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Malaria Consortium

Vorbeugende Medikamente gegen Malaria

Malaria Consortium Logo
Registrierungskarte und Tabletten für die Verteilung der Malariaprophylaxe

Malaria verursacht immenses Leid. Jedes Jahr werden hunderte Millionen Menschen durch den Stich eines Moskitos infiziert. Hunderttausende Menschen sterben. Besonders Kinder unter fünf Jahren sind betroffen: Jeden Tag sterben mehr als 1.000 Kinder an Malaria. Für schwangere Frauen in Risikogebieten ist Malaria die häufigste Todesursache.

Das Malaria Consortium verhindert großes Leid und rettet Leben, indem es Kinder während der etwa viermonatigen Regensaison, in der die Moskitos besonders aktiv sind, mit vorbeugenden Medikamenten versorgt. Für knapp $6 kann ein Kind über diese Zeit geschützt werden. Die enorme Wirkung dieser Programme ist durch zahlreiche Studien belegt.

Das Problem

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden deutliche Erfolge im Kampf gegen Malaria erzielt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten zwischen 2000 und 2024 ca. 2,3 Milliarden Erkrankungen und fast 14 Millionen Todesfälle verhindert werden.[1]

Trotzdem bleibt die Krankheit eine ernstzunehmende Herausforderung. So erkranken jedes Jahr weltweit immer noch ca. 282 Millionen Menschen an Malaria, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent.[2] Für mehr als 600.000 von ihnen endet die Krankheit tödlich.[3] Fast 61% der Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren – das sind über 1.000 Kinder pro Tag. Jedes elfte Kind, das weltweit stirbt, stirbt an Malaria; in Sub-Sahara-Afrika ist es sogar jedes siebte.[4]

Auch bei einem nicht tödlichen Verlauf der Krankheit leiden die Menschen enorm. Neben grippeähnlichen Symptomen kann Malaria zu dauerhaften Einschränkungen des Sehvermögens, des Gehörs oder zu Epilepsie führen. Die Lebenssituation der Erkrankten verschlechtert sich nicht nur, weil sie Geld für Arztbesuche und Medikamente aufbringen müssen, sondern auch, weil sie während eines akuten Schubs weder zur Schule noch zur Arbeit gehen können.

Die Lösung

In vielen Ländern schwankt das Risiko an Malaria zu erkranken saisonal. So gilt die Regenzeit, in der es deutlich mehr Moskitos gibt, als Hochsaison für Malariainfektionen. Auf diesen Zeitraum konzentriert sich das Malaria Consortium mit der sogenannte Saisonalen Malaria-Chemoprävention (SMC). Hierbei werden die Malariamedikamente Sulfadoxin-Pyrimethamin und Amodiaquin verabreicht, um einer Infektion vorzubeugen. Die WHO empfiehlt die Maßnahme als wirksam, sicher, gut verträglich, verfügbar und kostengünstig.[5]

Das Malaria Consortium unterstützt die Ausbildung von Mitarbeitern, die Kindern in ihrem Zuhause die notwendigen Medikamente verabreichen. Die Familien der Kinder werden während der Malariasaison viermal besucht – jeweils im Abstand von einem Monat. Dabei sind die Mitarbeiter angewiesen, die erste Dosis der Medikamente selbst zu verabreichen und zwei weitere Dosen den Eltern zu übergeben. Diese sollen dann in den darauffolgenden Tagen die Einnahme durch die Kinder sicherstellen.

Laut GiveWell kostet es das Malaria Consortium je nach Region 5 bis 6 USD, um ein Kind für den gesamten von der WHO empfohlenen Präventionszeitraum von vier Monaten zu schützen – und zwischen 2.000 und 7.000 USD, um einen Tod durch Malaria zu verhindern.[6]

Zwei kleine Kinder sitzen auf dem Boden. Das ältere Kind schaut lächelnd weg von der Kamera, das jüngere Kind hat seinen Blick gesenkt.
Drei Kinder aus der Region Zorgho in Burkina Faso die vorbeugende Malariamedikamente erhalten haben und sich daher nicht mit der potentiell tödlichen Krankheit infizieren werden. (Foto: Malaria Consortium/S. Garcia)

Die Wirkung

Mehrere randomisierte kontrollierte Studien zeigen, dass Malaria-Chemoprävention das Auftreten von Malaria wirksam verringert. Laut einer renommierten „Cochrane-Analyse“, die verschiedene Studien aggregiert ausgewertet hat, konnten mithilfe von Chemopräventionsprogrammen ungefähr 75% aller klinischen Malaria-Fälle vermieden werden. Im Fall einer dennoch auftretenden Malariaerkrankung führt die Prävention dazu, dass der Verlauf weniger schwerwiegend ist – das Risiko von Blutarmut etwa, einer häufigen Begleiterscheinung von Malaria, scheint niedriger zu sein.[7][8]

Auch die wirtschaftlichen Vorteile eines Rückgangs von Malaria-Infektionen sind immens: Jeder Euro, der in afrikanischen Ländern für Anti-Malaria-Aktivitäten ausgegeben wird, erhöht das Bruttoinlandsprodukts des jeweiligen Landes um $6,75 – ein außerordentlich hoher Wert.[9]

Die Organisation

Das Malaria Consortium wurde 2003 gegründet und arbeitet daran, die Ausbreitung von Malaria und anderen Krankheiten in Afrika und Asien einzudämmen. Aktuell ist das Malaria Consortium in zwölf Ländern in Afrika und Asien tätig. Das SMC-Programm der Organisation besteht seit 2013 und wird vor allem in der Sahel-Region auf dem afrikanischen Kontinent durchgeführt.

Allein im Jahr 2024 konnte das Malaria Consortium 25 Millionen Kinder mit den SMC-Medikamenten versorgen. Die Organisation führt selbst Forschung durch und arbeitet eng mit Regierungen zusammen, um die jeweiligen Gesundheitssysteme operativ und technisch zu unterstützen.

GiveWell führt das Malaria Consortium seit 2017 als „Top-Hilfsorganisation“. Die Wirksamkeit von SMC-Programmen wurde in zahlreichen, unabhängigen Untersuchungen nachgewiesen. Die Organisation selbst zeichnet sich durch hohe Transparenz und hohe Kosteneffektivität aus. Sie verfügt außerdem noch über Wachstumspotential. GiveWell unterstützt das Malaria Consortium seit 2020 regelmäßig mit Zuschüssen in Millionenhöhe.


Blogartikel

Häufige Fragen

Warum wird die Prävention nicht ganzjährig durchgeführt?

Auch außerhalb der Hochsaison treten Malariafälle auf, eine ganzjährige Medikamenteneinnahme ist aber aus verschiedenen Gründen nicht ratsam: Zum einen könnte das Risiko bestehen, dass eine kontinuierliche, mehrjährige Einnahme der Medikamente durch Kleinkinder noch nicht erforschte Nebenwirkungen hat. Außerhalb der Hochsaison erscheint der Schutz durch Moskitonetze daher geeigneter. (Auch während der Hochsaison ist ein zusätzlicher Schutz durch Moskitonetze natürlich sinnvoll.) Zum anderen erhöht eine ganzjährige Einnahme das Risiko, dass die Moskitos im Laufe der Zeit gegen die Malaria-Medikamente resistent werden können.[10]

Welche Nebenwirkungen haben die Medikamente?

Laut der WHO sind die Malariamedikamente, die für die Chemoprävention eingesetzt werden, in der empfohlenen Dosierung für Babys und Kleinkinder sicher. Nebenwirkungen sind äußerst selten: Im Senegal, wo fast 800.000 Behandlungen mit Sulfadoxin-Pyrimethamin und Amodiaquin im Rahmen von Saisonalen Malaria-Chemopräventionen durchgeführt wurden, konnten auch bei intensiver Überwachungen keine signifikanten Nebenwirkungen beobachtet werden, welche auf diese Medikamente zurückzuführen sind.[11] In der Cochrane-Auswertung mit 9.533 Teilnehmern wurde von keiner einzigen Nebenwirkung berichtet.[7] Das Malaria Consortium selbst hatte in der Vergangenheit im Rahmen seiner Monitoring-Aktivitäten davon berichtet, dass es nach der Einnahme der Medikamente stellenweise zu Übelkeit und Erbrechen gekommen war. Dies wurde mit den bitteren und schwer zu schluckenden Tabletten erklärt. Seitdem wasserlösliche Tabletten mit Orangengeschmack verwendet werden, treten diese Nebenwirkungen praktisch nicht mehr auf. Sehr selten wurden außerdem Fälle von Durchfall, Juckreiz, Kopfschmerzen, leichte Bauchschmerzen und Ausschlag beobachtet.

Wie werden die Kosten von knapp $6 pro viermonatiger Behandlung berechnet?

Die $5,98 je viermonatiger Behandlung pro Kind beziehen sich auf die gewichteten Durchschnittskosten aller vom Malaria Consortium unterstützten Behandlungen aus den Jahren 2018-2021. Dabei wurde bereits berücksichtigt, dass nicht alle Kinder in allen Monaten die Medikamente eingenommen haben. In den Kosten sind sowohl die Kosten der Medikamente, des Gesundheitspersonals sowie sämtliche Kosten für Administration und Verwaltung sowohl des Malaria Consortiums als auch von an den Programmen beteiligten Regierungen enthalten, wobei letztere nicht von Malaria Consortium übernommen werden. Die Berechnungen können im Detail hier nachvollzogen werden.

Wird meine Spende eventuell für andere Programme des Malaria Consortiums genutzt?

Wir empfehlen, angelehnt an die Ergebnisse des renommierten Forschungsinstituts GiveWell, explizit an das Programm zur Saisonalen Malaria-Chemoprävention des Malaria Consortiums zu spenden, da deren Wirksamkeit von unabhängigen, wissenschaftlichen Studien belegt ist und eine herausragende Kosteneffektivität nachgewiesen werden konnte. Deshalb leiten wir alle Spenden zweckgebunden weiter, d.h. sie werden ausschließlich für das SMC-Programm eingesetzt.

Quellen

[1] ↑ World malaria report 2025. Weltgesundheitsorganisation (WHO). https://www.who.int/teams/global-malaria-programme/reports/world-malaria-report-2025 Dezember 2025.

[2] ↑ World malaria report 2025. Weltgesundheitsorganisation (WHO). https://www.who.int/teams/global-malaria-programme/reports/world-malaria-report-2025 Dezember 2025.

[3] ↑ Die Weltgesundheitsorganisation nennt im World malaria report 2025 610.000 Todesfälle im Jahr 2024. Auf Basis einer etwas anderen Methodik schätzt das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in ihrer „Global Burden of Disease“ (GBD)-Studie, dass im Jahr 2023 weltweit ca. 670.000 Menschen an Malaria gestorben sind. Zu den GBD-Daten: https://vizhub.healthdata.org/gbd-results?params=gbd-api-2023-permalink/240af42544bb8e05e2eac715b8ea2d7d (kostenlose Anmeldung erforderlich). Zuletzt abgerufen im Dezember 2025.

Mehr dazu: Max Roser and Hannah Ritchie. Malaria. Our World in Data. https://ourworldindata.org/malaria. Zuletzt aktualisiert im Februar 2024.

[4] ↑ Laut den Schätzungen der „Global Burden of Disease“ (GBD)-Studie des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) starben im Jahr 2023 408.616 Kinder unter 5 Jahren an Malaria, also 1.119 Kinder pro Tag. 9% der weltweiten Todesfälle in der Altersgruppe sind auf Malaria zurückzuführen, in Sub-Sahara-Afrika sind es 15%. Zu den GBD-Daten: https://vizhub.healthdata.org/gbd-results?params=gbd-api-2023-permalink/240af42544bb8e05e2eac715b8ea2d7d (Zuletzt abgerufen im Dezember 2025.)

[5] ↑ Consolidated guidelines for malaria – seasonal malaria chemoprevention (SMC). Weltgesundheitsorganisation. https://app.magicapp.org/#/guideline/LwRMXj/section/EPMOYj. August 2025.

[6] ↑ Seasonal Malaria Chemoprevention. GiveWell. https://www.givewell.org/international/technical/programs/seasonal-malaria-chemoprevention Zuletzt aktualisiert im April 2024.

[7] ↑ Meremikwu MM, Donegan S, Sinclair D, Esu E, Oringanje C. Intermittent preventive treatment for malaria in children living in areas with seasonal transmission. Cochrane database of systematic reviews. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22336792. Februar 2012.

[8] ↑ Lauren M Cohee et al. Preventive malaria treatment among school-aged children in sub-Saharan Africa: a systematic review and meta-analyses. The Lancet Global Health, Vol. 8. https://doi.org/10.1016/S2214-109X(20)30325-9. Dezember 2020.

[9] ↑ William Jobin. Suppression of malaria transmission and increases in economic productivity in African countries from 2007 to 2011. MalariaWorld Journal, Vol 5, No. 4. https://www.malariaworld.org/malariaworld-journal/research-suppression-malaria-transmission-and-increases-economic-productivity-african. März 2014.

[10] ↑ Malaria Consortium. GiveWell. https://www.givewell.org/charities/malaria-consortium Zuletzt aktualisiert im April 2024.

[11] ↑ J. L. NDiaye et al. Safety of Seasonal Malaria Chemoprevention (SMC) with Sulfadoxine-Pyrimethamine plus Amodiaquine when Delivered to Children under 10 Years of Age by District Health Services in Senegal: Results from a Stepped-Wedge Cluster Randomized Trial. PLoS One. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5072628/. 2016.

Externe Evaluation

Das Malaria Consortium in den Medien