Clean Air Task Force

Clean Air Task Force

Politischer und technologischer Wandel

Die Clean Air Task Force (CATF) ist eine gemeinnützige Klimaschutz-Organisation, die sich für politischen und technologischen Wandel einsetzt, um den Ausstoß von Treibhausgasen in der Stromerzeugung, in der Öl- und Gasproduktion, in der Industrie und im Verkehr zu reduzieren.

Ein technologieoffener Vorreiter

CATF spielt oft eine Vorreiterrolle und konzentriert sich auf Themen, die von anderen Umwelt- und Klimaschutzorganisationen jeweils noch vernachlässigt werden. In den 1990er Jahren hat eine von CATF konzipierte und mitgestaltete Kampagne dazu geführt, dass die Emissionen von Kohlekraftwerken in den USA um mehr als 70% sanken. Später hat sich CATF erfolgreich für zusätzliche Regulierungen im Rahmen der Öl- und Erdgasförderung eingesetzt, um deren Methanausstoß zu begrenzen, im Jahr 2005 eine Kampagne für saubere Dieselfahrzeuge gestartet und zuletzt den Inflation Reduction Act 2022 in den USA unterstützt, den umfassendsten Investitionsplan, den der US-amerikanische Kongress je verabschiedet hat. 

Founders Pledge, ein führender Anbieter für Evaluierungen von Klimaschutz-Organisationen, schätzt, dass jeder an CATF gespendete Euro zu einem Rückgang von mehr als einer Tonne CO2 führt.

Das Problem

Der Anteil fossiler Energien am Primärenergieverbrauch beträgt weltweit immer noch über 85 Prozent.[1] Gleichzeitig steigt der Energiebedarf der Menschheit weiter an.[2] Um die Klimaziele des Pariser Abkommen zu erreichen und die Schäden des Klimawandels zu begrenzen, müssen die weltweiten Energiesysteme weitgehend dekarbonisiert werden. Hierfür ist es notwendig, fossile Energieträger durch CO2-arme Formen der Energieerzeugung zu ersetzen.

Dazu reicht der massive Ausbau erneuerbarer Energien, zu dem Deutschland durch die Energiewende einen wichtigen Beitrag geleistet hat, aller Voraussicht nach nicht aus. Das Risiko einer solchen Strategie, weltweit ausschließlich auf Wind und Sonne zu setzen, ist für die Menschheit schlicht zu hoch.

Daher sind weitere Maßnahmen notwendig, deren Förderung bisher allerdings immer noch vernachlässigt wird. Dazu gehört beispielsweise, bereits heute die Methanemissionen in der Öl- und Erdgasförderung möglichst gering zu halten. Dazu gehören aber auch die Entwicklung und der Einsatz von kohlenstoffarmen bzw. -freien Energietechnologien, die die Emissionen aus dem Energie-, Industrie- und Verkehrssektor reduzieren oder sogar ganz beseitigen können, wie beispielsweise die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) oder erneuerbare Energien der nächsten Generation, wie fortschrittliche Geothermie, moderne Atomkraftwerke der sogenannten IV. Generation, und kohlenstofffreie Kraftstoffe.

Die Lösung

CATF konzentriert sich darauf, zusätzliche, pragmatische Optionen für eine kohlenstoffarme bzw. -freie Energie- und Treibstofferzeugung zu entwickeln  und die politischen Rahmenbedingungen für eine CO2-ärmere Energieerzeugung zu verbessern. Durch Studien, Initiativen und Meinungsführerschaft treibt CATF seine Anliegen mit einer Kombination aus Forschung, Kommunikation und Politikberatung voran. Dabei versteht CATF sich selbst als überparteilich und technologieoffen und ist global ausgerichtet.

Die Arbeit von CATF umfasst z.B. die folgenden Ziele:

  • Stringente CO2-Grenzwerte für Gas- und Kohlekraftwerke in den USA;
  • Die Ermöglichung der kommerziellen Entwicklung und des Einsatzes von neuartigen kohlenstoffarmen und -freien Energietechnologien in der Stromerzeugung, der Industrie und dem Verkehrssektor; und 
  • Die drastische Reduzierung von klimaschädlichen Super-Schadstoffen wie z.B. Methanemissionen aus der Öl- und Gasindustrie und Ruß aus Dieselfahrzeugen, der Schifffahrt und der Biomasseverbrennung.

CATF konnte in der Vergangenheit bereits große Erfolge erzielen. In den USA hatte CATF beispielsweise erheblichen Anteil an der Einführung von Steuergutschriften für die Speicherung von CO2, die im Inflation Reduction Act 2022 noch einmal erweitert wurden. Ebenso war CATF an der Vorbereitung des Global Methane Pledge beteiligt, der erstmals eine globale Anstrengung zur Bekämpfung von Methanemissionen geschaffen hat. Auf diesen Erfolgen aufbauend arbeitet CATF daran, weitere innovationsfördernde Rahmenbedingungen für kohlenstoff-freie Technologien zu schaffen. 

Bei der industriellen Verarbeitung von Öl und Gas kommt es auch zu hohen Methanemissionen die besonders klimaschädlich sind. Die CATF hat hier erfolgreich für eine stärkere Regulierung gekämpft.
Armond Cohen – Präsident und Gründer der Clean Air Task Force

Die Wirkung

Berechnungen der Initiative Founders Pledge zufolge hat die bisherige Arbeit von CATF dazu beigetragen, dass ca. 116 Millionen Tonnen CO2 bzw. CO2-Äquivalente (CO2e) vermieden werden konnten. Darüber hinaus haben die Maßnahmen auch zu einem reduzierten Ausstoß weiterer Schadstoffe geführt, was schätzungsweise 26.000 vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung verhindert hat.

Founders Pledge erwartet, dass auch die zukünftige Arbeit von CATF kosteneffektiv sein wird. Anhand von CATF’s Beitrag zur Einführung des Tax Credits 45Q in den USA errechnet Founders Pledge unter vorsichtigen Annahmen Kosten von 1,63 Dollar je eingesparter Tonne CO2e für die Arbeit von CATF rein für die USA. Durch die Wirkung, die die Steuergutschriften international entfalten, sinken diese auf deutlich unter 1 Dollar je Tonne CO2e im globalen Kontext. 

Geht man davon aus, dass die Arbeit von CATF insgesamt nur 1/10 so wirksam ist wie das Projekt zu 45Q, dann ergeben sich daraus Kosten von ungefähr 1 Dollar je Tonne CO2e. Also trägt jeder an CATF gespendete Euro in etwa dazu bei, weltweit ca. 1 Tonne CO2e einzusparen.[3]

Die Organisation

Die Clean Air Task Force wurde 1996 gegründet als gemeinnützige Non-Profit-Organisation mit Sitz in Boston mit dem Ziel gegründet, sich für die Reduzierung von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen einzusetzen.

Seit Gründung hat CATF Gesetzgeber und Regulierungsbehörden in den USA, aber auch Kanada und Mexiko dabei unterstützt, die politischen Rahmenbedingungen für eine CO2-ärmere und saubere Energieerzeugung zu schaffen. In den letzten Jahren hat sich CATF zu einer global agierenden Organisation weiterentwickelt und beschäftigt inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten weltweit. 

Die beiden Gutachter von Klimaschutzorganisationen Founders Pledge und Giving Green empfehlen beide CATF als jeweils eine von 4 Organisationen im Bereich Klimawandel.

Quellen

[1] ↑ Global direct primary energy consumption. Our World in Data. https://ourworldindata.org/grapher/global-primary-energy?stack Mode=relative.

[2] ↑ International Energy Outlook 2021. U.S. Energy Information Administration. https://www.eia.gov/outlooks/ieo/consumption/sub-topic-03.php. 2021.

[3] ↑ Conservative impact analysis example of innovation in neglected tech, in: A guide to the changing landscape of high-impact climate philanthropy, S. 116. Founders Pledge. https://assets.ctfassets.net/x5sq5djrgbwu/7eEpX4UcKNEy6LUDhf2B05/735518c277987ad5ad91f096b1fdc2a7/A_guide_to_the_changing_landscape_of_high-impact_climate_philanthropy.pdf. 2021. Ergänzend dazu für die ursprünglichen Berechnungen auch Climate Change Cause Area Report, Founders Pledge, 2018 sowie das begleitende Berechnungsmodell.