Drei Dinge,die beim Spenden wichtig sind

1. Nimm dir mehr Zeit für deine Spendenentscheidung

Die meisten Menschen treffen ihre Spendenentscheidung spontan. Man wird auf der Straße angesprochen, erfährt im Bekanntenkreis von einem Projekt oder spendet an eine große, bekannte Organisation, deren Werbung man gesehen hat.  In wenigen Minuten ist die Spende abgeschlossen.

Dies ist nachvollziehbar, weil es – bisher – kaum gute deutschsprachige Informationen zum wirkungsorientierten Spenden gab. Häufig herrscht ein diffuses Gefühl, dass man einfach nicht genau wissen kann, wie gut eine Hilfsorganisation wirklich ist. Warum sich also Gedanken machen, wenn die Unterschiede zwischen Organisationen wahrscheinlich ohnehin nicht allzu groß sind?

Die Entscheidung, welche Organisation das Geld erhält, ist allerdings von zentraler Bedeutung, denn es gibt erhebliche Unterschiede in der Wirksamkeit von Hilfsorganisationen. Es ist möglich herauszufinden, ob die Maßnahme einer Hilfsorganisation wirkt und wie gut sie im Vergleich zu Maßnahmen anderer Hilfsorganisationen ist.

GiveWell, auf deren Forschung unsere Empfehlungen beruhen, hat in großer Detailtiefe untersucht, wie gut die Programme von Hilfsorganisationen sind. Verwaltungskosten, über die viele Organisation berichten, sind dagegen kein zuverlässiger oder gar relevanter Maßstab für die Qualität einer Organisation und sollten keine Rolle bei der Spendenentscheidung spielen.

Nimm dir also Zeit und lies dies die Artikel auf unserer Website und auf givewell.org. Wende dich gerne an uns, wenn du Fragen hast. Melde dich für unseren Newsletter an.

2. Spende an Organisationen, die in Entwicklungsländern tätig sind

Es ist schwierig nachzuvollziehen, wie groß die Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sind, wenn man sie nicht aus eigener Erfahrung kennt. In Deutschland spülen wir unsere Toiletten mit Trinkwasser während in anderen Teilen der Welt insgesamt 40.000 Kinder im Monat an Durchfall sterben. In Deutschland muss in der Regel  niemand wochenlang hungrig zu Bett gehen; für 800 Millionen Menschen ist das leider eine Realität.

Eine Hilfsorganisation, die in einem Entwicklungsland tätig ist, wird daher in der Regel mehr bewirken als eine Organisation in einem Industrieland: die Probleme sind größer und aufgrund der Kaufkraft-Unterschiede ist es günstiger zu helfen. Außerdem sind viele Regierungen in ärmeren Ländern nicht in der Lage Wohlfahrtsprogramme zu finanzieren während Deutschland im globalen Vergleich ein Sozialstaat mit hohen Standards ist. So gibt Deutschland z.B. pro Schüler an einer allgemeinbildenden Schule 7.500 Euro pro Jahr  aus während es Länder auf der Welt gibt, wo Schüler von extrem günstigen Entwurmungsprogrammen profitieren können (mit Kosten von weniger als einem Euro pro Schüler pro Behandlung).

3. Spende nicht an eine große, bekannte NGO

Große, bekannte Hilfsorganisation verfügen über riesige Budgets, die über die Jahre meist immer größer geworden sind. Sie gleichen dabei häufig einem Gemischtwarenladen: sie machen viele verschiedene Dinge in den unterschiedlichsten Bereichen anstatt sich (erst einmal) auf die wenigen hochwirksamen Maßnahmen zu konzentrieren.

Weil Gutes tun schwierig ist, ist es daher häufig sinnvoller spezialisierte NGOs zu unterstützen, die besonders wirkungsvolle Maßnahmen in bestimmten Bereichen durchführen, in denen sie über die Jahre ein hohes Maß an Expertise erworben haben. Die von uns empfohlenen Top-Hilfsorganisationen sind auf ihrem jeweiligen Gebiet weltweit führend. Oxfam mag vielleicht auch das ein oder andere Anti-Malaria-Programm durchführen, aber das Malaria Consortium besitzt in diesem Bereich eindeutig mehr Erfahrung. Dieses Wissen und diese Erfahrung sind wichtig, um Menschen bestmöglich zu helfen.

Große Hilfsorganisationen sind zudem erstaunlich intransparent, vielleicht weil sie im Fall eines Skandals mehr zu verlieren haben. Sie verfügen über riesige Budgets, häufig ist es jedoch für den Spender wenig nachvollziehbar, wofür eine einzelne Spende genau eingesetzt wird. GiveDirectly, eine unserer Top-Organisationen, hat einen eigenen Newsfeed aufgesetzt, in dem Empfänger der Geldtransfers ungefiltert von ihren Erfahrungen berichten können.

GiveWell schreibt zusammenfassend zu „Mega Charities”:

Insgesamt haben wir den Eindruck, dass Ihre Spende an diese Organisationen nur schwer zu verfolgen ist und wahrscheinlich eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Programmen unterstützen wird, deren Förderung maßgeblich von Regierungen und anderen großen Geldgebern beeinflusst wird. Wir sind der Meinung, dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie bei einer Spende an jene Organisationen eine ähnlich hohe Wirkung erzielen können wie bei einer Spende an unsere Top-Hilfsorganisationen, die sich auf einige der bewährtesten und kosteneffektivsten Maßnahmen konzentrieren.

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