Against Malaria Foundation

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Moskitonetze gegen Malaria

Die Against Malaria Foundation (AMF) rettet Leben, indem sie Moskitonetze in Entwicklungsländern verteilt, die Menschen vor Malaria schützen. Da die Moskitos, die Malaria übertragen, nachtaktiv sind, reduziert sich das Risiko an Malaria zu erkranken deutlich, wenn man unter einem Moskitonetz schläft. In den fünfzehn Jahren zwischen 2000 und 2015 konnten durch den Einsatz von Moskitonetzen etwa 450 Millionen Fälle von Malaria verhindert und ca. 900.000 Menschenleben gerettet werden.

Das Problem

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden deutliche Erfolge im Kampf gegen Malaria erzielt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO konnten zwischen 2000 und 2021 zwei Milliarden Erkrankungen und fast zwölf Millionen Todesfälle verhindert werden.[1] Allerdings stagnieren die Fortschritte seit 2015 und die Zahl der Erkrankungen ist während der Covid-19 Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 sogar wieder angestiegen.

So erkranken jedes Jahr weltweit immer noch fast 250 Millionen Menschen an Malaria, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent.[2] Für mehr als 600.000 von ihnen endet die Krankheit tödlich.[3] Über 70 Prozent der Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren – das sind über 1.000 Kinder pro Tag.[4] Jedes vierzehnte Kind, das weltweit stirbt, stirbt an Malaria; in Sub-Sahara-Afrika ist es sogar jedes achte.[5] 

Auch bei einem nicht tödlichen Verlauf der Krankheit leiden die Menschen enorm. Neben grippeähnlichen Symptomen kann Malaria zu dauerhaften Einschränkungen des Sehvermögens, des Gehörs oder zu Epilepsie führen. Die Lebenssituation der Erkrankten verschlechtert sich nicht nur, weil sie Geld für Arztbesuche und Medikamente aufbringen müssen, sondern auch, weil sie während eines akuten Schubs weder zur Schule noch zur Arbeit gehen können.

Die Lösung

Die beste Methode, nicht an Malaria zu erkranken, ist gar nicht erst gestochen zu werden. Die Moskitos, die Malaria übertragen, sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Daher schützen langlebige, mit Insektizid behandelte Moskitonetze sehr zuverlässig vor der Krankheit. Die Moskitonetze bestehen aus Polyethylenfasern. In diese Fasern ist ein Insektizid so eingearbeitet, dass es über mehrere Jahre hinweg langsam austritt.

Ein Moskitonetz schützt somit auf zwei Arten: Zum einen werden Moskitos physisch davon abgehalten, Menschen zu stechen. Zum anderen kommen die Moskitos beim Kontakt mit dem Insektizid um. Für den Menschen ist das geruchlose Insektizid gesundheitlich unbedenklich. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt seit 2007, insektizidimprägnierte Moskitonetze an jeden Haushalt in Malaria-Gebieten zu verteilen.[6] Da Moskitos in vielen Gebieten inzwischen Resistenzen gegen die Pestizide entwickeln, müssen die Netze zunehmend auch mit anderen Wirkstoffen behandelt werden, so dass die Empfehlungen der WHO kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst werden.[7]

Moskitonetze sind die am weitesten verbreitete Maßnahme zur Bekämpfung von Malaria. Laut WHO wurden seit 2005 weltweit etwa 2,5 Milliarden imprägnierte Moskitonetze zur Malariaprophylaxe verteilt.[8]

Moksitonetze (Alternativer Text)
Zwei Kinder aus Pujehun in Sierra Leone freuen sich über Moksitonetze
Ein kleines Mädchen hält ein Moskitonetz fest.
Ein kleines Mädchen aus Odisha (Orissa) in Indien hält ein Moskitonetz fest, welches es im Rahmen einer von der Against Malaria Foundation unterstützten Verteilaktion erhalten hat.

Die Wirkung

Die außerordentlich hohe Wirkung von Moskitonetzen konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden. Eine Metastudie aus dem Jahr 2004 zeigt, dass im Durchschnitt jedes Jahr 5,5 von 1.000 Kindern, die unter Moskitonetzen schlafen, davor bewahrt werden können, an Malaria zu sterben – eine sehr hohe Zahl, wenn man bedenkt, wie simpel es ist, Netze für 1.000 Kinder zu verteilen.[9]

Weitere Studien belegen, dass schwangere Frauen, die unter Moskitonetzen schlafen, gesündere Babys auf die Welt bringen und weniger Totgeburten haben.[10] Insgesamt konnten in den fünfzehn Jahren zwischen 2000 und 2015 in Afrika etwa 450 Millionen Malariainfektionen durch Moskitonetze verhindert und ca. 900.000 Menschenleben gerettet werden.[11]

Auch die wirtschaftlichen Vorteile eines Rückgangs von Malaria-Infektionen sind immens: eine Studie, die in zwölf afrikanischen Ländern den Zusammenhang zwischen Ausgaben für die Malariabekämpfung und dem Bruttoinlandsprodukt in den Jahren 2007 bis 2011 gemessen hat, kommt zu dem Schluss, dass jeder 1 €, der für die Malariabekämpfung  ausgegeben wurde, das Bruttoinlandsprodukts der Länder um 6,75 € erhöht hat – ein außerordentlich hoher Wert.[12]

Die Organisation

Die Against Malaria Foundation wurde 2005 von Rob Mather gegründet und hat seitdem fast 250 Millionen Moskitonetze finanziert. Bereits seit 2009 wird AMF von GiveWell als „Top-Hilfsorganisation“ empfohlen. Die Organisation hebt sich neben ihrer herausragenden Wirkung vor allem auch durch ihre Transparenz positiv von vielen anderen Hilfsorganisationen ab: So veröffentlicht die Against Malaria Foundation das eigene Budget in Echtzeit und gibt außerdem öffentlich an, welche Spende für genau welche Netze ausgegeben wurde.


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Häufige Fragen

Wie lange schützen die Moskitonetze?

Ein langlebiges, insektizidimprägniertes Moskitonetz kann bis zu fünf Jahre Schutz bieten. Während dieser Zeit kann es auch gewaschen werden, ohne seine schützende Wirkung zu verlieren. Durch das eingearbeitete Insektizid bleibt das Netz selbst dann noch wirksam, wenn es bereits kleinere Löcher hat.

Was kostet ein Moskitonetz?

AMF verteilt ausschließlich langlebige, insektizid-imprägnierte Moskitonetze, die den Anforderungen des Pesticide Evaluation Scheme der WHO entsprechen. AMF gibt die Kosten für den Kauf eines Moskitonetzes mit etwa $2 an. Werden zusätzlich die Kosten für die Verteilung und Überprüfung der verteilten Moskitonetze berücksichtigt, betragen die Kosten $4,89, bzw. $5,19, wenn auch Sachspenden von Regierungen berücksichtigt werden. [13]

Werden die Moskitonetze zweckentfremdet, zum Beispiel als Fischernetz?

Es gibt immer wieder Berichte, dass kostenlos verteilte Moskitonetze zweckentfremdet werden, z.B. als Fischernetz. Die Zahl solcher Fälle ist allerdings sehr gering. Die Against Malaria Foundation stellt durch Hausbesuche sicher, dass die Netze korrekt aufgehängt und möglichst lange verwendet werden. Darüber hinaus nutzt die Organisation bereits seit 2014 als eine der ersten Hilfsorganisationen Smartphones im Feld, was das Monitoring noch effektiver und detaillierter macht.[14]

Externe Evaluation

Quellen

[1] ↑ World malaria report 2022. Weltgesundheitsorganisation (WHO). https://www.who.int/teams/global-malaria-programme/reports/world-malaria-report-2022. Dezember 2022.

[2] ↑ World malaria report 2022. Weltgesundheitsorganisation (WHO). https://www.who.int/teams/global-malaria-programme/reports/world-malaria-report-2022. Dezember 2022.

[3] ↑ Die Weltgesundheitsorganisation nennt im „World malaria report 2022“ 619.000 Todesfälle. Auf Basis einer etwas anderen Methodik schätzt das „Global Burden of Disease“ (GBD)-Projekt, dass im Jahr 2019 weltweit mehr als 643.000 Menschen an Malaria gestorben sind. Siehe dazu auch: Max Roser and Hannah Ritchie. Malaria. Our World in Data. https://ourworldindata.org/malaria. Zuletzt aktualisiert Februar 2022.

[4] ↑ Max Roser. Malaria: One of the leading causes of child deaths, but progress is possible and you can contribute to it. Our World in Data. https://ourworldindata.org/malaria-introduction. März 2022. Siehe dazu insbesondere die Fußnoten 2 & 3 der Quelle: Die WHO schätzt, dass etwa drei Viertel aller Todesfälle auf Kinder unter 5 Jahren entfallen, also mehr als 450.000 in 2021. Auch die Studie „Global Burden of Disease“-Studie schätzt, dass die Mehrheit der Malaria-Todesfälle Kinder unter 5 Jahren betrifft. Nach ihren Untersuchungen ist der Anteil der Kinder unter 5 Jahren an den Malariaopfern im Laufe der letzten Generation leicht gesunken, von 66 % im Jahr 1990 auf 55 % im Jahr 2019. Das entspricht 356.000 Todesfällen bei Kindern unter 5 Jahren in 2019. Warum die Schätzungen des IHME in ihrer Alterszusammensetzung von den WHO-Schätzungen abweichen, ist nicht vollständig klar.

[5] ↑ Institute of Health Metrics and Evaluation (IHME). Malaria. Global Burden of Disease-Studie 2019. https://www.healthdata.org/results/gbd_summaries/2019/malaria-level-3-cause. Oktober 2020. 

[6] ↑ WHO Guidelines for Malaria. Weltgesundheitsorganisation. https://www.who.int/teams/global-malaria-programme/guidelines-for-malaria. März 2023. 

[7] ↑ WHO publishes recommendations on two new types of insecticide-treated nets. Weltgesundheitsorganisation. https://www.who.int/news/item/14-03-2023-who-publishes-recommendations-on-two-new-types-of-insecticide-treated-nets. März 2023. 

[8] ↑ World malaria report 2022. Weltgesundheitsorganisation (WHO). https://www.who.int/teams/global-malaria-programme/reports/world-malaria-report-2022. Dezember 2022. 

[9] ↑ Christian Lengeler. Insecticide-treated bed nets and curtains for preventing malaria. Cochrane Database of Systematic Reviews. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15106149. 2014. 

[10] ↑ Carrol Gamble et al. Insecticide-treated nets for preventing malaria in pregnancy. Cochrane Database of Systematic Reviews. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16625591. 2006. 

[11] ↑ Samit Bhatt et al. The effect of malaria control on Plasmodium falciparum in Africa between 2000 and 2015. Nature 526: 207–211. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4820050/. Oktober 2015.

[12] ↑ William Jobin. Suppression of malaria transmission and increases in economic productivity in African countries from 2007 to 2011. MalariaWorld Journal. Vol 5. No. 4. https://www.malariaworld.org/malariaworld-journal/research-suppression-malaria-transmission-and-increases-economic-productivity-african. März 2014.

[13] ↑ Against Malaria Foundation – Cost per LLIN distributed. GiveWell. https://www.givewell.org/charities/amf#CostperLLINdistributed. Dezember 2022.

[14] ↑ Rob Mather. Introduction of smartphone technology to collect distribution data. Against Malaria Foundation. https://www.againstmalaria.com/NewsItem.aspx?newsitem=Introduction-of-smartphone-technology-to-collect-distribution-data. Oktober 2014.