zwar nicht im wörtlichen Sinne „Gott spielen“, aber Gott hat uns tatsächlich eine Rolle zugewiesen, die seiner eigenen ähnelt. Er beauftragte uns, über die Schöpfung zu herrschen (Genesis 1:26-28). Der Wortlaut in der Genesis deutet auch nicht darauf hin, dass wir nur passiv den Status quo bewahren sollen. Wir sind Gärtnerinnen, keine Parkwächter.
(d) „Die Welt wird sowieso bald untergehen“
Warum sollte man sich um die ferne Zukunft kümmern, wenn die Welt sowieso bald untergeht? Erstens ist der Klimawandel jetzt da – es geht nicht nur um die ferne Zukunft. Zweitens kennen wir weder den Tag noch die Stunde (Matthäus 25,13). Drittens könnten sich manche Sorgen machen, dass es nicht an uns liegt, die Klimakatastrophe zu verhindern, wenn Gott sie dazu benutzen will, die Welt zu beenden. Ein Problem bei dieser Art von Argument ist, dass die Klimakatastrophe wahrscheinlich Leid und Tod in großem Ausmaß mit sich bringen wird (was wir zu verhindern aufgerufen sind ), aber kaum das buchstäbliche Ende der Welt.
(e) „Es ist überwältigend, an einem Problem zu arbeiten, das wir sowieso nicht lösen können.“
Ist es nicht sinnlos – oder zumindest entmutigend-, zu versuchen, ein so massives Problem wie den Klimawandel aufzuhalten? Um dieser Sorge zu begegnen, müssen wir Klimahandeln mit Klimahoffnung verbinden. Hoffnung ist ein Spezialgebiet der Christen. Sie ist kein Nebenthema oder ein bloßer Zuckerguss am Ende von Reden. Hoffnung ist wirklich wichtig. Sie ist für scheint für die Handlungsmotivation eher förderlicher als Angst. Sie führt auch zu einem froheren Klimahandeln. Und sie ist berechtigt: Hoffnung setzt nicht voraus, dass eine Lösung wahrscheinlich ist, [4] sondern nur, dass sie möglich ist. Das ist beim Klimawandel eindeutig der Fall, insbesondere wenn wir auf ein Alles-oder-Nichts-Denken verzichten. Unabhängig davon, ob wir das Problem vollständig lösen können, gibt es große Fortschritte, die wir machen können, einige davon mit wenig Aufwand.
Teil II: Wie kann ich meine Nächsten am besten vor dem Klimawandel schützen?
Gute Absichten führen nicht immer zu guten Ergebnissen – und nur wenige Bereiche veranschaulichen dies besser als die Klimapolitik. Für die Opfer des Klimawandels wäre es vielleicht besser, wenn ein einzelner Christ sorgfältiger abwägen würde, welche Maßnahmen den größten Nutzen bringen, als wenn zehn Christinnen ihre Anstrengungen verdoppeln würden. Aber was bringt den Klimaopfern am meisten? Um in dieser Frage voranzukommen, brauchen wir eine Theorie des Wandels (theory of change).
3. Was, wenn überhaupt irgendetwas, könnte zu einer Lösung für das Klima führen?
Einige Umweltbelastungen müssen lediglich reduziert werden. Das gilt für Plastik, Lichtverschmutzung oder Lebensmittelabfälle. Andere Belastungen müssen beseitigt werden. Das Klima gehört in die letztgenannte Kategorie: Die Netto-Treibhausgasemissionen müssen in den kommenden Jahrzehnten ganz auf Null sinken.
(A) Die Herausforderung
Wenn die Nettoemissionen auf Null sinken müssen, können wir nicht einfach doppelt so viel tun, wie wir tun würden, um sie zu halbieren. Es gibt drei Klassen von Emissionen, die eine Netto-Null-Reduzierung mehr als doppelt so schwierig machen wie eine Halbierung der Emissionen. Überspitzt formuliert sind dies:
- Die Emissionen der Armen („Subsistenzemissionen“): Unter den derzeitigen Bedingungen wäre es hart, auf jeden Schritt aus der Armut zu verzichten, der mit zusätzlichen Emissionen verbunden ist.
- Die Emissionen der Gleichgültigen („Gleichgültigkeitsemissionen“): Vielen ist der Klimawandel egal – aus so trivialen Gründen wie Egoismus oder Fehlinformationen.
- Die Emissionen von uns allen, nachdem wir die Emissionen um die Hälfte reduziert haben („hartnäckige Emissionen“): Mit etwas Wohlstand und gutem Willen können wir alle unsere Emissionen halbieren. Aber die zweite Hälfte des Weges zum Netto-Null-Emissionsausstoß ist selbst für die Reiche und Gutmenschen schwierig. Wie kann man ein normales Leben ohne Infrastruktur aus Stahl und Zement führen? Wie kann man ohne Flugreisen an wichtigen Ereignissen im Ausland teilnehmen, z. B. an Klimaverhandlungen oder an der Hochzeit eines Bruders? Wie lassen sich landwirtschaftliche Emissionen ohne kulturelle Umwälzungen in unseren Essgewohnheiten vermeiden?
(B) Die Lösung: Saubere Technologie
Jede Einzelne, jede Kirche und jede Nation, die über ein gewisses Maß an Wohlstand und guten Willen verfügt, sollte über die eigenen Emissionen hinausschauen und sie nicht nur halbieren . Diesem Teil der Aufgabe wird bereits viel Aufmerksamkeit gewidmet. Wenn wir aber den Klimawandel aufhalten wollen, sollten wir uns auf alle Emissionen konzentrieren und sie auf Netto-Null reduzieren. Das bedeutet, dass wir uns auf die drei schwierigen Emissionsklassen konzentrieren müssen.
Um unsere eigenen Emissionen um 50 % zu reduzieren, mag Willenskraft ausreichen. Aber um alle Emissionen um 100 % zu reduzieren, reicht sie nicht aus. Dies wird nur möglich sein, wenn saubere Technologie billiger ist als schmutzige Technologie. Eine saubere Technologie wird nicht von selbst billig. Diejenigen von uns, die über Zeit, Geld, Bildung und Einfluss verfügen, müssen dafür sorgen, dass dies geschieht. Wenn wir unsere Ressourcen dafür einsetzen, saubere Technologien billig zu machen, können wir über die Halbierung unserer eigenen Emissionen hinausgehen und stattdessen dazu beitragen,
- die Emissionen der Armen
- die Emissionen der Gleichgültigen
- unsere eigenen hartnäckigen Emissionen zu beseitigen, nachdem wir sie um die Hälfte reduziert haben
Einige saubere Technologien erhalten viel Aufmerksamkeit, während andere vernachlässigt werden. Wir können viel bewirken, wenn wir uns auf die blinden Flecker des öffentlichen Klimadiskurses konzentrieren (z. B. Stahl, Hot Dry Rock Erdwärme, Kohlenstoffabscheidung oder Schifffahrt). Ein weiterer wirkungsvoller Schwerpunkt sind Technologien, die langfristig fixierte Emissionen verhindern, beispielsweise beim Bau langlebiger Infrastrukturen (wie Kraftwerke in schnell wachsenden Schwellenländern). Dies vervielfacht unsere Wirkung über Jahrzehnte. Ein weiterer wirkungsvoller Schwerpunkt – nennen wir ihn „Versicherungsdenken“ – bedarf einiger Erklärung. Stell Dir zwei Szenarien vor, ein optimistisches mit schnellen Emissionsreduktionen und ein pessimistisches mit weiterhin hohen Emissionen. In letzterem verursacht eine zusätzliche Tonne Emissionen mehr Schaden als in ersterem. Dies liegt an der nichtlinearen Natur des Klimawandels: doppelt so viele Emissionen verursachen mehr als doppelt so viel Schaden. Dies spricht dafür, in Technologien zu investieren, die zur Emissionsreduzierung beitragen, falls das pessimistische Szenario eintritt. [5]
Die Schaffung sauberer Alternativen für die derzeitigen Quellen von Treibhausgasen bedeutet nicht unbedingt, dass man selbst Forschung und Entwicklung betreibt oder für die Forschung spendet. Innovation findet in der Regel statt, wenn Regierungen sie fördern. Daher geht es bei der Förderung sauberer Technologien vor allem darum, die Politik in die richtige Richtung zu beeinflussen. Jeder von uns kann dazu beitragen.
Es hat etwas ausgesprochen Christliches, (1) sich auf die drei schwierigen Emissionsklassen zu konzentrieren und (2) saubere Technologie billig zu machen, um diese Emissionen auf Null zu bringen:
- Viele Christen beginnen ihren Sonntagsgottesdienst nicht nur mit dem Busse für das, was sie getan haben, sondern auch für das, was sie unterlassen haben. Es ist zwar eine Sünde, unserem Nächsten zu schaden, indem wir selbst aktiv Treibhausgase ausstoßen , aber es ist ebenso eine Sünde, es passiv zu unterlassen , unseren Nächsten zu schützen, indem wir es versäumen, zur Verringerung der Emissionen anderer beizutragen. Wir können dazu beitragen, die Emissionen anderer zu reduzieren, indem wir ihnen erschwingliche saubere Technologien ermöglichen.
- Der Klimawandel ist ein Problem kollektiven Handelns. Wenn einige Einzelpersonen und Nationen ihren gerechten Anteil nicht beitragen, sollten andere in die Bresche springen – auch wenn das bedeutet, dass wir über unsere Pflicht hinausgehen. Als Nachfolger Jesu ist es für uns in Ordnung, mehr als unseren gerechten Anteil zu leisten. Gott hat mehr für uns getan, als wir je verdient haben, und so sollten auch wir uns nicht kleinlich auf Fairness fixieren – sondern vielmehr Mitgefühl für diejenigen haben, die durch den Klimawandel gefährdet sind, selbst wenn dieser durch die Emissionen anderer verursacht wird.
- Christen haben eine realistische Sicht der menschlichen Natur. Zwar zeigen die Menschen manchmal wunderbaren Ehrgeiz bei der Verringerung ihrer persönlichen Emissionen, aber wir gehen davon aus, dass gute Absichten nur bis zu einem gewissen Punkt reichen. Die Investition in saubere Technologien ist eine der einzigen Lösungen, die sich auf das einseitige Handeln einiger weniger stützt – anstatt von allen zu verlangen, dass sie sich alle sofort in moralische Heilige verwandeln und weltweit zusammenarbeiten.
(c) Einwände
Hier sind drei Einwände gegen die von uns vorgeschlagene Theorie des Wandels, d.h. dass unser Hauptbeitrag darin besteht, saubere Technologien billig zu machen, um die drei schwierigen Emissionsklassen zu bewältigen.
- „Haben wir die Technologie nicht schon?“
Bei der sauberen Technologie gab es in den letzten Jahren atemberaubende Fortschritte. Aber einige Lösungen sind immer noch zu teuer (oder existieren gar nicht). Der Fortschritt fällt nicht einfach vom Himmel – Erfindung, Entwicklung, Verbreitung und Kostensenkungen müssen gezielt vorangetrieben werden (siehe z. B. die Erfolgsgeschichte der Solarenergie, die hier beschrieben wird). Beispiele für Bereiche, in denen Fortschritte von großem Nutzen wären, sind Landwirtschaft, Beton, Stahl, Luftfahrt, Schifffahrt, Energiespeicherung, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, neue Formen der Kernenergie, negative Emissionen und verbesserte geothermische Systeme.
2. Brauchen wir nicht eher einen Systemwechsel als eine technische Lösung?
Ja, im Prinzip bräuchten wir das. Allerdings sind die Forderungen nach einem Systemwechsel oft sehr vage und ähneln manchmal eher einem Sündenbockmechanismus („das böse System ist schuld – ich kann nichts tun“). Wenn sie in Form von konkreten Vorschlägen formuliert werden, stehen sie oft vor zwei Herausforderungen. Erstens: Sind sie mit einer realistischen Sicht des Menschen als gefallene Geschöpfe vereinbar? Ein Teil der Veränderungen, die wir brauchen, kann nur von Gott erwartet werden. Zweitens: Erfordern Vorschläge einen so tiefgreifenden Wandel, dass sie nicht nur ein großes Potenzial für gute Ergebnisse, sondern auch ein großes Potenzial für unvorhergesehene negative Nebenwirkungen mit sich bringen?
3. Brauchen wir nicht Degrowth?
Christinnen sollten gegenüber Materialismus und der Gier nach immer mehr sehr skeptisch sein. Gleichzeitig hat Degrowth wenig Potenzial als Nachhaltigkeitslösung. Für Menschen in Armut ist Wirtschaftswachstum sehr stark mit der Beseitigung der Armut verbunden. Die Beseitigung der Armut wiederum ist ein wirksames Mittel zum Schutz der Grundbedürfnisse vor Klimarisiken. Außerdem besteht wenig Hoffnung, die Menschen in den reichen Ländern davon zu überzeugen, so stark auf Wachstum zu verzichten, dass dies eine beträchtliche Delle in die Emissionen reißen würde; und wenn dies tatsächlich der Fall wäre, könnte es gleichzeitig den Fortschritt bei den sauberen Technologien ausbremsen.
(d) Eine weitere Überlegung: zwei Fliegen mit einer Klappe
Die Art und Weise, wie wir den Klimawandel bekämpfen, wirkt sich darauf aus, wie wir andere bevorstehende globale Katastrophenrisiken bewältigen. Wir können unsere Wirkung verstärken, indem wir unsere Klimamaßnahmen so ausrichten, dass diese „Nebeneffekte“ maximiert werden. Hier einige Beispiele für das Fine-Tuning von Klimamaßnahmen, so dass sie über den Klimawandel hinaus Wirkung erzielen:
- Stärkung der allgemeinen wissenschaftlichen Kompetenz der Öffentlichkeit statt bloss der Klimakompetenz
- Stärkung globaler kooperativer Institutionen statt blosses Durchwursteln mit klimaspezifischen Ad-hoc-Verträgen
- Normalisierung der Idee, als Nation mit Schritten voranzugehen statt der Haltung, im Gleichschritt mit anderen Nationen zu handeln
- Stärkung der allgemeinen Widerstandsfähigkeit durch Armutsbekämpfung und nicht nur klimaspezifische Anpassung
- Stärkung einer selektiven Haltung gegenüber technologischem Fortschritt, die weder plump technophob noch unverblplumpümt technooptimistisch ist
4. Welche Möglichkeiten habe ich, um Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen?
Es sollten also viel mehr Maßnahmen für die drei schwierigen Emissionsklassen ergriffen werden. Aber was bedeutet „es sollte“ für mich persönlich? Kollektives Handeln muss auf Schritte heruntergebrochen werden, die Einzelpersonen wie Sie und ich im Hier und Jetzt unternehmen können.
Vier Schritte können von uns allen unternommen werden, unabhängig davon, ob wir Zeit in Klimaschutzmaßnahmen investieren: beten, spenden, wählen und Lebensstiländerungen. Drei weitere Schritte sind für diejenigen von uns gedacht, die bereit sind, ihre Zeit zu investieren – sei es in ihrer Freizeit oder in ihrem Arbeitsleben: Geld verdienen, um zu spenden, Forschung und Entwicklung und Einflussnahme.
(a) Lifestyle
Einige Lebensstiländerungen haben eine spürbare Wirkung, vor allem, wenn wir diejenigen Änderungen in Bereichen bevorzugen, in denen sowohl die Politik als auch die Technologie derzeit versagen. Beispiele sind Fliegen und der Verzehr von tierischen Produkten. Änderungen des Lebensstils haben auch eine Signalwirkung: Sie zeigen, wie ernst wir den Klimawandel nehmen.
Es ist jedoch wichtig, den Effekt realistisch einzuschätzen. Änderungen des Lebensstils wird oft zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie sich wie eine greifbare und aufopfernde Antwort auf ein überwältigendes Problem anfühlen. Aber sie reduzieren nur unsere eigenen Emissionen. Die jährlichen Emissionen vieler Leser liegen bei 5-10 Tonnen. Soviel kann durch eine Änderung des Lebensstils beeinflusst werden kann. Hunderte Male so viel kann durch andere Lösungen erreicht werden! Würde jemand, dem der Schutz von Verbrechensopfern am Herzen liegt, das Hauptaugenmerk auf die Beseitigung seiner eigenen kriminellen Aktivitäten legen? Wenn auch nur die geringste Chance besteht, dass Änderungen des Lebensstils unsere Energie und Aufmerksamkeit „verbrauchen“, schlagen wir vor, sich dreist zu entspannen – und stattdessen radikal aufopferungsvoll zu sein, wenn es um wirkungsvolle Beiträge zur Beseitigung der drei schwierigen Emissionsklassen geht.
(B) Beten
Wir schlagen vor, dem Gebet große Bedeutung beizumessen. Dazu gehört die Fürbitte für die Opfer des Klimawandels und für unsere Kraft zum Handeln ebenso wie Busse, Dankbarkeit und die Erneuerung in unseren eigenen Geist und Sinn . Wir brauchen unbedingt Gottes Hilfe, denn das menschliche Gehirn ist nicht für ein so komplexes Problem gemacht und menschliche Institutionen sind nicht für ein so globales und langfristiges Problem gemacht. Es kommt auch unserem eigenen geistlichen Leben zugute, wenn die physische Realität hier unten auf der Erde ein wichtiger Teil unseres Gebetslebens wird.
(C) Wählen
Eine effiziente und gerechte Lösung für das Problem des Klimawandels erfordert politisches Handeln und nicht den Versuch eines jeden Individuums, freiwillig und unkoordiniert seinen Beitrag zu leisten. Politisches Handeln findet aber nur statt, wenn Individuen auch tatsächlich dafür stimmen – und das ist ohnehin eine Handlung mit geringem Aufwand.
(D) Spenden
Im Gegensatz zu einigen anderen Bereichen kann der Klimawandel auf eine große Anzahl von Menschen zählen, die Zeit und Energie haben, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Das Geld hat also tatsächlich etwas, womit es arbeiten kann.
Um die besten Organisationen für Spenden zu finden, empfehlen wir, sich auf die sorgfältige Arbeit von Founders Pledge zu verlassen. Sie sind der am stärksten auf die Wirkung ausgerichtete Berater für Klimaphilanthropie. Dank der Flexibilität ihres Fonds können die Spenden besonders gut auf die aktuellen Umstände abgestimmt werden. Für eine alternative, aber ähnliche Perspektive bietet Giving Green wertvolle Vorschläge. Eine hilfreiche FAQ zu Klimaspenden findest Du hier . Sowohl der Fonds als auch weitere von Founders Pledge und Giving Green empfohlene Organisationen können auch direkt hier über Effektiv Spenden unterstützt werden (diese Spenden sind sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz steuerlich absetzbar).
Wir empfehlen, Spenden nicht auf christliche Organisationen zu beschränken, sondern an die Organisationen zu spenden, die die drei schwierigen Emissionsklassen am wirksamsten reduzieren. Es spricht jedoch nichts dagegen, die christliche Motivation für die Unterstützung von Klimaopfern durch diese säkularen Organisationen öffentlich zu erwähnen. [6]
(E) Earning to Give („Verdienen, um zu Geben“Professionelles Spenden“)
Es gibt eine Kehrseite der Tatsache, dass sich viele junge Menschen für den Klimaschutz interessieren: Wenn Sie sich entscheiden, selbst im Klimabereich zu arbeiten, ersetzen Sie möglicherweise eher jemanden anderen, als dass Sie eine kontrafaktische Wirkung erzielen. Wenn man also bewusst Geld verdient (natürlich auf moralisch vertretbare Art und Weise ), um dieses Geld in den Klimaschutz zu investieren, könnte das eine größere Wirkung haben. Dadurch erhöht sich die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze im Klimabereich, anstatt dass man selbst einen der begrenzten Arbeitsplätze besetzt.
(f) Einflussnahme
Wir können die Wirkung unseres Handelns vervielfachen, indem wir andere davon überzeugen, wie wichtig es ist, den Klimawandel zu bekämpfen, oder wie wichtig es ist, wirksame Mittel dafür zu wählen.
Wir schlagen insbesondere vor:
- Einflussnahme auf die Politik. Der Löwenanteil der Lösung des Klimaproblems wird von der Politik kommen, sei es durch Anreize, Verbote, Forschungsfinanzierung oder internationale Koordination. Der Fortschritt bei sauberen Technologien kommt nicht aus dem Nichts. Die Regierungen – die zwei Größenordnungen mehr für den Klimawandel ausgeben als Philanthropinnen- haben schon immer eine zentrale Rolle bei der Förderung und Gestaltung von Innovationen gespielt.
Wir schlagen vor, sorgfältig auszuwählen,- wo die Politik beeinflusst werden soll. Für die meisten Leser bietet die eigene Stadt oder das eigene Land vielleicht nicht die größten Einflussmöglichkeiten. Aber wichtige Entscheidungen in einem anderen Land stehen vielleicht kurz vor einem Wendepunkt. Setz Deine Bemühungen dort ein, wo sie den größten Einfluss haben.
- für welche Art von Politik Du dich einsetzen sollten: siehe unsere Theorie der Veränderung oben. Es ist hilfreich, vernachlässigte Themen auszuwählen, die von anderen Aktivisten vernachlässigt werden, z. B. weniger sexy Bereiche der F&E-Förderung wie sauberer Zement oder Patentrecht, um den internationalen Technologietransfer zu ermöglichen.
Einfluss auf die Politik kann als Klimaaktivistin genommen werden. Aber auch Karrieren im öffentlichen Dienst, in der Wissenschaft oder in der Wirtschaft sind hilfreich.
- Beeinflussung von Christen . Es gibt hier eine Chance: Einige Nationen, die für den Klimaschutz von großer Bedeutung sind – die USA oder, im Hinblick auf das Bremsen von EU-Maßnahmen, Polen – sind stark von christlichen Stimmen geprägt. In diesen Ländern haben die Christinnen den Klimaschutz manchmal behindert. Nur 52 % der religiös gebundenen Amerikaner und nur 34 % der Evangelikalen halten den Klimawandel für ein äußerst oder sehr ernstes Problem, während 70 % der religiös nicht gebundenen Amerikanerinnen dasselbe sagen.
Wir schlagen vor, einen respektvollen Umgang mit klimakritischen Christen anzustreben, um Argumente und Inspiration für glaubensbasiertes Klimahandeln zu liefern. Dies könnte in wichtigen Ländern den Ausschlag geben. Eine weitere Option ist der Aufbau einer breiteren Bewegung von Christen, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, wie A Rocha , Catholic Climate Covenant , Evangelical Environmental Network, Young Evangelicals for Climate Action , The Orthodox Fellowship of the Transfiguration, Operation Noah, John Ray Initiative , Christian Climate Action , Young Christian Climate Network , Green Christian, Laudato Si‘ Research Institute, Orthodox Youth Environmental Leadership Program , Creation Justice Ministries und viele mehr. - Einflussnahme auf Klimaaktivistinnen. Zwar kann sich der Klimaschutz auf eine große Zahl von Aktivisten stützen, doch wird ihre kraftvolle Energie nicht immer optimal auf die tatsächliche Lösung des Problems gelenkt. Die kulturell polarisierte Natur des Klimaproblems verleitet die Aktivisten dazu, sich stattdessen auf Selbstdarstellung, Sündenbocksuche und „ politischen Hobbyismus “ zu konzentrieren. Daher kann man Einfluss darauf nehmen, wie Menschen mit guten Absichten im Klimabereich – insbesondere die Führer von NGOs und politischen Parteien – ihre Ressourcen investieren.
(g) Forschung und Entwicklung
Die wichtigste Lösung, um die drei schwierigen Emissionsklassen auf Netto-Null zu bringen, sind saubere Technologien. Sie können dazu beitragen, saubere Technologien billiger zu machen – oder neue Technologien zu entdecken -, indem Sie selbst Forschung und Entwicklung betreiben, insbesondere in vielversprechenden, aber derzeit vernachlässigten Bereichen. Das kann bedeuten, dass Du in der Industrie arbeitest, ein Start-up gründest oder in der Wissenschaft tätig bist.
F&E ist sicherlich nicht die einzige Karriereoption mit großer Wirkung. Weitere gute Ratschläge zu Klimakarrieren findest Du auf den Websites von Effective Environmentalism und High Impact Engineers.
Climate Tech List verzeichnet eine große Anzahl offener Stellen bei Unternehmen, die im Bereich Klima & Technologie tätig sind. Wenn Du die 80000hours-Jobbörse nach Klima-Jobs filterst , erhältst Du ebenfalls eine Auswahl an hochwirksamen Stellenangeboten. ClimateBase bietet eine breite Palette von Klima-Jobs.
Beachte auch, dass Effective Thesis Studierenden bei der Suche nach einem Abschlussarbeitsthema unterstützt, und zwar auf allen Ebenen vom Bachelor bis zur Promotion. Wenn Du ohnehin eine Abschlussarbeit schreibst, warum dann nicht ein aussagekräftiges Thema wählen?
Unsere Entscheidungen machen einen Unterschied – sie können für unsere Nächsten ein ruheloses Leben auf der Flucht vor der Dürre mit einem blühenden Leben in einem sicheren Zuhause ersetzen. Ob sie dies für wenige oder für viele tun, hängt davon ab, wie gut wir gute Absichten in gute Ergebnisse umsetzen. Unsere drei wichtigsten Vorschläge dafür sind:
- Für saubere Technologiepolitik eintreten – insbesondere auch in der Politik
- Geld für den Fortschritt in der sauberen Technologie spenden
- Beten
Häufige Fehler sind, unsere Opferbereitschaft für symbolische Lebensstiländerungen zu verwenden, die bereits Überzeugten weiter zu überzeugen und informieren, sich den nächstbesten Klima-Einsätzen anzuschließen, die gerade zufällig vor der eigenen Haustür stehen, und in der Klimaarbeit einfach jemand anderen mit ähnlichen Fähigkeiten zu ersetzen, statt einen zusätzlichen Unterschied zu machen.
Auf welcher Grundlage basieren unsere Empfehlungen
Biblische Themen. Wir sind aufgerufen, unseren Nächsten zu lieben und Gerechtigkeit zu üben, vor allem gegenüber den Armen . Das ist der zentrale Grund für den Klimaschutz. Wir haben auch den Auftrag, uns um die Schöpfung zu kümmern , und wir haben die Zusage erhalten, dass wir mit den großen Aufgaben nicht allein gelassen werden .
Mitchristen. Gläubige Menschen aus allen Ecken des Christentums haben sich dem Aufruf zum Schutz des Lebens vor Klimaschäden angeschlossen, zum Beispiel
- Evangelikale wie Katharine Hayhoe (amerikanische Klimawissenschaftlerin und eine der 100 einflussreichsten Personen der TIME im Jahr 2014), Sir John Houghton (Vorsitzender bei den ersten drei IPCC-Berichten ) oder die Young Evangelicals for Climate Action , aber auch viele andere Protestanten.
- Katholiken wie Papst Franziskus (mit seiner Entscheidung, den Namen des Schöpfungshelden Franz von Assisi anzunehmen, und seinen vielen deutlichen Worten zu diesem Thema ), Yeb Saño (der Diplomat, der bei internationalen Verhandlungen Tränen vergoss und eine Klimapilgerreise unternahm) oder Bruce Friedrich (der sich ganz auf die Lösung eines zentralen Engpasses für eine Klimalösung konzentriert: alternative Proteine).
- Orthodoxe Christinnen, nicht nur, weil ihre Theologie die materielle Welt sehr ernst nimmt, sondern auch in der Person des derzeitigen geistlichen Oberhaupts der orthodoxen Ostkirche, des „grünen Patriarchen“ Bartholomäus von Konstantinopel.
Wissenschaftliche Beweise. Der Klimawandel ist insofern einzigartig, als die Regierungen dieser Welt in den 1980er Jahren beschlossen haben, den IPCC einzurichten, ein Gremium, das die Aufgabe hat, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel regelmäßig zusammenzufassen. Dieses Gremium ist einer strengen Prüfung unterworfen, und seine Berichte können daher als Konsens über den aktuellen Stand der Erkenntnisse angesehen werden. Solide Antworten auf alle skeptischen Standardargumente gegen die Klimaforschung finden Sie hier .
Prioritätensetzung und Theorie des Wandels. Für unsere Ansichten darüber, ob – und welche Art von – Klimamaßnahmen die „Geringsten unter ihnen“ optimal unterstützen, haben wir uns auf eine breite Basis von Quellen gestützt, insbesondere auf verschiedene Einschätzungen aus der Bewegung des effektiven Altruismus. Dazu gehören die Klimaforschung von Founders Pledge sowie Berichte und Interviews von Johannes Ackva, dem Leiter der Klimaabteilung. Auch der Klimabericht von 80.000 hours , die Ressourcen von Effective Environmentalism , die Arbeit von Giving Green sowie eine Vielzahl von Autoren wie Hannah Ritchie, David Roberts oder Dave Bookless und Institutionen wie Operation Noah , A Rocha oder das Breakthrough Institute sind hier vertreten.
Fußnoten
[1] ↑ Wir konzentrieren uns hier auf den Klimaschutz, d. h. die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Es gibt zwei weitere Bereiche des Klimaschutzes. Erstens die Anpassung: die Anpassung an den Klimawandel in dem Maße, in dem wir ihn nicht gemildert haben. Zweitens Verluste und Schäden: die Zahlung von Entschädigungen in dem Maße, in dem wir weder den Klimawandel gemildert noch uns an ihn angepasst haben. Die Opfer des Klimawandels legen großen Wert darauf, dass diese beiden weiteren Bereiche ausreichend berücksichtigt werden. Es gibt noch einen weiteren Bereich: das Management der Sonneneinstrahlung (das oft mit der Entfernung von Kohlendioxid – die für unsere Zwecke der Eindämmung nahekommt – unter dem Begriff Geoengineering zusammengefasst wird). Die Idee ist, den Planeten trotz des Klimawandels bewohnbar zu halten, indem das Sonnenlicht zurück ins All reflektiert wird. Dieser Ansatz ist jedoch so speziell, dass er eine separate Diskussion erfordert.
[2] ↑ Warum „Null“ und warum „Netto“? Um die globale Erwärmung zu stoppen, sind Null-Emissionen und nicht nur geringe Emissionen erforderlich. Genau genommen müssen jedoch die Nettoemissionen, d. h. die Emissionen abzüglich des Abbaus, Null sein.
[3] ↑ Hier stellen wir die unbelebte Natur dem Menschen gegenüber. Aber was ist mit den Tieren? Die Argumente für den Schutz der Tiere um ihrer selbst willen sind viel klarer als für den Schutz der unbelebten Natur um ihrer selbst willen. Gott liegt viel an den Tieren, auch wenn er sich noch mehr um die Menschen kümmert (Matthäus 10:29-31). Der Klimawandel wird vielen Tierarten schaden, zumal sie sich nicht so gezielt anpassen können wie die Menschen. Der Schaden auf der Ebene der Arten lässt sich jedoch nicht ohne weiteres in einen Schaden auf der Ebene der Individuen übersetzen, da gut angepasste Arten auf Kosten weniger gut angepasster Arten zahlenmäßig zunehmen werden.
[4] ↑ Es besteht die Gefahr, Optimismus statt Hoffnung zu fördern. Optimismus geht davon aus, dass eine Lösung wahrscheinlich und nicht nur möglich ist – und dafür gibt es vielleicht keine guten Beweise. Manche Menschen verbreiten irrationalen Optimismus mit der Behauptung, dass die Menschheit schon immer einen Ausweg aus jedem Schlamassel gefunden hat (was nicht wirklich wahr zu sein scheint), oder dass die Technologie den Trick von selbst erledigen wird (was ebenfalls nicht wahr zu sein scheint), oder dass die Welt bereits jede Menge Maßnahmen ergreift (was wiederum nicht wahr zu sein scheint).
[5] ↑ Mehr zu den Punkten in diesem Absatz findest Du in diesem Interview mit Johannes Ackva. Um diese Ideen in konkrete und aktuelle Spendenvorschläge umzusetzen, siehe die Arbeit von Founders Pledge.
[6] ↑ Für diejenigen, die sich speziell im christlichen Raum engagieren möchten, könnten Spenden an christliche Entwicklungshilfswerke eine gute Idee sein. Die Befreiung von Armut ist für die Klimaresilienz äußerst hilfreich. Eine weitere Möglichkeit ist die Unterstützung der christlichen Klimabewegung, für die unter „Advocacy“ Beispiele genannt werden.
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